300 Euro extra im Monat

300 Euro extra im Monat: Vivian Ott hat sich in Köthen für ein Deutschlandstipendium an der Hochschule Anhalt qualifiziert

Köthen - Vivian Ott gehört zu den 49 Studenten, die ab sofort ein Jahr lang mit 300 Euro pro Monat unterstützt werden.

Von Matthias Bartl 09.11.2017, 13:26

Was tun mit 300 Euro extra? Vivian Ott muss da nicht lange überlegen. „Ein bisschen was sparen für die Zeit, wenn ich meinen Master mache. Und für das Praxissemester“, sagt die Studentin an der Hochschule Anhalt.

Zum einen muss man dafür einiges anschaffen, Bücher und so weiter, auch die Fahrtkosten wollen bezahlt sein. Zum anderen kann die 21-Jährige dann nicht mehr so viel arbeiten neben dem Studium – und arbeiten muss sie: Vivian Ott kommt zwar aus Baden-Württemberg, aus Aalen um genau zu sein - aber auch im wirtschaftsstarken Ländle ist nicht jeder finanziell auf Rosen gebettet.

Vivian Ott jedenfalls hat sich sehr darüber gefreut, dass sie jetzt das Deutschlandstipendium erhalten hat. Das bedeutet für die Studentin der Biotechnologie, ein Jahr lang jeden Monat 300 Euro von einem Stipendiengeber zu erhalten.

Nicht jeder qualifiziert sich für ein Deutschlandstipendium

Immerhin haben jüngst 49 Studentinnen und Studenten der Hochschule auf diesem Weg finanzielle Unterstützung erhalten, um sich so stärker auf ihr Studium konzentrieren zu können.

Die Auswahlkriterien sind streng und zahlreich: Wer sich für ein Deutschlandstipendium interessiert, muss zunächst einmal 60 Fragen beantworten, sagt Dr. Katrin Kaftan, die das Weiterbildungszentrum der Hochschule leitet, wo man sich auch um alles kümmert, das mit dem Deutschlandstipendium zu tun hat - die Durchführung eines genau geregelten satzungsmäßigen Verfahrens zum Beispiel, nicht zuletzt aber auch, überhaupt erst einmal Geldgeber für die Stipendiaten zu finden. „Für dieses Semester haben wir 31 Förderer gewinnen können“, so Kaftan.

Das Studium in Köthen hat einige Vorteile

Von denen auch Vivian Ott unterstützt wird. Sie will im Oktober 2018 ihren Bachelor machen „und dann auf jeden Fall das Masterstudium dranhängen“. Später möchte sie am liebsten in der Forschung arbeiten, aber eher im technischen Bereich.

An dieser Präferierung liegt es auch, dass Vivian Ott das Studium in Köthen so gut gefällt. „Köthen ist sehr technisch orientiert und es geht hier in den angewandten Biowissenschaften mehr um Verfahrens- und Prozesstechnik als um Genetik und Mikroorganismen wie es anderswo der Fall ist.“

Dank Deutschlandstipendium ein paar Sorgen weniger

Dass das Studium zum Teil ein Galopprennen sei mit Vorlesungen „manchmal von acht bis acht“ und Praktikavorbereitung schreckt sie nicht. Sie schafft es sogar noch, das Studium (Bafög bekommt sie nicht) durch diverse Nebenjobs zu finanzieren: „Ich arbeite als Helfer in anderen Abteilungen, halte Vorträge im Studierendenservice, arbeite auf Messen für die Hochschule und auch als Hilfskraft in der Hochschulbibliothek.“

Doch wenn das Masterstudium beginnt, muss das Organisationstalent seinen Zeitfonds neu sortieren - und dabei kann das Deutschlandstipendium schon helfen. (mz)