Sicherheitslücke von Microsoft

Rund 120 Rechner nach Hacker-Angriff verschlüsselt - Landkreis Anhalt-Bitterfeld stellt Strafanzeige

Die Kreisverwaltung in Köthen.
Die Kreisverwaltung in Köthen. (Foto: IMAGO / Steffen Schellhorn)

Köthen/MZ - Nachdem der Landkreis Anhalt-Bitterfeld am Dienstag Opfer eines Hacker-Angriffs geworden ist, wird nun das Ausmaß erst richtig klar: Rund 120 Rechner sind wohl betroffen, gesperrt und verschlüsselt worden. Das sagte ein Kreissprecher Udo Pawelczyk am Mittwoch gegenüber der MZ. Bis mindestens Freitag sei alles lahmgelegt. Mehrere externe Experten wurden zur Überprüfung der Systeme eingeschaltet. So etwa auch zur Überprüfung, ob die System nur verschlüsselt seien oder ob die Hacker noch mehr Schaden anrichten können.

Die Hacker sind offensichtlich über eine Sicherheitslücke von Microsoft in die Server des Landkreises vorgedrungen. Das deutete der Landkreis-Sprecher gegenüber dem MDR an. Die Lücke war vor einigen Tagen öffentlich  geworden. Sie  betrifft das  Microsoft Druckersystem der  Windows-Versionen 7 bis Windows 10 und trägt den Namen „PrintNightmare“. Am Mittwoch wurde den Nutzern ein Update zur Verfügung gestellt. „Für uns einen Tag zu spät“, so Udo Pawelczyk.

Der Landkreis habe inzwischen Strafanzeige gestellt und das zuständige Bundesamt informiert. Das Landeskriminalamt hat Ermittlungen aufgenommen. Mitarbeiter werden gebeten Überstunden abzubummeln oder Urlaub zu nehmen.

Einzig die Rettungsleitstelle und das SORMAS-System zur Erfassung von Corona-Fällen seien nicht betroffen. Ob das Amtsblatt rechtzeitig erscheinen kann, ist noch offen. Das würde sich dann auch auf Ausschreibungen, Einladungen und Verordnungen des Kreistages auswirken, die oft an einen Terminrahmen gebunden sind.