Auch die Defekt-Hexe ärgert Billrodaer Enduro-Piloten

Apolle im portugiesischen Corona-Chaos

WM-Auftakt mit Hindernissen: Modus geändert, keine Punkte.

Von Torsten Kühl
Enduro-Pilot Tim Apolle aus Billroda wurde beim eigentlichen WM-Auftakt  in Portugal von einem Kupplungsschaden ausgebremst. Die ersten Wertungspunkte werden frühestens im Juli in Italien vergeben.
Enduro-Pilot Tim Apolle aus Billroda wurde beim eigentlichen WM-Auftakt in Portugal von einem Kupplungsschaden ausgebremst. Die ersten Wertungspunkte werden frühestens im Juli in Italien vergeben. (Foto: Baur-Gruppe)

Porto/Billroda - Auf den ersten Blick könnte man Tim Apolles Portugal-Trip unter „Außer Spesen nichts gewesen“ verbuchen. Schließlich verlief der Auftakt zur neuen Hard-Enduro-Weltmeisterschaft des Motorsport-Verbandes FIM mit dem 24-jährigen Billrodaer im Elitefeld (Tageblatt/MZ berichtete im Vorfeld) so überhaupt nicht nach den Vorstellungen der Fahrer und der Organisatoren. Zunächst musste pandemiebedingt der Prolog, der bei diesem „XL Lageres“ genannten Wettbewerb in der Altstadt von Porto vor großem Publikum hätte stattfinden sollen, in einen Wald verlegt werden.

Im Enduro braucht es aber die Kupplung, um das Vorderrad anzuheben. Nur sauber fahren, ohne Druck machen zu können, reicht da eben nicht.

Tim Apolle

Dann wurde entschieden, dass das eigentliche, sechs Stunden lange Hauptrennen nicht im geplanten Modus ausgetragen werden kann, weil zu viele Fans den Weg zur Strecke gefunden hätten - in Corona-Zeiten nicht umzusetzen. Deshalb wurde im Wald ein umzäunter Parcours aufgebaut. „Mir kam die kurzfristige Änderung entgegen, denn das Super-Enduro-Format, das dort gefahren wurde, ist ja eigentlich genau mein Metier. Doch während dieses Zeittrainings war der Druckpunkt meiner Kupplung plötzlich komplett weg“, berichtet Tim Apolle. „Im Enduro braucht es aber die Kupplung, um das Vorderrad anzuheben. Nur sauber fahren, ohne Druck machen zu können, reicht da eben nicht.“ Dadurch belegte Apolle in der Qualifikation lediglich Platz 22, und er musste am Sonntag im Hauptrennen in der B-Gruppe starten. „In dieser gewann ich alle drei Wertungsläufe und fuhr auch gute Zeiten. Umso ärgerlicher war, dass mir der technische Defekt in der Quali, den wir inzwischen allerdings behoben haben, die Chance auf mehr geraubt hat“, so der 24-jährige angehende Lehrer.

Für Apolle und seine Konkurrenten gab es noch zwei weitere Hiobsbotschaften: WM-Punkte durften wegen der kurzfristig notwendigen Modusänderungen in Portugal nicht vergeben werden, und der nächste Weltmeisterschaftslauf, das Red Bull Erzbergrodeo Anfang Juni in Österreich, ist inzwischen abgesagt worden. „Hoffentlich wird das Event am 10./11. Juli in Italien stattfinden“, so der Billrodaer. Auch der Auftakt zur Deutschen Meisterschaft wurde in den Juli verschoben.