Stadt Naumburg investiert derzeit in ihre Bildungseinrichtungen

Schulhäuser kommen auf Vordermann

Sanierung kann vor allem auch dank des Einsatzes von Fördermitteln erfolgen.

Von Harald Boltze
Die Kinder der Kleinjenaer Grundschule lernen gerade  - wie hier die 3. Klasse im Mathematik-Unterricht mit Kerstin Thielemann - in der Naumburger Jägerstraße. Dies wird auch im kommenden Jahr noch so sein.
Die Kinder der Kleinjenaer Grundschule lernen gerade - wie hier die 3. Klasse im Mathematik-Unterricht mit Kerstin Thielemann - in der Naumburger Jägerstraße. Dies wird auch im kommenden Jahr noch so sein. (Foto: Torsten Biel)

Naumburg - In puncto Brandschutz und Barrierefreiheit werden heutzutage hohe Ansprüche an vor allem öffentliche Gebäude gestellt. Da auch so der Zahn der Zeit an Alt- wie Neubauten nagt, ist die Stadt Naumburg gerade dabei, ihre Schulen weiter zu sanieren. Ein Überblick:

Max-Klinger-Schule Kleinjena:

„Wir machen hier das Beste aus der Situation und kommen schon zurecht“, sagt Schulleiterin Angela Bierhahn. Sie, ihre Kollegen und vier Klassen mit insgesamt 80 Grundschülern sind seit Ostern in der Naumburger Jägerstraße im Exil. Der Grund: Das alte DDR-Schulgebäude in Kleinjena soll nun endlich auf modernen Stand gebracht werden (wir berichteten). Streit hatte es im Vorfeld gegeben, da Lehrer und Eltern nicht zu früh ausziehen wollten, da ein Baustart noch nicht in Sicht war. „Und wir hatten ja recht. Denn bis auf ein paar Arbeiten im Keller ist noch nichts passiert“, so Angela Bierhahn, die aber nicht meckern will, wie sie sagt. Aus dem Rathaus hingegen heißt es, dass schon umfangreiche Voruntersuchungen stattgefunden hätten. Zudem werde nun der Strom abgeklemmt, da ab kommender Woche die Rohbau-Firma anrückt. Dann werden unter anderem die alten Schallschutzdecken entfernt. Auch vier große bunte Bleiglasfenster sind herausgenommen worden und werden gerade von der Naumburger Firma „Domglas“ in den Händen von Martina Gärlich aufgearbeitet (wir berichten noch).

Weitere Arbeiten sind und werden nun nach und nach ausgeschrieben. Schließlich wartete die Fertigstellung der energetischen Sanierung samt Fluren und Fluchtwegen sowie Klassenzimmertüren; auch eine Dacherweiterung für einen zusätzlichen Rettungsweg soll jetzt her. Die eine Million Euro Fördermittel wird dafür aber nicht reichen, weshalb die Stadt Geld nachschießt, was aber derzeit noch von der Kommunalaufsicht mitsamt dem Haushalt für 2021 geprüft wird. Den Rückweg nach Kleinjena werden die Grundschüler wohl erst im Jahr 2023 antreten, heißt es.

Georgenschule:

Mit Beginn in diesem, hauptsächlich aber im nächsten Jahr findet im Eckhaus in der Wagnerstraße eine „brandschutztechnische“ Ertüchtigung statt. Und das bei laufendem Betrieb, wie zu erfahren war. Neue Türen und Trennwände werden eingebaut, Hausanschlüsse auf den aktuellen Stand gebracht, Brandmelde- und Sprachalarmierungsanlagen installiert. Im Hof soll der Natursteinsockel saniert werden, und die alten Fenster in einem Nebengebäude will man ersetzen. Außerdem geplant: die Erneuerung der Treppenanlage auf dem Schulhof und diverse Putzarbeiten. 850.000 Euro hat die Stadt kalkuliert, wobei dank der Denkmal-Einstufung eine 80-prozentige Förderung besteht. Ebenfalls angedacht: die Sanierung der WC-Anlagen in der benachbarten Turnhalle.

Utaschule:

Mit dem Ausbau eines Dachgeschosses für den Hort sowie der Sanierung des Erdgeschosses und weiteren Arbeiten in einem Nebengebäude ist die Stadt in den vergangenen drei Jahren in der Schönburger Straße weit vorangekommen. In diesem Jahr soll noch eine Fassadendämmung des Nebenschulgebäudes sowie ein Anprallschutz für die Giebelseite der Turnhalle folgen, die neben einem Bolzplatz liegt.

Schweitzerschule:

In frühestens fünf Jahren werden die Sekundarschüler aus dem gemeinsam genutzten Gebäude in der Kösener Straße in den angedachten neuen Schulcampus auf der ehemaligen „Getreidewirtschaft“ ziehen. Für die Grundschule wird das Haus dann zu groß sein. Wie man damit am besten umgeht, will die Stadt demnächst in einer Machbarkeitsstudie herausfinden lassen, heißt es aus dem Rathaus.

Bad Kösen:

Die größte Schulsanierung, die sich die Stadt Naumburg derzeit auf die Fahnen geschrieben hat, findet an der Bergschule Bad Kösen statt (wir berichteten bereits mehrfach). Dafür sind die Grundschüler in die benachbarte, normalerweise leer stehende Borlachschule umgezogen. Wie es aus dem Rathaus heißt, sei man derzeit im Bauantragsverfahren. Zudem stehe gerade die Frage der Fördermittelbewilligung an. Eine erste Ausschreibung sei aber bereits erfolgt.