75 Jahre Defa-Film

Ausstellung für Cineasten eröffnet in Merseburg

Zum 75. Jubiläum der Defa zeigen Mitglieder des Merseburger Kunstvereins im Tiefen Keller ihre Arbeiten.

Von Diana Dünschel
Diesen beiden  Ausstellungsstücke beschäftigen sich jeweils mit den Defa-Indianerfilmen. Links hat sich Gunther Eckhardt mit ?Die Söhne der großen Bärin? künstlerisch auseinandergesetzt. Rechts hat Claudia Gabriele Meinicke den ?Weitspähenden Falken? Gojko Mitic aus dem Film ?Weiße Wölfe? in Acryl auf Jute verewigt.
Diesen beiden Ausstellungsstücke beschäftigen sich jeweils mit den Defa-Indianerfilmen. Links hat sich Gunther Eckhardt mit ?Die Söhne der großen Bärin? künstlerisch auseinandergesetzt. Rechts hat Claudia Gabriele Meinicke den ?Weitspähenden Falken? Gojko Mitic aus dem Film ?Weiße Wölfe? in Acryl auf Jute verewigt. Foto: Diana Dünschel

Merseburg - Sie konnten nicht im März stattfinden. Auch der Ersatztermin jetzt im Juni musste abgesagt werden. Doch Halina Czikowsky vom Förderverein Kino Völkerfreundschaft Merseburg sagt: „Die 16. Merseburger Defa-Filmtage werden 2021 durchgeführt, so wie das Programm geplant war.“ Anfang Juli gebe es dazu ein Treffen.

Zum 75. Jubiläum der Defa zeigen Mitglieder des Merseburger Kunstvereins ihre Arbeiten

In der Zwischenzeit ist die Domgalerie Tiefer Keller Gastgeber für die „Filmkulisse Mitteldeutschland“. So heißt eine Ausstellung des Merseburger Kunstvereins zum 75. Jubiläum der Defa, die leider ohne Vernissage eröffnen musste und nun bis Monatsende zu sehen ist. Die Mitglieder haben sich dabei mit Filmen, die von 1950 bis 1991 entstanden, und ihren Drehorten künstlerisch auseinandergesetzt.

Inspiriert vom in den Leuna-Werken gedrehten „Rat der Götter“ zeigt zum Beispiel der ehemalige Chemiker Gunther Eckhardt digital bearbeitete Fotos der Industrieanlagen sowie eine großformatige Acrylarbeit. „Hauptmann Florian von der Mühle“ mit Manfred Krug entstand unter anderem in Naumburg und Freyburg. Der Merseburger Künstler Peter Loose zeigt in Pastellen und Radierungen, wie schön es in diesen beiden Städten ist. Franz Güttel beschäftigte sich mit den Märchen „Frau Holle“ und „Die vertauschte Königin“ und schuf zwei Plastiken dazu. Keramiken oder digital bearbeitete Fotocollagen wählten andere Vereinsmitglieder aus, um diese zur Schau beizutragen.

Ausstellung durch Unterstützung des Fördervereins Kino Völkerfreundschaft möglich

Und wem die Filmtitel nicht geläufig sind, dem wird mit Filmheften und -plakaten auf die Sprünge geholfen. Zudem gibt es Kurzfassungen zum jeweiligen Inhalt des Streifens. Dies sei durch Unterstützung des Fördervereins Kino Völkerfreundschaft möglich geworden, der sowohl sein Archiv öffnete als auch finanziell beim Erwerb von Bildrechten half, erfährt der Besucher.

Galerie-Chef und Vereinsvorsitzender Holger Leidel ist jedenfalls glücklich, wieder zu einer Ausstellung einladen zu dürfen. Auch sein Gästebuch weist seit 2019 eine große Lücke auf. Nun gibt es endlich den ersten neuen Eintrag: „Jede Geschichte neu erleben, danke für eine einzigartige Betrachtungsmöglichkeit“, ist da zu lesen. (mz)