Heimstatt der Sprachpflege

Köthen/MZ. - Auch wenn es sich vorerst nur um einige Zimmer im Dachgeschoss des Prinzessinhauses handelt, so war die Freude bei Prof. Uta Seewald-Heeg, Vorsitzende der Gesellschaft, groß, als sie den Schlüssel von Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander in Empfang nehmen konnte. Seewald-Heeg sprach von einem Glückstag, sowohl für die Neue Fruchtbringende Gesellschaft als auch für die deutsche Sprache. Erstmals im bundesdeutschen Raum stehe ein Haus zur Verfügung, das der Pflege der Sprache eine Heimstatt biete. "Mit diesem Gebäude wird deutlich gemacht, dass die Sprache ein Gegenstand ist, der eine besondere Beachtung verdient", äußerte sie. Das sei in der heutigen Zeit umso nötiger, weil man in Politik, Wissenschaft und Werbung immer mehr spüre, dass die deutsche Sprache nicht mehr den Wert hat, den sie braucht. Eine Kulturnation könne aber nur dann innovativ sein, wenn sie auch ihre Sprache pflege und ...

Von Helmut Dawal

Auch wenn es sich vorerst nur um einige Zimmer im Dachgeschoss des Prinzessinhauses handelt, so war die Freude bei Prof. Uta Seewald-Heeg, Vorsitzende der Gesellschaft, groß, als sie den Schlüssel von Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander in Empfang nehmen konnte. Seewald-Heeg sprach von einem Glückstag, sowohl für die Neue Fruchtbringende Gesellschaft als auch für die deutsche Sprache. Erstmals im bundesdeutschen Raum stehe ein Haus zur Verfügung, das der Pflege der Sprache eine Heimstatt biete. "Mit diesem Gebäude wird deutlich gemacht, dass die Sprache ein Gegenstand ist, der eine besondere Beachtung verdient", äußerte sie. Das sei in der heutigen Zeit umso nötiger, weil man in Politik, Wissenschaft und Werbung immer mehr spüre, dass die deutsche Sprache nicht mehr den Wert hat, den sie braucht. Eine Kulturnation könne aber nur dann innovativ sein, wenn sie auch ihre Sprache pflege und schütze.

Dafür hat die Neue Fruchtbringende Gesellschaft, deren Mitglieder sich der Pflege der deutschen Sprache verschrieben haben, nun ein Dach über dem Kopf. Möglich wurde das durch die Unterstützung der Stadt Köthen und mehrerer hiesiger Unternehmen sowie durch einen finanziellen Zuschuss von 10 000 Euro, den die Theo-Müch-Stiftung beisteuerte. Ihnen allen dankte Uta Seewald Heeg ganz herzlich.

Prof. Manfred Niedetzky, Vorsitzender der Theo-Münch-Stiftung, sah das Geld gut angelegt. "Träume haben sich verwirklicht, weil wir in Köthen Menschen haben, denen die deutsche Sprache am Herzen liegt", sagte er. Und so sei "Köthener Aufbruchsgeist auf Düsseldorfer Kapital" getroffen und habe zu einer "glücklichen Symbiose" geführt.

Auch Kurt-Jürgen Zander freute sich, dass auf dem Weg zu einem kompletten "Fürst-Ludwig-Haus" ein wichtiger Schritt getan werden konnte. Jetzt harre das Dürerbund-Haus auf eine Nutzung, nannte Zander das Gebäude, das die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zukünftig beherbergen soll. Ein paar Jahre wird die Umsetzung dieses Vorhabens aber noch dauern, "so, wie es unsere Kräfte zulassen", äußerte er. Im Prinzessinhaus untergebracht ist jetzt die Geschäftsstelle der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. Ein Archiv und eine kleine Bibliothek gehören ebenfalls dazu und nicht zuletzt der Blick auf das Denkmal von Fürst Ludwig, den Begründer der ersten deutschen Sprachgesellschaft.