Zwischen 22 und 5 Uhr

Dünne Personaldecke: Wer hat Corona-Ausgangssperre in Köthen im Visier?

Von Jessica Vogts
Die Fußgängerzone in Köthen ist menschenleer.
Die Fußgängerzone in Köthen ist menschenleer. (Foto: Greiner)

Köthen - Noch gilt die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. In dieser Zeit darf man sich nur allein im Freien bewegen - etwa um Sport zu treiben. Doch wer kümmert sich um die Einhaltung dieser Regelungen? In der Stadt Köthen offenbar niemand. „Das Ordnungsamt der Stadt kontrolliert die Ausgangssperre im Rahmen der ,Bundes-Notbremse’ aktuell nicht“, heißt es von der Stadt Köthen auf MZ-Nachfrage.

Grund hierfür seien personelle Engpässe beim Ordnungsamt. Immer mehr Mitarbeiter seien in administrativer Tätigkeit im Impfzentrum in Köthen im Einsatz. Von Anfang März bis zum 3. Mai wurde zudem Personal in der Corona-Teststation in der Springstraße abgetreten. Die Stadt Köthen setze auf die Eigenverantwortung der Bürger.

Wie hoch die Strafe ist, liegt im Ermessen des jeweiligen Landkreises

Ein Freifahrtsschein ist das aber nicht. Denn: Die Polizei kontrolliert im Rahmen ihrer üblichen Einsatztätigkeiten auch die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre mit, erklärt Doreen Wendland, Sprecherin der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau.

Vereinzelt wurden bereits einige Verstöße festgestellt. Diese werden dann von der Polizei an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Wie hoch die Strafe ist, liegt im Ermessen des jeweiligen Landkreises. Laut Infektionsschutzgesetz können bei Missachtung jedoch bis zu 25.000 Euro fällig werden.

Ausgangssperre wird erst aufgehoben, wenn die die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen unter 100 ist

Die nächtliche Ausgangssperre wird erst aufgehoben, wenn die die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen unter 100 ist. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld beträgt 98,4. Am Montag lagt der Wert noch bei 104,7. Die Landkreisverwaltung meldete am Dienstag sechs neue Corona-Fälle, darunter jeweils einer aus Köthen, Südliches Anhalt, Aken, Zerbst, Bitterfeld-Wolfen und Raguhn-Jeßnitz. Aktuell sind im Kreis 303 Personen infiziert. Stand Dienstag wurden in Anhalt-Bitterfeld acht an Covid-19 erkrankte Personen intensivmedizinisch behandelt. Fünf Personen mussten beatmet werden.

Da die Inzidenzwerte des Landkreises an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Zahl 150 unterschritten hat, ist ab Mittwoch wieder Click & Meet bei den Ladengeschäften möglich. (mz)