Tafel und Sozialkaufhaus Köthen

Tafel und Sozialkaufhaus Köthen: Essen landet trotz Corona bei den Bedürftigen

Köthen - Linken-Abgeordnete besuchen Tafel und Sozialkaufhaus in Köthen.

Von Stefanie Greiner

Die Begegnungsstätte muss coronabedingt erst einmal pausieren. Ansonsten aber geht der Betrieb bei der Tafel und im Sozialkaufhaus in Köthen wie gewohnt weiter. Täglich kommen rund 850 Bedürftige vorbei, um günstig Lebensmittel zu kaufen. „Wir haben ständig einen Anstieg“, sagt Ronald Kurek, Leiter der Einrichtung. Vor allem die Anzahl der Rentner steige.

Am Dienstag haben die Linken-Bundestagsabgeordnete Birke Bull-Bischoff und die Linken-Landtagsabgeordnete Christina Buchheim das Sozialkaufhaus und die Tafel besucht. Letztere übergab einen symbolischen Scheck über 200 Euro. Sie hatte zuletzt auch andere Einrichtungen mit dieser Summe unterstützt.

Anders als andere Tafeln wurde die Einrichtung in Köthen zu Beginn der Corona-Krise nicht vorübergehend geschlossen. Unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln konnten auch weiterhin Kisten mit Lebensmitteln in Empfang genommen werden, wobei die Vorsicht anfangs überwog. Ronald Kurek verzeichnete einen Rückgang von 20 bis 30 Prozent. Inzwischen aber kommen genauso viele Leute wie zuvor.

„Wir bekommen das, was nicht mehr verkauft wird“

Das Herzstück ist der Zubereitungsraum, wo die Lebensmittel ankommen, kontrolliert und sortiert werden. Sechs Leute arbeiten hier. Sechs weitere holen die Waren ab. Dafür gibt es genaue Tourenpläne. „Wir bekommen das, was nicht mehr verkauft wird“, sagt Ronald Maaß, Betriebsleiter des VHS-Bildungswerkes/Köthener Beschäftigungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft.

Die Lebensmittel kommen unter anderem aus Verkaufseinrichtungen in Köthen, Halle, Löbejün, Dessau, Bernburg und Aschersleben. Die Fahrzeuge der Tafel fahren täglich rund 40 Märkte an. Ronald Kurek ist dankbar, dass die Zahl konstant bleibt. Eine wichtige Voraussetzung, die nicht selbstverständlich ist.

Jeder, der einen Anspruch auf Unterstützung hat, kann einmal pro Woche vorbeikommen

„Das funktioniert nur, weil wir zuverlässig sind“, betont Ronald Maaß. Die Abholzeiten müssten zwingend eingehalten werden. Sonst würden die Lebensmittel im Abfall landen, weil der Platz in den Märkten für neue gebraucht werde.

Die Tafel gibt die Lebensmittel in Kisten heraus. Sie kosten einen beziehungsweise zwei Euro. Jeder, der einen Anspruch auf Unterstützung hat, kann einmal pro Woche vorbeikommen. Die Tafel hilft auch in plötzlichen Notsituationen weiter. Geöffnet ist montags bis freitags, dienstags sind Mitarbeiter darüber hinaus in Aken. Ronald Maaß würde das Angebot gern weiter ausdehnen. Dafür fehlen im Moment allerdings die Kapazitäten. (mz)