Landesschule Pforta

Historische Schriften für Zukunft bewahrt

Zum Bestand der Bibliothek zählen auch alte theologische Druckwerke, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Zehn wurden dank Fördermittel restauriert.

Schulpforte - Die Historische Bibliothek der Landesschule Pforta ist eine wahre Schatzkammer. Sie zählt mit ihren mehr als 80.000 Bänden zu den größten Schulbibliotheken Deutschlands. Mehrere Bände rückten nun verstärkt in den Fokus: theologische Drucke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die durch Umzüge, ungünstige Klimaverhältnisse und Feuchtigkeit gelitten haben. Nachdem die Bücher einige Zeit in der Kirche aufbewahrt worden waren, kamen sie später - im Gegensatz zum Hauptbestand im Haupthaus - in mehreren Nebengebäuden unter. Da auch hier die klimatischen Bedingungen nicht optimal waren, war es das Anliegen der Archivarin und wissenschaftlichen Bibliothekarin Petra Mücke, die theologischen Bestände wieder in die eigentlichen Bibliotheksräume zu integrieren.

Eine Sichtung vor wenigen Jahren ergab, dass viele dieser Schriften vom Schimmel befallen waren. Eine Behandlung mittels Gamma-Strahlen erfolgte, um die Ausbreitung des Schimmels zu verhindern. Für die anschließende Restaurierung fehlte allerdings lange Zeit das Geld. Insgesamt 40 großformatige Bände benötigen besondere Zuwendung, um wieder in die Regale zurückzukehren. 2019 kam schließlich jedoch Bewegung in das Vorhaben. „Nach einem Kontakt zu Sachsen-Anhalts Kultur- und Staatsminister Rainer Robra ergab sich die Möglichkeit, über die Stiftung Fördermittel für die Restaurierung der Werke zu beantragen“, so Matthias Haase, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Über die Kulturförderung stellte das Land 13.500 Euro für die Wiederherstellung von zehn Drucken bereit. Einen Teilbetrag leistete die Stiftung.

„Wir lesen heute vielleicht nicht jeden Tag in alten theologischen Drucken des 16. Jahrhunderts. Aber sie sind Spiegel unserer Geschichte.

Prokurator Arndt Gerber

Beauftragt mit dem Vorhaben wurde das Unternehmen Buchrestaurierung Leipzig. „Nachdem die restaurierten Bücher darüber hinaus in schützende Schuber verpackt worden waren, konnten sie wieder aufgestellt werden. Diese zehn Bände sind ab sofort wieder benutzbar“, zeigt sich Archivarin und Bibliothekarin Petra Mücke froh. Zu den restaurierten Werken zählt ein Band, der in drei Büchern die Werke des griechischen Bischofs und Kirchenlehrers Gregor von Nazianz (um 329 bis 390) vereint. Restauriert wurde auch ein Band des mehrteiligen Werkes „Magdeburger Centurien“, das ursprünglich zwischen 1559 und 1574 erschienen war.

Prokurator Arndt Gerber freut sich, dass Pforte auf diese Weise wieder seinem Ruf bewahrter Tradition und Historie gerecht wird: „Wir lesen heute vielleicht nicht jeden Tag in alten theologischen Drucken des 16. Jahrhunderts. Aber sie sind Spiegel unserer Geschichte. Diese hier am Ort zu bewahren, ist eine unserer Aufgaben.“ Er freut sich auch über weitere Unterstützung für Förderprojekte dieser Art. „Wer ähnliche Projekte finanziell unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Für Spenden oder Stiftungen, auch zugunsten der Historischen Bibliothek, sind wir jederzeit ansprechbar.“ (Constanze Matthes)