Zwei grüne Daumen

Fünf Meter hohe Sonnenblumen ragen aus dem Garten von Günther Heilmann in Aken

In Aken hat er sich eine grüne Oase erschaffen.

Von Jessica Vogts
Doris Heilmann, Günther Heilmann und Enkel Finn Stahlberg präsentieren stolz ihre meterhohen Sonnenblumen.
Doris Heilmann, Günther Heilmann und Enkel Finn Stahlberg präsentieren stolz ihre meterhohen Sonnenblumen. (Foto: Ute Nicklisch)

Aken/MZ - Ein wenig den Hals verrenken muss man schon, um die riesigen Sonnenblumen im Garten der Familie Heilmann in Aken betrachten zu können. Über fünf Meter hoch ragen sie gen Himmel. Eine wahrhafte Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass die meisten Sonnenblumen für gewöhnlich nur rund ein bis zwei Meter groß werden. „Sie müssen schwingen können, dürfen nicht starr sein.

Im Prinzip pendeln sich die Blumen aus wie Wolkenkratzer“, erklärt Günther Heilmann das Konstrukt. Das Erfolgsgeheimnis? Zwei Gießkannen täglich und Liebe. „Man muss die Pflanzen streicheln, ihnen alles Gute wünschen und dann wachsen sie“, lacht der Akener. Und das tun sie. Über 40 Blüten an einem Stamm zählt der Gärtner bereits, 50 weitere Knospen sind noch dran.

Schon als kleiner Junge konnte sich der heute 69-Jährige für die Gartenarbeit begeistern

Schon als kleiner Junge konnte sich der heute 69-Jährige für die Gartenarbeit begeistern. Es war sein Ausgleich zu seinem Beruf als Vorrichtungsschlosser. „Sozusagen meine grüne Lunge zum Werk.“ Nun möchte er eben dieses Hobby auch an die nächste Generation herantragen - sein siebenjähriger Enkel Finn ist jedenfalls hoch auf begeistert von Opas heimischen Garten und möchte später in seine Fußstapfen treten. Dafür packt er schon fleißig mit an bei der Gartenarbeit, nicht zuletzt seien die überragenden Sonnenblumen auch mit sein Verdienst.

Der Ehrgeiz packte beide aber vor allem dann, als sie von dem Wettbewerb der Stadt Aken hörten. Die größte Sonnenblume in der Stadt wird gesucht. Dafür bekam jeder Einwohner auch ein kleines Tütchen mit Samen per Post geschickt. Ob seine Fünf-Meter-Sonnenblumen aber von den Samen der Stadt stammen, das kann Heilmann nicht mehr genau sagen. Denn auch in den letzten Jahren seien seine Sonnenblumen, nach eigener Aussage, immer über drei Meter hoch gewesen. Ob er der Gewinner der Aktion ist, bleibt noch offen. Fest steht, er hat zumindest gute Chancen, es auf das Siegertreppchen zu schaffen.

„Sogar meine Freunde sagen, das ist der Wahnsinn“,

Doch nicht nur Sonnenblumen gibt es hier auf den knapp 100 Quadratmetern Grünfläche zu entdecken. „Hier ist alles Bio“, setzt der Akener sein Prüfsiegel drauf. Sogar der Kompost. „Hier landen alle organischen Abfälle bei Heilmanns drauf“, erklärt der 69-Jährige. Und dieser Abfall bringt wiederum besten nährstoffreichen Dünger für die zahlreichen Pflanzen. Und so gedeihen hier neben den einzigartigen Sonnenblumen auch noch Paprika, Bohnen, Äpfel, Kohlrabi, Rote Beete, Heidelbeeren, Gurke, Weintrauben, Kirschen, Kartoffeln...

Die Liste ist schier unendlich lang. „Sogar meine Freunde sagen, das ist der Wahnsinn“, berichtet er. Das alles macht aber auch viel Arbeit. „Ich brauche dafür aber keinen Kraftsport. Man bückt sich, regt sich. Das ist Bewegung genug“, scherzt er. Und wer kümmert sich darum, wenn das Ehepaar verreist? Ganz einfach: Das kommt nicht vor. „Wir waren seit vier Jahren nicht mehr im Urlaub. Wir haben alles gesehen, was wir wollten“, sagt Heilmann und macht es sich lieber im Garten gemütlich.