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Intel-Manager hofft auf rasche Genehmigungen für Fabrik in Magdeburg

Eamonn Sinnott soll den Bau der Chipfabriken in Magdeburg betreuen. Der Intel-Manager will seine Erfahrungen aus dem irischen Leixlip in Deutschland einbringen. Ab dem nächsten Jahr soll in der Landeshauptstadt gebaut werden.

11.05.2022, 13:43
Eamonn Sinnott, General Manager Intel Irland, soll den Bau der Chipfabriken des US-Chipherstellers in Magdeburg phasenweise betreuen. Foto: Christopher Kissmann/
Eamonn Sinnott, General Manager Intel Irland, soll den Bau der Chipfabriken des US-Chipherstellers in Magdeburg phasenweise betreuen. Foto: Christopher Kissmann/ dpa

Magdeburg/dpa - Beim Bau der geplanten Halbleiterwerke in Magdeburg setzt Intel auf eine erfahrene Führungskraft aus Irland. General Manager Eamonn Sinnott kommt dafür phasenweise nach Deutschland, wie er am Rande einer Delegationsreise von Politikern aus Sachsen-Anhalt sagte. Die neuen Fabriken des US-Chipherstellers in Magdeburg sollen nach dem Vorbild des irischen Standorts Leixlip gebaut werden, wo Sinnott seit vielen Jahren tätig ist.

Die Ansiedlung von Intel sei für die Region eine außergewöhnliche wirtschaftliche Chance, so Sinnott. Er hoffe, «dass die Leute begeistert sind». In Irland liege der Beitrag Intels für die irische Wirtschaft bei rund 2,7 Milliarden Euro pro Jahr, betonte er.

Leixlip als Vorbild

Der Manager hofft nun auf schnelle Genehmigungsverfahren, um mit dem Bau in Magdeburg beginnen zu können. Vorbild dafür ist eine Megafabrik, die aktuell in Leixlip fertiggestellt wird. Inwiefern Krisen wie der Krieg in der Ukraine die Investitionen in Deutschland behindern könnten, ließ Sinnott offen. Es sei in jedem Fall wichtig, Lieferketten wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine gewisse strategische Autonomie zu erreichen. Der Manager sprach von einer technologischen Brücke zwischen Europa und Amerika.

Mit dem «Chips Act» will die EU verhindern, dass Europa bei der Produktion von Mikrochips abgehängt wird. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wollen bis 2030 einen Weltmarktanteil Europas von 20 Prozent erreichen. Aktuell gibt es international einen Mangel an Mikrochips.

Mehrere Tausend Arbeitsplätze und 17 Milliarden Euro

Im März hatte Intel bekanntgegeben, in den nächsten Jahren rund 80 Milliarden Euro investieren zu wollen, um in Europa an mehreren Standorten ein «hochmodernes Halbleiter-Ökosystem» entstehen zu lassen. In Magdeburg sollen in einer ersten Ausbaustufe zwei benachbarte Halbleiterwerke gebaut werden. Es könnten mehrere Tausend Arbeitsplätze entstehen. Intel will dafür zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. Der Bau soll im nächsten Jahr beginnen.

Ähnlich wie in Magdeburg startete Intel 1989 in Leixlip auf einer landwirtschaftlich geprägten Fläche. Das neu geschaffene Industriegebiet in der Landeshauptstadt umfasst 450 Hektar - das entspricht der Fläche von rund 620 Fußballfeldern. Insgesamt wären dort nach Angaben von Intel bis zu acht große Fabriken möglich.

Beim Bau werde es viele unterschiedliche Herausforderungen geben, so Sinnott. Es sei zunächst wichtig, dass alle verstehen würden, was bei einem solchen Projekt alles erforderlich sei, sagte er mit Blick auf die verschiedenen Bauphasen und die Infrastruktur. Intel will deshalb umfassend über die einzelnen Schritte informieren.

Ministerpräsident positiv gestimmt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff lobte diesen Ansatz beim Besuch in Leixlip. «Genau so wollen wir es haben.» Geltendes Recht müsse mit Akzeptanz und Resonanz vor Ort verbunden werden.

Wie lange Sinnott beim Projekt in Deutschland beteiligt sein wird, soll auch davon abhängen, wie schnell und wie viel Personal der Chiphersteller vor Ort rekrutiert. Wie andere Firmenvertreter gibt er sich optimistisch, dass der Produktionsstart vielleicht schon eher als 2027 gelingt. Wichtig seien die Genehmigungen. «Wir sind bereit.»