Freude über den Neubeginn

Jugendfeuerwehren aus Jessen und Annaburg im Wettstreit

Jugendfeuerwehren aus Jessen und Ortsteilen sowie aus Annaburg treffen nach langer Pause wieder bei Wettkampf aufeinander.

Von Sven Gückel
Knoten und Bunde müssen die Nachwuchs-Feuerwehrleute ?im Schlaf? beherrschen. Das war eine Station des ?Spiels ohne Grenzen?.
Knoten und Bunde müssen die Nachwuchs-Feuerwehrleute ?im Schlaf? beherrschen. Das war eine Station des ?Spiels ohne Grenzen?. Fotos: Sven Gückel

Schweinitz/MZ - Das laute Aufatmen der Jungen und Mädchen war nicht zu hören, aber man sah ihnen die Erleichterung deutlich an. Nach vielen Monaten Zwangspause hatten die Mitglieder der Jugendfeuerwehren der Stadt Jessen und der Kernstadt Annaburg am Samstag beim „Spiel ohne Grenzen“ endlich wieder eine Gelegenheit, im offenen Wettstreit die Kräfte zu messen. Dieser Wettbewerb erfreut sich bei den Jugendlichen ohnehin großer Beliebtheit. Mit entsprechender Begeisterung lebten die 43 Teilnehmer ihre Freude auch aus.

Diesen Wanderpokal sicherte sich  die erste Mannschaft der Wehr Jessen.
Diesen Wanderpokal sicherte sich die erste Mannschaft der Wehr Jessen.
Klaus Adam

Stabile Mitgliederzahlen

Den Wanderpokal, der das Treiben vor seiner Weitergabe an den Sieger aus sicherer Entfernung beobachtete, war sicherlich das Ziel aller Wettkampfteilnehmer. Doch weitaus höher war das Glücksgefühl darüber, mit Gleichgesinnten demselben Hobby zu frönen. „Die Kinder und Jugendlichen sind froh, dass nun wieder Bewegung in das Feuerwehrleben kommt“, äußerte Jessens Stadtjugendwartin Susann Strube.

Austragungsort des Wettkampfes war der Festplatz in Schweinitz, dessen Jugendfeuerwehr den vorherigen Wettkampf 2019 gewonnen hatte. Teams aus Jessen, Annaburg, Naundorf, Seyda und Linda-Holzdorf sowie des Gastgebers nahmen die neuerliche Herausforderung an und bewiesen bei zahlreichen Spielen ihr fachliches Können. „Im Vordergrund standen vor allem die Fähigkeit zur Teamarbeit sowie Geschicklichkeitsübungen, bei denen es das bisher Erlernte anzuwenden galt“, gab Strube Einblick in die Spielregeln.

Das Koppeln von Schläuchen lernen die Floriansjünger von Beginn an.
Das Koppeln von Schläuchen lernen die Floriansjünger von Beginn an.
Klaus Adam

An Betreuern mangelt’s

Während sich Teilnehmer wie Edgar Freigang (10 Jahre) aus Mellnitz, der sich vor sechs Monaten der Feuerwehr Naundorf anschloss oder Luis Lehmann (13) aus Schweinitz, der sich über das Wiedererwachen der Feuerwehrarbeit freut, vollends auf ihren Wettkampf konzentrierten, äußerte Susann Strube auch Dankbarkeit angesichts stabiler Mitgliederzahlen. „Nur vereinzelt hatten wir im Verlaufe der Coronapause Austritte zu verzeichnen, die aber mit Neuanmeldungen wieder ausgeglichen wurden“, betonte sie. Somit blieb die Zahl der Jugendfeuerwehrkameraden in der Stadt Jessen konstant bei 59. Ähnlich zufrieden kann auch die Kreisjugendwartin Sarah Hoffmann aus Elster sein. „Im gesamten Landkreis gibt es aktuell 52 Jugendfeuerwehren, in denen 548 Mitglieder integriert sind“, so ihr Resümee.

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich nach Aussage beider Frauen aktuell die Kinderfeuerwehren. Davon, sagte Sarah Hoffmann, gebe es gegenwärtig 33. „Allerdings müssen vielerorts bereits Interessensbekundungen abgelehnt werden, da uns schlicht die Betreuer fehlen. Mit derzeit 404 Mitgliedern hat sich deren Zahl in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt“, erläuterte sie. Gleichzeitig verwies sie auf den Mehrwert, von dem später Jugendfeuerwehren und Aktive gleichermaßen profitieren.

Sarah Hoffmann, Gründungsmitglied "Strahlende Kinderaugen" Elster (Elbe) e.V.  und Kreisjugendwartin der Feuerwehr
Sarah Hoffmann, Gründungsmitglied "Strahlende Kinderaugen" Elster (Elbe) e.V. und Kreisjugendwartin der Feuerwehr
Saskia Hotek

Gelegenheit zum Feiern

Um den Jugendlichen ein attraktives Freizeitprogramm zu bieten, setzen die zuständigen Jugendwarte vieles in Bewegung. Noch im Oktober soll es für die Stadt Jessen Leistungsprüfungen geben, die je nach Wissen mit der Jugendflamme I oder II belohnt werden. Geschult wurden die Jugendlichen hierfür in den vergangenen Monaten am heimischen PC. „Die Onlineausbildung wurde überaus gut angenommen“, blickte Strube zurück.

Dass man das Jahr wie gewohnt mit einem Weihnachtsbowling abschließen kann, verdankt die Jugendfeuerwehr Jessen einer Spende, die ihr seitens einer Stadtratsfraktion am Samstag übergeben wurde. Dann werden vor allem die Teams der Stadt Jessen I, Schweinitz I und Seyda I noch einmal ihren Erfolg vom Samstag feiern dürfen.