Flüchtlinge

Landrat Ulrich übt Kritik an Langsamkeit des Landesschulamtes

Burgenlandkreis möchte selbst Lehrer aus der Ukraine einstellen.

Von Martin Walter 11.05.2022, 10:15
Der Burgenlandkreis plant, Lehrer aus der Ukraine selbst einzustellen.
Der Burgenlandkreis plant, Lehrer aus der Ukraine selbst einzustellen. (Foto: imago/photothek)

Naumburg - Rund 470 schulpflichtige ukrainische Kinder und Jugendliche sind bislang nach Angaben von Bildungsamtsleiter Robert Aßmann im Burgenlandkreis angekommen. 87 von ihnen würden bereits beschult. Etwa 200 weitere hätten schon den Wunsch nach der Beschulung in den Grund- und weiterführenden Schulen geäußert, weitere 30 für die berufsbildenden Schulen.

„Wir können nicht ohne Weiteres so viele Schüler zusätzlich aufnehmen“, sagte Landrat Götz Ulrich (CDU) im Kreisausschuss, zumal es dafür generell zu wenig Lehrer, insbesondere aber auch zu wenig mit Ukrainisch-Kenntnissen gebe. Zwar hätten sich bislang 15 ukrainische Lehrkräfte bei der Kreisverwaltung gemeldet, von denen sogar sieben Deutsch sprechen können. Diese habe man an das Landesschulamt gemeldet, doch „der Tanker des Landesschulamts manövriert nur langsam“, so Ulrich, denn bislang sei noch keine Einstellung erfolgt.

Der Tanker des Landesschulamts manövriert nur langsam.“

Landrat Götz Ulrich

Landrat Götz Ulrich
Landrat Götz Ulrich
(Foto: Torsten Biel)

Der Burgenlandkreis möchte deshalb Eigeninitiative ergreifen und ukrainische Lehrkräfte bis zu einer eventuellen Übernahme durch das Land über die kreiseigene Bildungs- und Kooperationsgesellschaft anstellen. Für diese Personalkosten sind außerplanmäßige Auszahlungen nötig, die maximal 702.000 Euro betragen sollen. Ein Teil davon könne über die Ukraine-Spenden aus der Bevölkerung beglichen werden, wozu laut Ulrich rund 50.000 Euro zur Verfügung stehen. Zudem machte er aber deutlich: „Eine Sicherheit zur Erstattung vom Land gibt es leider noch nicht.“ Sowohl der Bildungs-, als auch der Finanz- und Kreisausschuss haben den Antrag und die zusätzlichen Aufwendungen an den Kreistag empfohlen.

Anzumerken ist aber auch, dass viele ukrainische Schüler beziehungsweise deren Eltern sie gar nicht hier beschulen lassen möchten. Das hat zwei Gründe, wie Dezernent Ralf Michel im Finanzausschuss ausführte: „Der Großteil der Schüler nimmt am digitalen Unterricht der Ukraine teil, was sie noch von der Pandemie gewohnt sind.“ Hinzu komme, dass das ukrainische Schuljahr am 25. Mai ende und viele Schüler dieses „noch offiziell beenden möchten“.