29. Blumenschmuckwettbewerb

Merseburg sucht erneut nach dem schönsten Blumenschmuck in der Stadt

Die Jury des 29. Blumenschmuckwettbewerb besucht die häusliche Oase Ingrid Rudolph.

Von Jakob Milzner
Farbenprächtig hat Ingrid Rudolph (links) ihren Balkon bepflanzt. Rechts Verena Peschke vom städtischen Grünflächenamt.
Farbenprächtig hat Ingrid Rudolph (links) ihren Balkon bepflanzt. Rechts Verena Peschke vom städtischen Grünflächenamt. (Foto: Jakob Milzner)

Merseburg/MZ - Umgeben von grünen, roten, zartrosa und gelben Farbtupfern steht Ingrid Rudolph auf ihrem Balkon, über ihr ein hellblauer Himmel, beschnitten nur von einer schattenspendenden Markise in fast demselben sommerlichen Ton. Hängegeranien, Begonien und Weihrauch wachsen in den Blumenkästen vor ihr und neigen ihre Blüten der Sonne entgegen. „Dazu ist ja ein Balkon gedacht“, sagt die 82-jährige mit den hellgrauen Haaren und den feinen Lachfalten im fröhlichen Gesicht. „Das blüht bis in den Herbst hinein, bis in den November.“

Mersburg sucht erneut nach dem schönsten Blumenschmuck in der Stadt

Der Balkon von Ingrid Rudolph ist einer jener Orte, die eine Jury des städtischen Grünflächenamtes begutachtet, um Merseburgs schönsten Blumenschmuck zu finden. Neben Balkonen inspiziert das Dreiergespann aus Verena Peschke, Wolfgang Däne und Silvio Jackel auch Vorgärten. Für beide Disziplinen haben sie eigens aufgestellte Kriterien, nach denen sie die aufgesuchten Orte beurteilen. Wie harmonisch ist der Gesamteindruck? Wie steht es um die Pflege der Balkonkästen, das Wachstum und den Blütenreichtum der Pflanzen? Und wie bienenfreundlich ist die Bepflanzung?

Hier habe sich einiges entwickelt, sagt Wolfgang Däne: „Wir freuen uns darüber, dass auch etwas für die Insekten getan worden ist. Wir haben viele Balkonkästen gesehen mit insekten- und bienenfreundlicher Bepflanzung.“ Letztlich ist das aber nur eines von sechs Kriterien, die in die Gesamtnote einfließen. Auch besondere Leistungen, wie etwa die Bepflanzung von Ampeln oder Klettergerüsten, honoriert die Jury mit zusätzlichen Punkten.

Im August wird zweite Inspektion der zur Auswahl stehenden Balkone und Vorgärten stattfinden

In Pandemiezeiten hätten sich die Menschen stärker als zuvor um die Begrünung ihrer Häuser gekümmert, meint Wolfgang Däne: „Balkonien hat zugenommen.“ Wichtig sei es ihm, dass es sich bei dem Wettbewerb um ein Projekt handelt, das sich an alle Merseburger wendet. Er wünsche sich, „dass die Bürger mitziehen - für sich selbst, aber auch für die anderen Bürger von Merseburg.“

Im August wird eine zweite Inspektion der zur Auswahl stehenden Balkone und Vorgärten stattfinden, dann im September soll die Auszeichnung jeweils der besten Drei erfolgen. Zurück auf dem Balkon von Ingrid Rudolph. Hier sei es auch im Winter noch farbenfroh, sagt sie. Dann begrüne sie die Balkonkästen mit Heidekraut, Tannenzweigen und getrockneter Schafsgabe - „das belebt“, sagt sie mit einem Zwinkern in den Augen.