„Wir sehen uns als Freunde“

In diesem Laden in Merseburg gibt es bald den richtigen Yaprak-Dönerspieß

Neue Wände, neue Gerichte, neues Potenzial: Der Gastronom Ferhat Emer hat seinen Laden in Merseburg von Grund auf modernisiert.

Von Jakob Milzner
Ferhat Emer in seinem Laden. Bald soll noch ein dritter Spieß mit traditionellem „Yaprak-Döner“ hinzukommen.
Ferhat Emer in seinem Laden. Bald soll noch ein dritter Spieß mit traditionellem „Yaprak-Döner“ hinzukommen. (Foto: Jakob Milzner)

Merseburg/MZ - „Wir sehen uns als Freunde“, sagt Ferhat Emer, und meint damit seine Kunden. „Und die Freundschaft wollen wir auch so zeigen, dass die Leute uns gerne hier besuchen, als wären sie zuhause.“ Damit sich seine Gäste zukünftig noch mehr zuhause fühlen, haben er und die drei Mitarbeiter den Laden in der Kleinen Ritterstraße 18 nun von Grund auf erneuert.

Noch hängt zwar die alte Speisekarte an der Wand und auch die neu verlegten Stromkabel sind noch nicht alle angeschlossen. Doch nun soll alles schnell gehen. In zwei Wochen, schätzt der 43-Jährige, werde die Sanierung abgeschlossen sein. „Ich habe den Laden komplett verändert“, sagt er. „Und das hat gut geklappt.“

Tatsächlich ist wenig unverändert geblieben. Die alte Holzterrasse haben sie eingeglast, neuen Boden verlegt und neue Wände gezogen. „Vorher waren alle Türen Garagentüren aus Metall“, erzählt Emer. „Jetzt ist alles sauber und sieht viel besser aus. Und das macht den Leuten Spaß, die kommen mit Liebe rein“, ergänzt er.

„Die Straße hier ist denkmalgeschützt“

Wichtig sei ihm gewesen, dass sich die Veränderungen gut in das Stadtbild fügten. „Denn die Straße hier ist denkmalgeschützt“, sagt der Gastronom, „da muss man aufpassen, dass man nichts kaputt macht.“ Also habe er die Leute nach ihrer Meinung gefragt und die hätten ihm geraten, den Laden so umzubauen, wie er es nun getan hat. „Das ist auch für die Stadt besser, weil sehr viele Menschen hierher kommen, vor allem Touristen“, sagt Emer. „Und ehrlich gesagt: Das Geschäft ist vorher im Schatten geblieben, es war einfach zu alt.“

Neben den neuen Räumlichkeiten soll sich auch das Angebot verändern. Bald gebe es hier Pizza zu kaufen, sagt Emer, und in einem Monat soll sich ein dritter Dönerspieß in seinem Laden zu drehen beginnen. Konkreter: Ein Yaprak-Dönerspieß.

„Da willst du unbedingt gleich reingehen und probieren!“

„Yaprak“ ist Türkisch und bedeutet „Blatt“. Im Gegensatz zum in Deutschland weit verbreiteten Döner aus Hackfleisch, besteht ein traditioneller Yaprak-Dönerspieß aus geschichtetem Muskelfleisch. „Das ist nur Scheibenfleisch - kein Gehacktes, nur Kalbfleisch. Den Yaprak-Döner kann ich allen Leuten empfehlen, das ist wirklich ein richtiger Döner. Alle machen Döner, aber nicht den wirklich richtigen“, sagt Ferhat Emer.

Als Gastronom ist er nah an aktuellen Trends dran. So steige die Nachfrage an vegetarischen und veganen Speisen, berichtet er. Besonders schätze er selbst aber die eigenen Soßen: „Da brauchst du kein Fleisch, keinen Salat - einfach aufs Brot schmieren.“ Nun freut er sich auf die Arbeit in seinem neuen Laden: „Wenn man reingeht, merkt man sofort die freundliche, warme Luft, und die brauch man auch. Das macht direkt Appetit. Da willst du unbedingt gleich reingehen und probieren!“