HC Burgenland

Auch Heinig macht weiter

Routinier hängt beim Drittligisten noch ein Jahr dran. Kaderplanungen sind damit so gut wie abgeschlossen. Meiner könnte zurückkehren.

Naumburg - Ein Mann, ein Wort! Zwar ist offiziell noch nichts unterschrieben, aber per Handschlag - wenngleich nur virtuell - hat er den Verantwortlichen des HC Burgenland bereits sein Okay gegeben: „Ja, ich verlängere um ein Jahr.“ Routinier David Heinig, der zusammen mit Kapitän Kenny Dober quasi den Senior-Chef im Team spielt (beide sind Jahrgang 1989), wird dem Drittligisten also mindestens eine weitere Saison erhalten bleiben. Damit sind die Kaderplanungen des HCB für das bevorstehende Spieljahr 2021/22 so gut wie abgeschlossen.

„Wir sind sehr froh, dass sich Dave entschieden hat, bei uns zu bleiben. Wir brauchen ihn nicht nur als zentrale Gestalt in der Abwehr und als Rückraumshooter, sondern auch, um unsere Mannschaft, die wir weiter verjüngen, mit seiner Erfahrung und seiner Ruhe zu führen“, so Trainer Steffen Baumgart. Der 31-jährige Heinig hatte sich Bedenkzeit erbeten; er hofft - wie übrigens der Verein auch -, dass die dritte Liga in der kommenden Saison in verkleinerten Staffeln spielen wird. Damit würde die Belastung geringer, und man wäre vor weiteren unerwarteten Einschränkungen während der Corona-Krise besser gefeit.

Verlängert hatten die Burgenländer zuvor schon die Verträge mit den Torhütern Hendrik Halfmann, Max Neuhäuser und Marius Göbner, mit Kapitän und Linksaußen Kenny Dober, mit den Rückraumspielern Florian Pfeiffer, Marcel Popa und Stephan Meyer, mit Rechtsaußen Philipp Große, mit Linkshänder Erik Stepan sowie mit Kreisläufer Chris Hoffmann. Der Vertrag von Tom Hanner hatte ohnehin eine Laufzeit bis 2022 gehabt. Hannes Zerrenner, Daniel Zele und Niklas Hagenow werden indes nicht mehr für den HCB spielen (Tageblatt/MZ berichtete).

Noch viele Unklarheiten

Neu verpflichtet haben die Burgenländer für die Saison 2021/22 Kreisläufer Mirco Fritzsche und Rückraumspieler Kevin Szep-Kis (beide Jahrgang 2000). Sie gehören aktuell noch zum Aufgebot der zweiten Mannschaft des Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Die Suche nach einem Linkshänder für den Rückraum hat HCB-Präsident Uwe Gering inzwischen für beendet erklärt. Auch Coach Baumgart sagt, „dass wir da mit insgesamt fünf Männern gut aufgestellt sind“. Versucht werde weiterhin, Janko Pesic als Back-up für Philipp Große auf der Rechtsaußenposition zu verpflichten. Der Serbe spielt zurzeit in der ersten Liga seines Heimatlandes die laufende Saison zu Ende. Es sei aber schwierig, für Pesic eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland zu erhalten. Man bemühe sich weiter, ihm eine berufliche Perspektive in Form einer Ausbildungsmöglichkeit zu verschaffen, berichtet Clubchef Gering.

Wir sind sehr froh, dass sich Dave entschieden hat, bei uns zu bleiben.

Trainer Steffen Baumgart

Als möglichen Ersatz für Hendrik Taube - der Linksaußen arbeitet nach einem Kreuzbandriss derzeit an seinem Comeback, allerdings ist der Zeitpunkt seiner Rückkehr ungewiss - hat der HCB einen alten Bekannten im Auge: den Leipziger Sascha Meiner, der in der Aufstiegssaison 2019/20 bereits zum Aufgebot der Burgenländer gehört hatte. Der frühere Junioren-Vizeeuropameister war zuletzt wieder für die SG LVB Leipzig aktiv und kann dank seiner Ausbildung und Erfahrung beinahe auf jeder Position spielen. Meiner - ein im positiven Sinne Handballverrückter und in der Messestadt fast schon eine Art Legende - scheint jedenfalls bereit für eine Rückkehr nach Naumburg zu sein.

Die abgebrochene Handballsaison 2020/21 - in der dritten Liga und auch in der Sachsen-Anhalt-Liga, wohin die HCB-Zweite aufgestiegen war, gibt es keine Absteiger - hat den beiden höchstklassigen Männermannschaften der Burgenländer zwar den Klassenerhalt beschert. Was sie aber nicht bieten konnte, waren Spielmöglichkeiten für die Weiterentwicklung der Akteure. „Nehmen wir mal unseren jungen Linkshänder Erik Stepan“, sagt Steffen Baumgart. Er habe ein gutes Potenzial, brauche aber dringend Spielpraxis, um voranzukommen und Defizite abzubauen. „Wir hätten ihm sehr gern Einsatzchancen in unserer Reserve gegeben, aber auch das war ja leider nicht möglich“, so der Coach. Im Kleingruppentraining, das den als Profisportler eingeordneten Drittligisten ja in den vergangenen Wochen und Monaten bereits vor den jüngsten Lockerungen im Breitensport möglich war, habe Stepan viel Ehrgeiz an den Tag gelegt.

Was das bevorstehende Spieljahr betrifft, ist derzeit noch viel im Unklaren. „Einerseits konnten wir die lange Zwangspause zur Kaderplanung nutzen, und wir werden auch der Vorbereitung einen gewissen Rahmen mit einigen Variablen geben können. Aber ansonsten sehe ich ganz viele Unwägbarkeiten“, blickt Steffen Baumgart voraus. „Ist es möglich, uns mit ausreichend Selbsttests auszustatten? Wie geht es mit den Impfungen voran? Können auch die Athleten und der Trainerstab noch vor Saisonbeginn immunisiert werden? Wie können wir uns gegen alle möglichen Eventualitäten absichern?“ Und diese Fragen des HCB-Coaches betreffen nur die Begleitumstände des Sports. Unklar ist auch, wann das Spieljahr überhaupt beginnen wird und in wie vielen Staffeln mit welcher Stärke gespielt werden wird. Und wohin wird es dann die Burgenländer verschlagen? Erneut in die Region Nord-Ost mit den erhofften Derbys gegen Anhalt Bernburg sowie die Bundesliga-Reserven des SC Magdeburg, des SC DHfK Leipzig und der Füchse Berlin? „Ich hoffe sehr, dass der Deutsche Handballbund darauf schnell Antworten liefern kann“, sagt Baumgart.

Aufsteiger aus der Oberliga?

Indes haben vier Männerteams aus der bisherigen Nord-Ost-Staffel der dritten Liga für den DHB-Ligapokal gemeldet. In der Gruppe Nord dieser freiwilligen Runde spielen ab dem morgigen Sonnabend, 10. April, auch die bisherigen HCB-Kontrahenten Oranienburger HC, Füchse Berlin II, SC Magdeburg II und TSV Altenholz.

Eine interessante Meldung kommt indes aus der Mitteldeutschen Oberliga, deren Meister der HCB im vergangenen Jahr geworden war: Wie es heißt, sollen der SV Plauen-Oberlosa und die SG Pirna/Heidenau für die dritte Liga gemeldet haben und nun eine Aufstiegsrelegation gegeneinander bestreiten. Zum Zeitpunkt des offiziellen Saisonabbruchs in der hiesigen Oberliga Mitte Februar nach fünf beziehungsweise sechs ausgetragenen Spielen lag Plauen-Oberlosa mit 9:1 Punkten an der Spitze, und Pirna/Heidenau (8:4) war Dritter hinter Freiberg (9:3). Das abgebrochene Oberliga-Spieljahr wird nicht gewertet; es gibt demnach auch keine Absteiger - aber offenbar einen Aufsteiger. (Torsten Kühl)