Für rund 215.000 Euro

Hochwasserschäden beseitigt: Warum der sanierte Elberadweg in Aken mehr als nur ein Radweg ist

Von Stefanie Greiner 10.11.2021, 12:35
Der sanierte Elberadweg am „Russendamm“ in Aken wurde offiziell freigegeben. Dazu brachten Akens Bürgermeister Jan-Hendrik Bahn, Bauamtsmitarbeiter Heiko Knauth, Stadtratsmitglied Dorothea Hauptvogel und Planerin Anke Kaufmann (v. li.) dort einen weiteren Thermoplastwegweiser auf.
Der sanierte Elberadweg am „Russendamm“ in Aken wurde offiziell freigegeben. Dazu brachten Akens Bürgermeister Jan-Hendrik Bahn, Bauamtsmitarbeiter Heiko Knauth, Stadtratsmitglied Dorothea Hauptvogel und Planerin Anke Kaufmann (v. li.) dort einen weiteren Thermoplastwegweiser auf. (Foto: Ute Nicklisch)

Aken/MZ - Der sanierte Elberadweg in Aken ist seit Dienstag offiziell freigegeben. Die anderthalb Kilometer lange Strecke zwischen „Russendamm“ und Gutshof „Lorf“ wurde für rund 215.000 Euro saniert und stellt damit eine weitere, mit Landesmitteln finanzierte Maßnahme dar, um Hochwasserschäden in der Elbestadt zu beseitigen.

Der Radweg war 2013 in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum einen durch Abrutschungen, zum anderen durch die tonnenschweren Einsatzfahrzeuge, für die der Weg ein wichtiger und schneller Zubringer war.

Entstandene Risse in der Asphaltdeckschicht wurden nun ausgebessert. „Im Bereich der Hafenzufahrten wurde das Großsteinpflaster ausgebaut, eine Wurzelbrücke zum Schutz von Bäumen verbaut und neue Randborde gesetzt“, informiert die Verwaltung. Im Bereich des Gutshofes „Lorf“ wurden zudem beschädigte Betonflächen abgebrochen und entsorgt, eine breitere Zuwegung wurde angelegt.

Im Ernstfall ist der Elberadweg ein wichtiger Zubringer für Feuerwehrfahrzeuge zum Sandsacklager

Zwischen Bismarckplatz und Kindertagesstätte „Bummi“ wurde der landseitig gelegene Hangabschnitt mit befahrbaren Rasengittersteinen ausgebaut. Der Bereich soll dadurch besser befahrbar sein für Rettungsdienste und Feuerwehr.

„Mehr als einen Radweg“, nennt Jan-Hendrik Bahn, der Bürgermeister von Aken, den sanierten Abschnitt. Im Ernstfall ist der Elberadweg eine weitere Zufahrtsmöglichkeit zur Kita „Bummi“ sowie in Hochwasserzeiten ein wichtiger Zubringer für Feuerwehrfahrzeuge zum Sandsacklager.

Ein Radweg ist der Bereich natürlich nicht zuletzt. „Einer der bedeutendsten in Deutschland“, sagt Matthias Marx, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Sachsen-Anhalt. 150 bis 200 Radfahrer würden den Elberadweg jeden Tag nutzen.

„Dieser Weg ist ein gutes Beispiel für andere Kommunen, wie innerstädtischer Verkehr strukturiert sein kann“

Doch nicht nur Touristen fahren hier entlang. Auch Akener nutzen den Weg - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder zur Schule. „Der Elberadweg ist eine Möglichkeit, die große Straße zu umfahren“, macht Jan-Hendrik Bahn deutlich. Eine sichere Alternative gerade für Kinder.

„Dieser Weg ist ein gutes Beispiel für andere Kommunen, wie innerstädtischer Verkehr strukturiert sein kann“, sagt Anke Kaufmann, die Planerin des zuständigen Ingenieurbüros Pabsch & Partner aus Magdeburg.

Der Elberadweg ist im sanierten Bereich zwischen 1,90 und 3,10 Meter breit. Die Arbeiten passierten im September und Oktober und wurden vom Unternehmen Jaeger Spezial- und Tiefbau aus Bernburg ausgeführt. Dem Projekt gingen in Aken schon etliche Hochwassermaßnahmen voraus, weitere folgen. Anstelle der ursprünglich kalkulierten 19 Millionen Euro sind mittlerweile knapp 50 Millionen Euro in die Elbestadt geflossen.