Fünfte Jahreszeit

Fünfte Jahreszeit : Holzdorfer lassen Fontänen in der Hobbywelt sprudeln

Holzdorf - Paukenschläge gab es beim großen Faschingsball des Holzdorfer Karneval Clubs (HKC) am Sonnabend mehrere. Das lag nicht allein daran, dass der Schweinitzer Spielmannszug diesmal vor dem offiziellen Start aufspielte und später dessen Partyensemble im Programm zu erleben ...

Von Frank Grommisch

Paukenschläge gab es beim großen Faschingsball des Holzdorfer Karneval Clubs (HKC) am Sonnabend mehrere. Das lag nicht allein daran, dass der Schweinitzer Spielmannszug diesmal vor dem offiziellen Start aufspielte und später dessen Partyensemble im Programm zu erleben war.

Sondern die Mitwirkenden sorgten selbst dafür und auf ihre Darbietungen folgte häufig nicht allein kräftiger Applaus, sondern auch Stimmungsraketen oder gar La-Ola-Wellen. Zudem sprühten immer wieder Funken, denn so häufig wie nie zuvor schossen an der Bühne Feuerwerks-Fontänen in die Höhe. Der Einsatz kalter Pyrotechnik ermöglichte das.

Auftakt am Lagerfeuer

Doch zum Programmauftakt „loderte“ ein Lagerfeuer im Saal. So eine Wärmequelle ist Symbol für einen gemütlichen Abend, der Junge und etwas Reifere anlockt. Um die Holzscheite versammelten sich die Minis, die mit ihrem Showtanz „Pfadfinder“ den Start in den Abend vollzogen, der unter dem Motto stand „Angler, Imker, Gartenfreund - Oder mit der Elster durch die Welt der Hobbys“.

Das Programm in Holzdorf gestalteten der Schweinitzer Spielmannszug und dessen Partyensemble, die Minis, Büttenredner Ecki Gräfe aus Kolochau, die Tanzgarde, die Karnevalistischen Hofsänger, die Funkengarde, Büttenredner Thoralf Pabst, die Kleinen Funken, die Tanzpaare, die Frauenshowtanzgruppe, das Männerballett, DJ Ingo, das Moderatorenpaar Eileen Thiele und Alexander Gräper, die Saalpolizei und viele andere vor, auf und hinter der Bühne

Das bot viel Spielraum für amüsante Programmideen, aber auch für die Kostümierung des Publikums. Doch dazu später.

Der Älteste im Saal war wahrscheinlich der Schweinitzer Spielmannszug. 2020 besteht er 110 Jahre. Aber die Spielleute halten es eher wie Karnevalisten. Nicht 110 Jahre wollen sie groß feiern, sondern 111 Jahre 2021, verriet Vereinsvorsitzender Tino Jaekel.

Da wird zu den befreundeten Spielleuten in Barlo gereist und kurz darauf sind diese dann beim Heimatfest in Schweinitz zu Gast. Auch eine Festveranstaltung zum 111-Jährigen könnte es geben, vielleicht in der Turnhalle, die derzeit aufwendig saniert wird.

Das 110-jährige Bestehen der Spielgemeinschaft werde in kleinerem Rahmen gewürdigt. Denkbar ist, so Tino Jaekel, das Konzert zum Schweinitzer Heimatfest im Juli etwas größer ausfallen zu lassen und sich dazu Gäste einzuladen. Doch zunächst widmeten sich die Schweinitzer der Aufgabe, die Gäste in Holzdorf gut zu unterhalten.

Dabei gab es eine Premiere. Christin Rietdorf, die der Gemeinschaft noch nicht lange angehört, hatte ihren ersten Auftritt im Partyensemble. Das sei schon etwas mit Aufregung verbunden gewesen.

Die wurde noch gesteigert, als HKC-Präsident Uwe Gäbelein das auch noch erwähnte und sie als Mitgestalterin des Bühnenbildes, passend zum Hobby-Motto, hervorhob. „Das habe ich doch nicht allein gemacht“, sagt sie anschließend bescheiden zur MZ. Sie seien vier Frauen, die sich gemeinsam darum kümmern und auch gemeinsam die Ideen entwickeln.

Vor einigen Jahren hat sie in der Frauenshowtanzgruppe mitgetanzt, danach wollte sie aber weiter aktiv sein. Das Kreative liege ihr.

Sich etwas Ansprechendes auszudenken, das ist auch das Bestreben von Ecki Gräfe vom Faschingsverein Kolochau (Elbe-Elster), der als Gast-Büttenredner in Holzdorf teilnahm, und vom Prensdorfer Thoralf Pabst.

Der eine berichtete von seinen Urlaubserlebnissen, der andere ging als Jäger auf die Pirsch und schoss dabei so manchen Bock. Die Flinte übrigens, die er über der Schulter hatte, war völlig harmlos. „Von mir geht keine Gefahr aus“, versicherte Thoralf Pabst. Das bezog er auf das Gewehr, aber nicht auf das verbreitete Jägerlatein.

Auswahl bei Polonaise

Kein Grünrock, sondern Leute „im Federkleid“ gewannen die Kostümprämierung. Eine dreiköpfige Jury hatte während der großen Polonaise die Preisträger ermittelt. Hinter dem Paar vom Hühnerhof kam auf Rang zwei eine Gruppe Pusteblumen und auf Rang drei ein Taucher.

Sie standen kurzzeitig im Mittelpunkt wie im Finale des Faschingsballs dann Andrea und Uwe Gäbelein. Dass sie Sonnabend beide Geburtstag feierten, machte Alexander Gräper öffentlich, der den Abend mit Eileen Thiele moderierte. Nach dieser Botschaft gab es neben Glückwünschen ein „Hoch sollen sie leben“.

Die fünfte Jahreszeit geht Aschermittwoch schon wieder zu Ende. Der HKC trifft sich nach dem Abbau und dem Aufräumen am Sonntag in der Mehrzweckhalle am Rosenmontag zu einer internen Feier. Aber ansprechenden Karneval zu präsentieren, ist ein Ganz-Jahres-Job.

Und da muss viel geübt werden. Das gilt jetzt besonders für das Tanzmariechen Valentina. Sie vertritt den HKC am 8. März bei den Landesmeisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in Stendal.

(mz)