Seepferdchen schwimmen an

Holzdorfer Bundeswehr-Halle wird für Schulunterricht genutzt

Die Holzdorfer Bundeswehr-Halle kann wieder für den Unterricht der Schulen genutzt werden. Welche sich schon angemeldet haben.

Von Sven Gückel
Kinder einer vierten Klasse aus der Grundschule  Schönewalde waren die ersten Schwimmschüler der Saison in der Bundeswehrhalle Holzdorf.
Kinder einer vierten Klasse aus der Grundschule Schönewalde waren die ersten Schwimmschüler der Saison in der Bundeswehrhalle Holzdorf. Foto: Sven Gückel

Holzdorf/MZ - An etlichen Schulen fiel der Sportunterricht pandemiebedingt fast ein ganzes Jahr lang aus. Da auch die Bäder geschlossen blieben, konnten deutschlandweit etwa ein Vier-tel aller Grundschulen keinen Schwimmunterricht anbieten. Betroffen von dieser Einschränkung waren auch jene Schulen, die seit vielen Jahren die Schwimmhalle Holzdorf nutzten.

18 Monate hielt sie ihre Pforten geschlossen, einzig Soldaten durften zum Erhalt ihrer militärischen Fitness ins Wasser gehen.

Es geht wieder los

Nun aber, betonte Oberstleutnant André Megow, Kommandeur der Einsatzgruppe verlegefähig und Stellvertreter des Standortältesten der Bundeswehrliegenschaft Schönewalde/Holzdorf, habe diese Zeit ein Ende. Am Donnerstag begrüßten er, Kasernenkommandant Hauptmann René Mielke und Vertreter des Bundeswehrdienstleistungszentrums die Viertklässler der Grundschule „Otto Nagel“ aus Schönewalde, die fortan wieder regelmäßig in Holzdorf schwimmen gehen.

Neben dem 25 mal 12 Meter großen Schwimmbecken, das 500 Kubikmeter Wasser fasst, stehen allen Besuchern der Halle künftig frisch sanierte Umkleideräume zur Verfügung. „Wir haben die Zwangspause genutzt, um notwendige Arbeiten ausführen zu lassen“, erläuterte Mielke. Dazu gehört seinen Worten zufolge auch die Vergrößerung der Sozialräume der Schwimmhallenmitarbeiter, womit gleichsam die Bedingungen der Lehrausbildung verbessert wurden.

Endlich wieder Schwimmunterricht, freuen sich die Kinder.
Endlich wieder Schwimmunterricht, freuen sich die Kinder.
Foto: Sven Gückel

Auch in diesem Jahr will man in Holzdorf wieder eine/einen Fachangestellte(n) für Bäderbetriebe ausbilden, wofür bis zum 30. September beim Dienstleistungszentrum in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) Bewerbungen abgegeben werden können.

Für die Kinder aus Schönewalde hieß es nun aber erst einmal: Rein ins 27 Grad Celsius warme Wasser. Dass die Klasse keinen Nichtschwimmer aufweist, liegt auch an ihrer Klassenleiterin Kathrin Kopka. Sie nutzte in den vergangenen Monaten die eigene Freizeit dafür, mit Unterstützung einzelner Eltern interessierten Kindern das Schwimmen beizubringen. Gleichwohl zeigte auch sie sich dankbar, dass man nun wieder nach Holzdorf fahren kann. Damit die Schüler im Sportunterricht Schwimmen lernen und trainieren, verzichten die Soldaten des Standortes auf einen Teil ihrer Hallennutzungszeit.

Besorgniserregende Zahlen

„Schwimmausbildung ist nicht nur gesund, sie kann auch lebensrettend sein, wie die aktuelle Zahl der Badetoten in diesem Jahr beweist. Von daher ist uns dieser Verzicht eine Herzensangelegenheit“, hob Megow hervor.

Denn, es sind alarmierende Zahlen, welche die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unlängst veröffentlichte. Nicht nur, dass in deutschen Seen und Gewässern immer mehr Badeunfälle verzeichnet werden, auch die Schwimmausbildung hat unter Corona massiv gelitten. Mitarbeiter der DLRG sprechen diesbezüglich von zwei verlorenen Jahren. Besonders deutlich zeichnet sich das schon beim einfachsten Schwimmnachweis ab, dem Seepferdchen. Davon wurden laut DLRG in 2021 rund 70 Prozent weniger erworben als 2020.

Weitere Nutznießer der Halle sind die Grundschulen Holzdorf, Schweinitz, Annaburg, Prettin, die Jessener Förderschule sowie die Sekundarschule Annaburg.