Infektionszahlen steigen weiter

Burgenlandkreis: Stehen Impfzentren vor Comeback?

Wunsch nach zusätzlichen Angeboten wächst. Am Wochenende waren deshalb mobile Teams vor Ort, so auch in Naumburg.

Von T. Schlegel, A. Kempf und A. Günther 15.11.2021, 09:28
Melanie Henschler (14) aus Naumburg lässt sich im Beisein ihrer Mutter Andrea Henschler von Ärztin Gabriele Thate gegen Corona impfen.
Melanie Henschler (14) aus Naumburg lässt sich im Beisein ihrer Mutter Andrea Henschler von Ärztin Gabriele Thate gegen Corona impfen. (Foto: Torsten Biel)

Naumburg/Weißenfels - Wie sich die Zeiten ändern: Vor seiner Schließung ist das Impfzentrum des Burgenlandkreises in Zorbau deutlich unter Last gefahren. Es fehlte nicht an Impfstoff, sondern an Impfwilligen. Inzwischen hätte man wieder gut zu tun. Denn angesichts zuletzt deutlich gestiegener Infektionszahlen wächst bei vielen der Wunsch nach einer empfohlenen Auffrischungsimpfung nach sechs Monaten - der sogenannten Booster-Impfung.

Beim zusätzlichen dreitägigen Impfangebot des Burgenlandkreises an der Weißenfelser Beuditz-Schule hat sich jedenfalls gleich am frühen Freitagnachmittag eine Schlange gebildet. „Wir stehen seit zehn Minuten hier, aber es geht gut voran und wir haben Zeit mitgebracht“, sagt Andreas Becker aus Weißenfels. Er und seine Frau Diana sind vorbeigekommen, um sich ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Woanders haben wir ohne Warteliste keine Möglichkeit dazu bekommen. Unser Sohn hat im Internet die Impfaktion hier heute gesehen, deshalb sind wir hier“, erklärt Diana Becker. Über das Wochenende war das zusätzliche Impfangebot vorrangig an Personen über 70 Jahre, an Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen sowie an alle mit geschwächtem Immunsystem adressiert. So war auch in Naumburg in der Turnhalle der Humboldt-Schule ein Impfteam vor Ort. Dort allerdings hielt sich der Andrang in Grenzen.

„Da sind wir jetzt dran. Die genauen Standorte werden wir noch verkünden.

Landrat Götz Ulrich (CDU)

Landrat Götz Ulrich (CDU) geht aber davon aus, dass der Landkreis einen Ansturm von Impfwilligen erlebt, wenn die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung für weitere Personengruppen ausweiten sollte. Ob eine solche Nachfrage allein von den Hausärzten zeitnah zu stemmen wäre, ist fraglich. Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises bemüht sich daher bereits, zusätzliche Impfangebote wie die am Wochenende in Weißenfels, Naumburg und Zeitz zu verstetigen (wir berichteten). Formal ist die Rede von mobilen Impfteams. Wenngleich der Landrat einräumt, dass es sich um stationäre handelt. Vermutlich vier Stellen könnte es im Kreisgebiet bald geben - in Weißenfels, Naumburg, Zeitz sowie eine im Westen des Landkreises. Spätestens Ende November will Ulrich dazu Details mitteilen. „Da sind wir jetzt dran. Die genauen Standorte werden wir noch verkünden“, so der Landrat.

Doch warum hat man im Burgenlandkreis nicht gleich die einstigen Impfzentren erhalten, mag sich mancher nun fragen. „Wir konnten das ja nicht ändern. Das war ja restriktiv“, erklärt der Landrat. Für diese Einrichtungen war die Finanzierung seitens des Bundes ausgelaufen.

Unklar ist bisher, ob die steigenden Infektionszahlen auch mehr Ungeimpfte zu einer Schutzimpfung gegen einen schweren Covid-19-Verlauf ermutigen. Der Landkreis hat hierzu noch keine Zahlen vorgelegt. Die Zahl der ungeimpften Bewohner im Landkreis liegt laut des Corona-Dashboards des Kreises bei 38,14 Prozent. Allerdings aktualisiert die Kreisverwaltung die Daten bisher nicht an den Wochenenden. Das macht es auch unmöglich zu beurteilen, wie sich das Infektionsgeschehen am Sonnabend und Sonntag weiter entwickelt hat.