Anhalt-Bitterfeld

Anhalt-Bitterfeld: Fünfstellig für den Probensaal

KÖTHEN/MZ. - Warten kann auch amüsant sein. Zumindest dann, wenn ein symbolischer Scheck bereitliegt und der Empfänger auf sich warten lässt, was naturgemäß spöttische Bemerkungen hervorruft. So war es Freitag, als OB Kurt-Jürgen Zander, in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums für die Köthener Kulturstiftung, umgeben von Zeitungs- und TV-Journalisten am Marstall des Schlosses stand und auf Georg Heeg wartete. Der Vorsitzende des Fördervereins für die Musikschule hatte sich für die Uhrzeit zwar einen Pressetermin eingetragen - aber leider nicht, wo dieser stattfinden sollte, und musste erst an den Ort des Geschehens dirigiert ...

Von MATTHIAS BARTL 13.08.2010, 19:13

Warten kann auch amüsant sein. Zumindest dann, wenn ein symbolischer Scheck bereitliegt und der Empfänger auf sich warten lässt, was naturgemäß spöttische Bemerkungen hervorruft. So war es Freitag, als OB Kurt-Jürgen Zander, in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums für die Köthener Kulturstiftung, umgeben von Zeitungs- und TV-Journalisten am Marstall des Schlosses stand und auf Georg Heeg wartete. Der Vorsitzende des Fördervereins für die Musikschule hatte sich für die Uhrzeit zwar einen Pressetermin eingetragen - aber leider nicht, wo dieser stattfinden sollte, und musste erst an den Ort des Geschehens dirigiert werden.

Aber dass dirigiert wird, ist ja in einer Musikschule nicht ungewöhnlich, und Heegs Dank für die Spende fiel nach der Verspätung besonders innig aus. Was aber auch an der erheblichen Summe gelegen haben könnte, die Heeg für das Fördervereins-Projekt "Orchestersaal" entgegennehmen konnte. 10 000 Euro hat die Stiftung zur Verfügung gestellt - eine Summe, die deutlich über dem liegt, was üblicherweise an soziale, kulturelle oder sportliche Vereine und Verbände aus den Stiftungserträgen ausgeschüttet wird. Das tue die Stiftung nur bei besonders wichtigen Projekten, erläuterte Zander - auch dem CHC habe man damals für den Hockeyplatz eine hohe Summe zukommen lassen.

Und ebenso wie der CHC hat der Förderverein sich die Unterstützung auch redlich verdient. Die Stiftung, sagte Heeg, sei der zweitgrößte Spendengeber - die größten Unterstützer des Fördervereins-Vorhabens, den Orchesterprobensaal in der neuen Musikschule im Marstall aus eigenen Kräften zu finanzieren, "sind die Kinder der Musikschule". Sie haben auf Benefiz- und anderen Konzerten bisher 12 500 Euro eingespielt. Alles in allem verfügt der Förderverein bisher über etwas mehr als 25 000 Euro und hat damit etwas mehr als 41 Prozent der benötigten 60 000 Euro zusammengebracht - ein erstaunliches Resultat in wenigen Monaten.

Georg Heeg ist denn auch weiter optimistisch, dass man die große Aufgabe bis zum Jahresende gelöst hat. Dann soll die Musikschule übergeben werden, dann - so die Hoffnung - wird auch der Orchesterprobensaal fertig sein. Man werde auf Firmen zugehen und um Unterstützung bitten. Wenn man die Summe nicht zusammenbringe, "dann wird der Raum abgesperrt und die Nacharbeiten werden dann gemacht, wenn wir das Geld haben".