Medienprojekt Klasse 2.0

Lebhafte Zeitungsschau

„Cool - das funktioniert!“ Dass Bilder in der Mitteldeutschen Zeitung zum Leben erweckt werden können, versetzt die Achtklässler der Sekundarschule Jessen-Nord in Staunen. „Augmented reality“ (erweiterte Realität) heißt die digitale Technologie, die 2018 in der MZ Einzug gehalten hat.

Von Ute Otto • 7.4.2021, 08:46 • Aktualisiert: 9.4.2021, 17:20

Jessen. Über die kostenlosen App „MZ virtuell“ wird mit Smartphone oder Tablet das mit dem entsprechenden Logo gekennzeichnete Foto gescannt und schon läuft auf dem Bildschirm ein Video als Ergänzung, in diesem Fall zum Bericht über eine Kaffeerösterei in Köthen.

Das ist der Brückenschlag zwischen der herkömmlichen gedruckten Zeitung und den modernen Medien, die unseren Alltag beherrschen. Im Medienprojekt Klasse 2.0 der Mitteldeutschen Zeitung, das am Montag in Jessen gestartet ist, lernen die Schüler durch das vierwöchige Klassen-Abo nicht nur ihre Heimatzeitung kennen, sondern auch die Macher vor Ort.

Mit ihren Fragen halten sie nicht hinter dem Berg: Wie ist der Ablauf in der Redaktion? Über welche Kanäle erfahren die Lokalredakteure in Jessen, wenn es etwa in Annaburg brennt? Öffnet der Presseausweis den Journalisten alle Türen? Wie kommt man zu diesem Beruf und welche Perspektiven bietet das Medienunternehmen jungen Menschen außerdem?

Instagram beliebter als Facebook

Die Achtklässler erfahren des weiteren, dass hinter der Mitteldeutschen Zeitung das Gesamtangebot von gedruckter und elektronischer Zeitung (E-Paper), dem Nachrichtenportal MZ-web.de sowie Präsenz in den gängigen sozialen Medien steckt. Von letzteren ist für die 13-/14-Jährigen Instagram und nicht etwa Facebook die erste Wahl. Die Begründung, die eine Schülerin gegenüber der MZ dafür liefert, verblüfft etwas: „Auf Facebook postet doch kaum noch jemand Fotos. Auf Instagram kann man sehen, wie die Jungs aussehen.“

Twitter - von der MZ ebenfalls bedient - wird von dieser Generation nur vereinzelt genutzt. „Um zu erfahren, was bestimmte Promis von sich geben“, wie eine Schülerin aus der 8 b erklärt.

Auf maximal zehn Jahre schätzen diese jungen Leute noch die Lebensdauer gedruckter Zeitungen. Dass mit der digitale Form Herstellungskosten gespart werden können, sehen sie schon. Lernen werden sie noch, dass es auch zukünftig Journalisten braucht, die ihr Handwerk beherrschen und sich der Wahrheit verpflichtet sehen, um die Öffentlichkeit mit verlässlichen Informationen zu versorgen und den Menschen Orientierung zu geben.