Handball: Trotz Sieben-Tore-Führung unterliegen Burgenländer bei Leipziger DHfK-Reserve Herber Rückschlag im Abstiegskampf
Drittligist HCB verspielt klaren Vorsprung. Auch die Zweite verliert.

Leipzig/Gräfenhainichen - „Ein Spiel, das du nie im Leben verlieren darfst“: Nur so konnte die Einschätzung derer lauten, die das Drittliga-Auswärtsspiel der HCB-Handballer in Leipzig zu Hause online verfolgt hatten. Und auch Trainer Steffen Baumgart, der das Drama am Spielfeldrand erlebte, kam zum gleichen Schluss: „Eine unheimlich bittere Niederlage, da wir hier eigentlich die klar bessere Mannschaft waren.“
Als Torhüter Marius Göbner mit dem Pausenpfiff einen Siebenmeter der SC-DHfK-Zweiten parierte, damit die 15:9-Halbzeitführung sicherte und sein Teamkollege Marek Hnidák mit Wiederbeginn (per Kempa-Trick!) den Vorsprung sogar auf sieben Treffer ausbaute, schien die Messe eigentlich schon gelesen zu sein. Denn nach einem verschlafenen Start mit einem 0:3-Rückstand hatte sich der HCB alsbald erholt und die Leipziger in den Griff bekommen. Von den vielen Gästeakteuren mit einer Handball-Vergangenheit in der sächsischen Messestadt glänzte vor allem Kevin Szep-Kis als Spielgestalter.
Eine unheimlich bittere Niederlage, da wir hier eigentlich die klar bessere Mannschaft waren.
HCB-Trainer Steffen Baumgart
Doch etwa Mitte der zweiten Hälfte musste der Regisseur dem hohen Tempo mit Krämpfen Tribut zollen und konnte anschließend nicht mehr auflaufen. Da Florian Pfeiffer verletzt sowieso nicht zur Verfügung stand, rückte nun Abwehrspezialist Miloje Dolic notgedrungen ins Angriffszentrum der Burgenländer, was aber nicht den erwünschten Effekt brachte. Nachdem die Leipziger bereits zuvor stark verkürzt hatten, was laut Steffen Baumgart „bei einer Mannschaft die viel, viel öfter pro Woche trainieren kann, auch kein großes Wunder ist“, luden einfache technische Fehler sowie Fehlwürfe die Sachsen in der Schlussphase zu Tempogegenstößen ein. „Was wir 50 Minuten im Griff hatten, nämlich deren Umschaltaktionen, ist uns dann um die Ohren geflogen.“
Dabei war die Chance zum Sieg bis kurz vor Schluss gegeben. Zweieinhalb Minuten vor Ende traf Marcel Popa zum 24:25, holte dabei noch eine Zwei-Minuten-Strafe des Gegners heraus, und der Auswärtssieg schien zum Greifen nah. Doch in Unterzahl glich das DHfK-Team aus, profitierte anschließend von Lässigkeiten im HCB-Angriff und holte mit 26:25 den eigentlich schon nicht mehr erwarteten Heimerfolg, erst der dritte Saisonsieg für die mäßig gestarteten Leipziger.
„Von der Tabellensituation her ist das echt dramatisch, diese zwei Punkte nicht mitgenommen zu haben“, resümierte Steffen Baumgart niedergeschlagen. Dabei hatten die unmittelbaren Kontrahenten in den anderen Spielen sogar den Weg bereitet. Auf einen Punkt hätte der HCB an Platz fünf heranrücken können. Hätte. Doch nun gerät man immer stärker unter Zugzwang, was nicht automatisch zum Erfolg führt, zumal am kommenden Sonnabend der Tabellenzweite aus Hildesheim nach Hohenmölsen kommt.
SC DHfK Leipzig II - HC Burgenland 26:25 (15:19). HCB: Marius Göbner, Max Neuhäuser, Hendrik Halfmann; Kenny Dober 6/2, Laurenz Kröber, David Heinig 1, Cornelius Lange, Marek Hnidák 8, Mirco Fritzsche 1, Erik Stepan, Kevin Szep-Kis 2, Tom Hanner 2, Marcel Popa 3, Sascha Meiner, Miloje Dolic, Janko Pesic 2 - Siebenmeter: Leipzig 2/1, HCB 2/2; Zeitstrafen: Leipzig 3, HCB 3.
Weiter spielten in der Staffel C der 3. Liga: TSV Burgdorf II - SC Magdeburg II 28:29, Anhalt Bernburg - TuS Vinnhorst 19:28, HSV Hannover - MTV Braunschweig 24:29, SV Plauen-Oberlosa - Northeimer HC 24:24, Eintracht Hildesheim - Hannover-Burgwedel 32:26.
Mit leeren Händen kehrten am Sonnabend auch die Handballer der HCB-Zweiten von ihrem Auswärtsspiel in Gräfenhainichen zurück. Und nicht zum ersten Mal ist es der Reserve der Burgenländer passiert, eine sehr passable erste Hälfte zu bestreiten, dann aber nach dem Wechsel nicht die Früchte dafür zu ernten. Beim Tabellenfünften TuS Radis führten die Gäste gleich zweifach mit drei Toren Differenz, nämlich zunächst, als Tom-Erik Röhrborn zum 7:10 und wenig später, als Jakob Aumann zum 8:11 getroffen hatten. Die favorisierten Hausherren rappelten sich aber noch vor der Pausensirene auf, so dass beim 14:14 auf Augenhöhe die Seiten gewechselt wurden. Anschließend hielten die Burgenländer die Partie noch eine Viertelstunde offen, wobei ihnen bereits da die häufigen Zwei-Minuten-Strafen (davon kassierten sie doppelt so viele wie Radis) das Leben schwer machten. Spätestens beim 27:21 war dann der Drops aber gelutscht, und die siebente Niederlage im achten Saisonspiel nahm ihren Lauf. Die HCB-Zweite bleibt damit Vorletzter der Sachsen-Anhalt-Liga.
TuS Radis - HC Burgenland II 34:29 (14:14). HCB II: Max Knoblauch, Marwin Richter; Robert Voigt 2, Marcus Deibicht, Tom-Erik Röhrborn 3, Marcus Födisch 10/1, Sebastian Enke 1, Christian Haufe 1, Jakob Aumann 7, Paul Zänker 4/1, Martin Tillmann 1 - Siebenmeter: Radis 2/0, HCB II 3/2; Zeitstrafen: Radis 4, HCB II 8.