„Literatur soll anregen und unterhaltsam sein“

Schriftsteller Jürgen Jankofsky stellt seinen neuen Buchband in Merseburg vor

Warum die Dokumente einzigartig sind.

Von Luisa König 15.10.2021, 11:24 • Aktualisiert: 15.10.2021, 12:21
Jankofsky hält stolz die Originaldokumente Paul Kundts in der Hand.
Jankofsky hält stolz die Originaldokumente Paul Kundts in der Hand. Foto: L. König

Merseburg/MZ - Passend zum Motto „Fabriken, Kirchen, Bibliotheken“ findet das Vorprogramm der 30. Landesliteraturtage im Merseburger Dom statt. Schriftsteller Jürgen Jankofsky und sein alter Freund Joachim Bunk, besser bekannt als „Drehorgel-Mucky“, leiten den Abend musikalisch ein.

Schriftsteller Jürgen Jankofsky stellt seinen neuen Buchband vor: „Literatur soll anregen und unterhaltsam sein“

Im Anschluss liest der gebürtige Merseburger aus seinem neuen Band vor, der nächstes Jahr erscheint. Schreibt er doch sonst über hohe Herren, wie Bischöfe, Herzöge oder Könige, legt er seinen Schwerpunkt im neuen Band auf Menschen aus dem Alltag. Jankofsky porträtiert mit seiner spitzen und humorvollen Art verschiedene Merseburger Persönlichkeiten. Darunter Paul Kundt, Mutter Schinke, Siegfried Adolf Meißner und Werner Wolf.

Beim Verfassen der Texte hat Jankofsky immer eine Sache im Hinterkopf: „Literatur soll anregen und unterhaltsam sein.“ Das merkt man während der Lesung auch. Hin und wieder erklingen Lacher und anschließend Applaus aus dem Publikum. Als Höhepunkt des Abends erfolgte eine Übergabe von Originaldokumenten Paul Kundts an das Merseburger Domstiftsarchiv. Kundt war ein Autor, der unter anderem die „Merscheborcher Babeleien“ schrieb und als „Baul von der Soale“ bekannt war.

Direkter Einblick in die DDR

„Ich vergebe hier hoch wertvolle Dokumente“, so der Schriftsteller. Sie stammen aus erster Hand sowohl von ihm als auch von Joachim Bunk, der Paul Kundt noch persönlich kannte und gut mit ihm befreundet war. Neben weiteren Tagebucheinträgen wird auch der Reisepass überreicht.

Lisa Osterburg ist als Vertreterin des Domstiftarchives vor Ort und schätzt es sehr, die Dokumente entgegen zu nehmen. „Das ist ein ganz besonderer Schatz. Paul Kundt liefert uns einen direkten Einblick in die DDR-Zeit. Und das auf eine kritische, humorvolle, aber auch sehr intelligente Art.“ Die Dokumente werden nun von der Stiftung gesichtet, und alle weiteren Vorhaben werden anschließend geplant.

„Ich fühle mich immer wohl vor Publikum“

Auch Roland Striegel, Vorsitzender des Merseburger Stadtrates, ist dankbar über diese Schätze. Er begleitete die Lesung aus den Zuschauerreihen und verließ die Veranstaltung nicht, ohne noch ein Buch mitgenommen zu haben. Für seine Arbeit könne er so immer durch das Buch blättern und neue Dinge erfahren. Striegel interessiert sich für die Stadt und deren Geschichten. Er ist dankbar, dass sich Menschen mit der Heimat beschäftigen und ihre eigenen Erlebnisse mit den nachkommenden Generationen teilen.

Nach der Lesung war Jankofsky zufrieden. „Ich fühle mich immer wohl vor Publikum.“ Eine nächste ganz besondere Show ist für den 30. Oktober im Kulturverein Oelgrube geplant. Der Schriftsteller war früher auch Rockmusiker und wird dort gemeinsam mit der Band von Paul Bartsch auftreten. Sein neues Buch „Session“, was dort vorgestellt wird, handelt von seinen Erfahrungen in der Welt des Rocks. Zudem gibt es diesen Sonntag eine weitere Lesung Jankofskys. Diese wird um 10 Uhr im Merseburger Petrikloster stattfinden.