Um Spielertrainerin Jessica Stiskall zu entlasten, ist Sascha Meiner nun auch Coach der HCB-Frauen

Auf Baumgarts Spuren

Handball: Zum Oberliga-Saisonstart geht es am Sonnabend in Plotha gegen Niederndodeleben.

Von Torsten Kühl 23.09.2021, 09:07
Mit diesem Aufgebot starten die Frauen des HC Burgenland in die neue Saison der Mitteldeutschen Oberliga - hinten, v.l.: Lena John, Spielertrainerin Jessica Stiskall, Carmen Ringler, Celine Knorr, Theresa Gering, Lea Schönefeld, Michelle Paluszkiewicz; vorn,  v.l.: Mannschaftsleiter Danny Nas, Jasmin Heinz, Anne Löbnitz, Maria Pfüller, Wiebke Detjen, Patrizia Sturm, Juliana Maul, Sandra Kube, Trainer Sascha Meiner.
Mit diesem Aufgebot starten die Frauen des HC Burgenland in die neue Saison der Mitteldeutschen Oberliga - hinten, v.l.: Lena John, Spielertrainerin Jessica Stiskall, Carmen Ringler, Celine Knorr, Theresa Gering, Lea Schönefeld, Michelle Paluszkiewicz; vorn, v.l.: Mannschaftsleiter Danny Nas, Jasmin Heinz, Anne Löbnitz, Maria Pfüller, Wiebke Detjen, Patrizia Sturm, Juliana Maul, Sandra Kube, Trainer Sascha Meiner. (Foto: Torsten Biel)

Plotha - Steffen Baumgart hat es vorgemacht. Als Trainer führte der beim SC Magdeburg ausgebildete Handballer vor ein paar Jahren erst die Frauenmannschaft des HC Burgenland zum Gewinn des Meistertitels in der Mitteldeutschen Oberliga, um dann 2020 diesen Triumph auch mit den Männern zu wiederholen. Einer von Baumgarts Schützlingen, der bei diesem Coup vor anderthalb Jahren aktiv mithalf und nun auch zum aktuellen Drittliga-Team der Burgenländer gehört, geht nun einen ähnlichen Weg: Sascha Meiner - als Coach der HCB-Frauen, die am kommenden Sonnabend, 25. September, in Plotha gegen den TSV Niederndodeleben (Anwurf ist um 15 Uhr) in die neue Oberliga-Saison starten werden.

Gute Aufgabenteilung

„Der primäre Grund war, Spielertrainerin Jessica Stiskall zu entlasten, die das Team natürlich nicht optimal coachen kann, wenn sie selbst auf dem Parkett steht“, erklärt Meiner. Und nicht nur bei den Punktspielen teile man sich die Aufgaben. So übernimmt Stiskall das Training am Dienstag, und Meiner leitet die Einheit am Donnerstag - vor dem Training der Männer. „Wir besprechen gemeinsam die grundtaktische Ausrichtung und die Spielanlage, ergänzen uns dabei sehr gut. Und überhaupt ist das eine coole Truppe“, so der 32-Jährige, der 2008 mit der deutschen U-20-Nationalmannschaft Vizeeuropameister der Junioren wurde und im Männerbereich Zweitliga-Erfahrung in Delitzsch sammelte (Tageblatt/MZ berichtete).

Sascha Meiner sieht sein Engagement bei den Frauen als guten Einstieg ins Trainergeschäft, auch wenn er selbst noch als Aktiver auf Drittliga-Niveau unterwegs ist. „Ich freue mich, mein Handball-Know-how einbringen zu können. Ob vielleicht auch mein pädagogisches Geschick eine positive Rolle spielen kann, wird sich zeigen“, meint der zweifache Familienvater, der an einer Grundschule in Leipzig unterrichtet.

Neue mit Drittliga-Erfahrung

Wie Meiners sportliche Doppelbelastung an einem Wochenende aussehen kann, verdeutlicht ein Blick auf den Spielplan am 2. und 3. Oktober: Am Samstagabend gastieren die HCB-Frauen in Görlitz an der Grenze zu Polen, und am späten Sonntagnachmittag müssen die Burgenland-Männer in Northeim im südlichen Niedersachsen antreten. „Das wird sicher hart, aber mir macht dieser Nebenjob ja riesigen Spaß. Solange ich das alles mit den familiären Verpflichtungen vereinbaren kann, ist das schon in Ordnung.“

Um Sascha Meiners Engagement für seinen Club zu optimieren, wurden an gemeinsamen Heimspiel-Wochenenden die Partien der Frauen auf Samstagnachmittag gelegt. In vier von zehn Fällen passen die Termine zusammen, davon dreimal in der Hinrunde (siehe auch „Aufgebot und Termine der HCB-Frauen“). So kann der Leipziger am Nachmittag in Plotha coachen und am Abend in Hohenmölsen - die dortige Glückauf-Sporthalle ist ja bekanntlich bis Jahresende die Heimspielstätte der Burgenland-Männer - selbst auf Torejagd gehen. Zum ersten Mal ist dies am kommenden Wochenende möglich: mit dem Heimspiel-Doppelpack gegen Niederndodeleben beziehungsweise Anhalt Bernburg.

Im Kader der HCB-Frauen hat sich etwas weniger getan als bei den Männern. Rückkehrerin Marie Knappe hat sich beim Vorbereitungsturnier in Rückmarsdorf allerdings die Achillessehne gerissen und wird lange ausfallen. Neu im Team sind Torhüterin Wiebke Detjen und Lea Guderian, die beim SC Markranstädt bereits Drittliga-Erfahrung gesammelt haben. Guderian spielte vorher beim HC Leipzig und wurde beim Frankfurter HC ausgebildet.

Im oberen Tabellendrittel?

Mit elf Mannschaften ist die Mitteldeutsche Oberliga der Frauen am vergangenen Wochenende in die Saison 2021/22 gestartet; zum Auftakt war der HCB spielfrei. Über die Chancen seines Teams kann Sascha Meiner nur spekulieren. „Die guten Leistungen in den Testspielen, oft gegen Drittligisten, stimmen mich sehr optimistisch. Obwohl ich die Konkurrenz in der Liga natürlich nicht so gut kenne wie Jessica. Aber wenn wir unser Potenzial stabil abrufen und von weiteren schweren Verletzungen verschont bleiben, sollten wir zahlreiche Partien erfolgreich gestalten können.“ Soll heißen: Sascha Meiner traut den Burgenländerinnen eine Platzierung im oberen Drittel der Tabelle zu.

Aufgebot der HCB-Frauen:

Tor: Wiebke Detjen, Maria Pfüller

Feld: Jessica Stiskall (Rückraum Mitte/links), Marie Knappe (Rückraum Mitte), Lena John (Rückraum Mitte/Rechtsaußen), Theresa Gering (Rückraum Mitte/rechts), Sandra Kube (Rückraum rechts/ Rechtsaußen), Lea Guderian (Rückraum Mitte/links), Jasmin Heinz (Rückraum rechts/links), Anne Löbnitz (Kreis/Linksaußen), Michelle Paluszkiewicz (Kreis), Lea Schönefeld (Linksaußen), Patrizia Sturm (Rückraum links), Carmen Ringler (Rückraum Mitte/links/ rechts), Juliana Maul (Linksaußen/ Rückraum links), Celine Knorr (Linksaußen/Rechtsaußen)

Trainer-/Betreuerteam: Jessica Stiskall (Spielertrainerin), Sascha Meiner (Trainer), Danny Nas

Termine in der Hinrunde

Samstag, 25. September: 15 Uhr, Plotha: TSV Niederndodeleben

Samstag, 2. Oktober: 18 Uhr: Görlitzer HC (A)

Samstag, 9. Oktober: 15 Uhr, Plotha: Aufbau Altenburg

Sonntag, 17. Oktober: 13 Uhr: HC Leipzig II (A)

Sonntag, 7. November: 16 Uhr: HC Rödertal II (A)

Samstag, 20. November: 15 Uhr, Plotha: SG Apolda/Großschwabhausen

Samstag, 27. November: 17 Uhr: HSG Rückmarsdorf (A)

Sonntag, 5. Dezember: 16 Uhr, Plotha: HBV Jena 90

Sonntag, 16. Januar: 14.30 Uhr, Plotha: Dessau-Roßlauer HV

Sonntag, 23. Januar: 16 Uhr: BSG Aktivist Gräfenhainichen (A)

Die Rückrunde der Oberliga der Frauen beginnt am 29. Januar (da wird der HCB allerdings wie zum Saisonauftakt spielfrei sein) und endet am 29. Mai.

Ergebnisse des 1. Spieltags: Görlitz - Dessau-Roßlau 21:24, Leipzig II - Jena 26:25, Apolda/Großschwabhausen - Rückmarsdorf 35:29, Altenburg - Rödertal ausgefallen.