Ottonenland Sachsen-Anhalt

Ausstellung in der Merseburger Stadtkirche gibt Einblicke in die Regionalgeschichte

Von Diana Dünschel
Eine Ausstellung zum Ottonenland ist in der Stadtkirche zu sehen.
Eine Ausstellung zum Ottonenland ist in der Stadtkirche zu sehen. Foto: Dünschel

Merseburg/MZ - 955 besiegte Otto der Große die Ungarn. Im Vorfeld der Schlacht hatte er ein Gelübde abgelegt. Bei einem Sieg würde er in Merseburg ein Bistum gründen. Otto löste sein Versprechen ein. Am Ende seiner Herrschaft hielt er dann in Merseburg einen Hoftag ab, bei dem sogar Kalifen aus dem Orient zu Gast waren.

Deshalb ist Merseburg einer der Orte im Ottonenland Sachsen-Anhalt. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei eine am Donnerstag in der Stadtkirche eröffnete Ausstellung empfohlen. Das Zentrum für Mittelalterausstellungen in Magdeburg hat sie konzipiert. Nach 13 Stationen im In- und Ausland macht sie hier für mehrere Monate halt. „Wir möchten mit der Schau deutlich machen, auf was für einem geschichtsträchtigen Boden wir uns in Merseburg befinden“, sagte Domprediger Bernhard Halver.

Ausstellung in der Merseburger Stadtkirche gibt Einblicke in die Regionalgeschichte

Sascha Bütow, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Mittelalterausstellungen, ergänzte, die Schau wolle zu einem tieferen Verständnis regionaler Geschichte beitragen. Er wünschte den Besuchern „viele neue Erkenntnisse“. Und er wies auf den Zusammenhang zwischen dem Patron der Stadtkirche, die ja St. Maximi heißt, und Otto II. hin: Dieser brachte im zehnten Jahrhundert Reliquien des Priesters Maximus, der den Märtyrertod fand, nach Merseburg in dieses Gotteshaus.

Dass der Dom noch ottonische Spuren aufweist und warum der Domstift im Besitz eines sogenannten „Ottomantels“ aus rotem Seidensamt aus dem zehnten bis zwölften Jahrhundert ist, all das und noch viel mehr ist von sofort an bis Ende Oktober in der Ausstellung zu erfahren. Man kann sie besichtigen während der Öffnungszeiten der Stadtkirche am Dienstag und Donnerstag sowie nach vorheriger Anmeldung.