Nach Praxis-Schließung in Casekirchen

Rückschlag für Bemühungen: Nun erst Suche nach neuem Standort

Immobilie der bisherigen Räume wurde verkauft. MVZ bleibt bei Plänen.

Von Andreas Löffler
In Casekirchen gehen die Bemühungen weiter, nach der Schließung eine neue Hausarzt-Praxis anzusiedeln.
In Casekirchen gehen die Bemühungen weiter, nach der Schließung eine neue Hausarzt-Praxis anzusiedeln. (Foto: picture alliance / Stephan Janse)

Casekirchen - Die Bemühungen um den Weiterbetrieb der im Frühjahr geschlossenen Allgemeinärztlichen Praxis in Casekirchen haben einen Dämpfer erhalten. Nachdem eine Vor-Ort-Begehung Mitte März den Optimismus genährt hatte, dass sich die am Einstieg interessierte MVZ Dr. med. Kielstein Ambulante Medizinische Versorgung GmbH aus Erfurt sowie die Eigentümerin und langjährige Betreiberin des Praxis-Standortes, Dr. Karin Erfurth, zügig auf eine Nutzungsvereinbarung verständigen würden, ist nun eine neue Situation entstanden - und zwar durch den Verkauf der betreffenden Immobilie.

„Das MVZ Dr. Kielstein hat im März ein Interesse an der Anmietung der zuletzt genutzten Praxisräume und ausdrücklich keine Kaufabsicht signalisiert“, legt Erfurth dar. Diese erste Bekundung sei jedoch „nicht in einen unterschriebenen Mietvertrag gemündet“, wie auch MVZ-Geschäftsführer Dr. Mario Liehr bestätigt. „Und da inzwischen ein Kaufinteressent für das gesamte Objekt bei mir vorstellig geworden ist, haben sich da gewissermaßen zwei Prozesse überschnitten“, sagt Erfurth.

Sie sei selbst hin- und hergerissen, bekennt die bald 70-Jährige. „Ich war hier mehr als 30 Jahre tätig. Die Praxis ist quasi mein Lebenswerk, so dass es immer mein ausdrücklicher Wunsch war und ich bis zuletzt gehofft habe, dass sich hier wieder ein Arzt niederlässt. Aber irgendwann, gerade im fortgeschrittenen Alter, will man dann auch für sich ganz persönlich verlässliche Planungssicherheit - zumal uns der Verkauf der Immobilie auch vom fortlaufenden Sich-Kümmern-Müssen entlastet“, schildert Erfurth.

Wir wollen spätestens in 14 Tagen mit einer Idee aufwarten - idealerweise für Aue oder Molau, vielleicht auch Seidewitz.

Vverbandsgemeindebürgermeisterin Kerstin Beckmann

Wenn die neue Wendung für sie auch „überraschend gekommen“ sei, habe man Dr. Erfurths Entscheidung zu respektieren, betont Verbandsgemeindebürgermeisterin Kerstin Beckmann. „Die gute Nachricht ist, dass das MVZ Dr. Kielstein weiterhin an seiner Absicht zur Schaffung eines Angebots hier vor Ort festhalten will“, hebt Beckmann hervor - ein Ansinnen, das dessen Geschäftsführer Dr. Mario Liehr gegenüber Tageblatt/MZ unterstreicht. „Wir können Frau Dr. Erfurths Entscheidung selbstverständlich nachvollziehen und sind ohne Groll. Tatsächlich bleibt es unser Plan, zusätzlich zu unserem bereits bestehenden Standort in Schkölen hier im Molauer Land ein allgemeinmedizinisches Versorgungsangebot zu schaffen - anfangs zumindest tageweise und von Schkölen aus betreut. Wenn wir einen interessierten Arzt finden, gern auch durchgängig. Daher haben wir Frau Beckmann gebeten, uns andere geeignete Räume vorzuschlagen.“

Bei der - um im Bild zu bleiben - fieberhaften neuen Suche greift die Verbandsgemeindebürgermeisterin auf Unterstützung durch diesbezüglich sehr kenntnisreiche und bestens vernetzte Akteure zurück - auf VG-Ratsmitglied Bodo Zier etwa sowie Molauer-Land-Bürgermeister Rolf Werner und dessen Vorgängerin Heide-Marie Huth. Beckmann: „Wir wollen spätestens in 14 Tagen mit einer Idee aufwarten - idealerweise für Aue oder Molau, vielleicht auch Seidewitz.“