Schweinehochhaus

Schweinehochhaus Maasdorf: Staatsanwaltschaft Dessau sieht keine Tierquälerei

Maasdorf/Dessau - Ermittlungsverfahren zu Schweinehochhaus in Maasdorf wurde eingestellt. Tierschützer planen Aktion.

Von Helmut Dawal 24.05.2016, 06:00

Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat das Ermittlungsverfahren gegen die JSR Hybrid GmbH eingestellt. Das teilte Pressesprecherin Steffi Müller-Mezger auf MZ-Anfrage mit. Die JSR Hybrid Deutschland GmbH betreibt in Maasdorf das sogenannte Schweinehochhaus.

Tatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt

Das Verfahren wurde eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft den Tatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt sieht. Konkret wird auf Paragraf 17, Nummer 2b, des Tierschutzgesetzes verwiesen. Danach macht sich schuldig und kann mit Freiheits- oder Geldstrafe belegt werden, der „einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“. Das ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beim Schweinehochhaus nicht gegeben. Wie Müller-Mezger weiter mitteilte, habe es in der Maasdorfer Anlage eine Vor-Ort-Prüfung des Landesamtes für Verbraucherschutz gegeben. „Der Amtstierarzt, der vor Ort jährlich Kontrollen vornimmt, wurde als Zeuge vernommen“, nannte die Pressesprecherin weitere Einzelheiten.

Mängel bei der Tierhaltung, aber keine gravierenden

Das Schweinehochhaus sorgte seit Ende des Jahres 2014 mehrfach für Schlagzeilen. Auslöser waren Aktivitäten des in Berlin ansässigen Vereins „Deutsches Tierschutzbüro“. Dessen Gründer Jan Peifer hatte im Schweinehochhaus illegal Videoaufnahmen gemacht, die von einem Fernsehsender ausgestrahlt wurden. Im März 2015 organisierte das Tierschutzbüro eine Demonstration in Maasdorf. Wenige Tage danach erstattete Peifer bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen vermeintlicher Tierquälerei. Konkret bemängelte er die aus seiner Sicht zu kleinen Kastenstände, in denen die Zuchtsauen gehalten werden. Zudem forderte die grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking das Landwirtschaftsministerium zum Handeln auf. Das Ministerium bestätigte zwar Mängel bei der Tierhaltung, aber keine gravierenden. Der JSR-Geschäftsführer kam den Auflagen des Ministeriums nach und ließ die Mängel abstellen.

Tierschützer geben nicht auf

Tierschützer haben unterdessen das Schweinehochhaus weiter im Visier und halten an ihrem Ziel fest. Sie wollen erreichen, dass die Einrichtung geschlossen wird. So plant die Tierschutzpartei am 11. Juni eine weitere Kundgebung vor dem Betrieb. (mz)