Impfdurchbrüche vor allem bei Älteren

Wegen Belastung durch Coronainfektionen: Basedow-Klinikum verschiebt nicht notwendige Eingriffe

Von Robert Briest 11.11.2021, 10:29
Carl-Basedow-Klinik in Merseburg muss nicht nötige Operationen wegen der Coronabelastung verschieben.
Carl-Basedow-Klinik in Merseburg muss nicht nötige Operationen wegen der Coronabelastung verschieben. (Foto: Peter Wölk)

Merseburg/MZ - Das Basedow-Klinikum hat angesichts der wachsenden Belastung durch die Coronapandemie wieder damit begonnen, einige nicht dringend notwendige Behandlungen zu verschieben. Dies berichtete der Ärztliche Direktor Roland Prondzinsky. Demnach beträfen die Einschränkungen zunächst Therapien für chronische Schmerzpatienten sowie einen kleinen Teil der Geriatrie. „Wir haben uns sehr bemüht, um Einschränkungen bei anderen Behandlungen und Operationen noch zu vermeiden.“

Derzeit reiche noch die im Sommer umgebaute Isolierstation für die Covid-Fälle

Die Einschränkung der elektiven Behandlungen soll dazu dienen, Personal für die Versorgung von Covid-Patienten freizustellen. Diese erfolgt unter Vollschutz und sei daher deutlich aufwendiger, erläuterte Prondzinsky.

In der Hochphase der zweiten Welle im vergangenen Winter hatte das Klinikum Merseburg den sonstigen Betrieb bis auf die Geburtenstation komplett runtergefahren. Damals gab es phasenweise vier Covid-Stationen im Haus. Laut Prondzinsky reicht derzeit noch die im Sommer umgebaute Isolierstation für die Covid-Fälle. Seine Betonung lag allerdings auf noch.

Belastung durch Coronainfektionen: Impfdurchbrüche bei Älteren und ein Drittel nicht geimpft

Landrat Hartmut Handschak (parteilos) hatte bereits vergangene Woche gewarnt: Die Situation im Klinikum sei schlimmer als vor Jahresfrist. Damals wurden Anfang November weniger Covid-Patienten im Basedow behandelt als heute. In diesem Herbst kommt hinzu, dass das Klinikum durch eine ungewöhnliche Häufung von Notfallpatienten bereits ohne Covid-19 stark ausgelastet ist.

Zudem lag der Inzidenzwert damals noch weit unter 100. Am Mittwoch erreichte er dagegen 319. Heute sind zwar größere Teile der Bevölkerung gegen das Virus geimpft, aber etwa ein Drittel nicht – und es kommt zu Impfdurchbrüchen, die teils auch im Krankenhaus behandelt werden müssen. Laut Prondzinsky ist von den aktuell behandelten Covid-Patienten auf der Normalstation etwa die Hälfte doppelt geimpft.

Kein Besuchsverbot - Booster scheint zu wirken

Von den vier Patienten auf der Intensivstation seien drei nicht geimpft. Nach Einschätzung des Ärztlichen Direktors betreffen die Impfdurchbrüche vor allem ältere Patienten aus Heimen. Dort laufen derzeit die Booster-, also die Auffrischungsimpfungen. Dreifachgeimpfte mussten laut Prondzinsky bisher nicht behandelt werden.

Zahlen aus Sachsen zeigen, dass das Infektionsrisiko ohne Impfung weiterhin deutlich höher ist. Der Inzidenzwert der Ungeimpften liegt dort aktuell fast zehnmal so hoch wie der der Geimpften. Angesichts der vielen Covid-Fälle haben erste Leipziger Kliniken Besucherstopps verhängt. Im Basedow ist dies laut Landrat derzeit noch nicht angedacht.