Drohanruf in Merseburg

Drohanruf in Merseburg: Polizei gibt Entwarnung nach Bombendrohung

Merseburg - Ein Anrufer bei der Leitstelle der Feuerwehr in Merseburg hat gedroht, das Jobcenter und das Amtsgericht in Merseburg in die Luft zu sprengen.

Von Melain van Alst 31.03.2017, 12:56

Für einen Großeinsatz hat am Freitagmorgen eine Bombendrohung in Merseburg gesorgt. Gegen 9.30 Uhr war ein  Anruf bei der Kreisleitstelle eingegangen. Der Anrufer  hatte gedroht, die Gebäude des Jobcenters, in der auch die Arbeitsagentur ihren Sitz hat, und das Amtsgericht mit einer Bombe in die Luft zu sprengen, sagt Jürgen Müller, Sprecher des Polizeireviers Saalekreis. Beide Gebäude liegen an der Geusaer Straße in Merseburg.

Bombendrohung in Merseburg: Gebäude wurden evakuiert

Die Bomben sollten laut Anrufer um 9.45 Uhr explodieren. Die Zeit verstrich ohne eine Explosion.
Währenddessen waren die Verantwortlichen in den Gebäuden von der Leitstelle informiert und zur Räumung aufgefordert worden. „Im Amtsgericht wurden 70 Menschen in Sicherheit gebracht, im Jobcenter sowie Arbeitsagentur 200“, so Müller. In beiden Gebäuden griffen innerhalb weniger Minuten die vorliegenden Notfallpläne für eine solchen Fall.
Mit einer leuchtenden Weste stand Leiter Gert Kuhnert am späten Vormittag vor dem Jobcenter. Bombendrohungen dieser Art sind selten. „Vor Jahren hat es das mal gegeben“, erinnerte er sich. Nicht selten sind dagegen Drohungen gegen seine Mitarbeiter. Die hätten in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. „Aber das hier ist schon was anderes“, fügt Kuhnert hinzu.

Jährlich gibt es Übungen, die die Mitarbeiter des Jobcenters auf dieses Szenario vorbereiten sollen. Aus der Übung wurde am Freitag Realität. Etagenweise wurde das Jobcenter evakuiert, so Kuhnert. Auf jeder Etage gebe es einen Verantwortlichen, der dafür sorgt, dass keiner in den Räumen zurückbleibt. „Außerdem gibt es bei jedem Notfall Verschiedenes zu beachten“, so Kuhnert weiter. Bei einer Bombendrohung  sollen zum Beispiel die Fenster geöffnet werden, um im Falle einer Detonation den Druck rauszulassen.

Bombendrohung in Merseburg: Spürhunde durchsuchten die Gebäude

Die Mitarbeiter hätten sich am Freitag an den vorgesehenen Punkten gesammelt und wurden anschließend nach Hause geschickt. Jobcenter und Arbeitsagentur haben an diesem Tag den Betrieb nicht mehr aufgenommen. Das Jobcenter hatte am Morgen noch regulär um 8 Uhr geöffnet und Kunden empfangen. Gerade über die Monatswechsel sei eigentlich immer sehr viel Betrieb beim Jobcenter, sagte Sprecherin Ines Stöbe.  

Großräumig wurden beide Gebäude an der Geusaer Straße abgesperrt und gesichert.  Mit Spürhunden wurde erst das Amtsgericht, später das Jobcenter durchsucht. Kurz nach 13 Uhr dann die endgültige Entwarnung: In keinem der Gebäude wurden verdächtige Gegenstände gefunden.  „Um 11.30 Uhr wurde der Betrieb im Amtsgericht wieder aufgenommen“, so Polizeisprecher Jürgen Müller.
Darüber hinaus ermittelt die Polizei nun gegen den Anrufer. Dabei werde man den  nruf überprüfen und nach weiteren Anhaltspunkten suchen. „Wir werden  mit den Betroffenen reden und schauen, ob in den vergangenen Tagen  und Wochen jemand auffällig geworden ist“, so Müller. (mz)