„Unser Dorf hat Zukunft“

Bethau bereitet sich auf Wettbewerb vor

So bereiten sich die Einwohner von Bethau auf die Ortsbesichtigung der Kommission des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ vor.

Von Annette Schmidt
Alle zusammen bringen die Bethauer ihren Dorfplatz auf Vordermann. Sie haben noch eine Woche bis zum  Besuch der Kommission.
Alle zusammen bringen die Bethauer ihren Dorfplatz auf Vordermann. Sie haben noch eine Woche bis zum Besuch der Kommission. (Foto: Annette Schmidt)

Bethau - Groß ist es auf der dorfeigenen Tafel zu lesen: „Arbeitseinsatz, am 16.07. ab 16.30 Treffpunkt: Dorfplatz“. Obwohl der wohlverdiente Feierabend und das Wochenende winken, packen viele Bethauer ordentlich an. Denn auf der „noch zu erledigen Liste“ von Ortsbürgermeister Andreas Nowack (parteilos) steht nach wie vor einiges, das bis zur Ortsbesichtigung der Kommission des Landkreises am kommenden Freitag zu erledigen ist. Schnell finden sich die Gruppen zusammen und verteilen sich mit ihren Gerätschaften über das gesamte Dorf.

Besuch der Kommission

Vor gut einem Jahr hatte sich Bethau für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angemeldet. Seitdem arbeiten und fiebern die Einwohner auf diesen Moment hin, um gegen die sechs Mitbewerber aus dem Landkreis zu bestehen.

„Mit jedem Einsatz sind mehr dazu gekommen“, sagt Axel Jähnichen während er mit Jens Meisner die Wegweiser für die Ortsteile montiert. Bei einem Schild runzeln die beiden Männern verwirrt die Stirn. Obwohl sie ihr ganzes Leben in Bethau verbracht haben, hatten sie keine Ahnung, dass der Rosenwinkel einmal als Mäusewinkel bekannt war. Das müsse weit vor ihrer Zeit gewesen sein, beenden sie mit einem Achselzucken ihre Überlegungen, denn die Arbeit macht sich nicht von allein und auf dem Dorfplatz muss noch ein weiterer Wegweiser aufgestellt werden.

Ein Stück die Straße weiter runter räumt das Ehepaar Kainz seine Heckenscheren ein. Sie haben bei ihren Nachbarn, die nicht mehr so gut können, das Grün im Vorgarten beschnitten. „Ich bin genau halb fünf zu Hause angekommen und dann haben wir auch gleich losgelegt“, sagt Ulrike Kainz. Während ihr Mann gleich Richtung Spielplatz weiterfährt, um die Männer beim Bau des Pavillons zu unterstützen, schnappt sie sich eine Gartenschere, um den vor einem Jahr gepflanzten Strauch auf dem Dorfplatz in Form zu bringen.

Dorfpolizei ermittelt

Von ihrer Arbeitskollegin Mandy Burghardt wird sie fröhlich in Empfang genommen. Dafür darf der Besen, mit dem sie über den Parkplatz fegt, kurzzeitig ruhen. Denn so viel Zeit muss sein, um über das Dorfgesprächsthema Nummer eins zu sprechen: Wer hat der Strohpuppe das Rad, im wahrsten Sinne des Wortes unterm Hintern weggestohlen?

Ulrike Kainz weiß Neues dazu zu berichten, laut ihren Beobachtungen, ist das Rad bereits seit Donnerstagabend verschwunden und nicht wie bisher vermutet in der Nacht zu Freitag. Für die Frauen ist unbegreiflich, warum jemand einen alten Fahrradreifen klaut. „Es ist noch nie etwas in Bethau gestohlen worden“, sagt Mandy Burghardt, die zwar im Nachbarort Labrun wohnt, aber durch ihren Mann stark mit Bethau verbunden ist.

Um sie herum reißt das rege Treiben nicht ab. Zwischen den arbeitenden Frauen spielen und toben Kinder über den Platz und trinken mit Fassbrause gegen die heißen Temperaturen an. In der ersten Stunde hat die Gruppe bereits der Bank unter der Linde einen neuen Anstrich verpasst nun schwingen sie die Pinsel am nebenliegenden Häuschen.

Von der Kirche wehen Gelächter und Motorgeräusche von Rasenmähern herüber. „Es hat sich eine Menge im Dorf verändert seit Andreas unser Bürgermeister geworden ist“, sagt Ulrike Kainz und fügt hinzu, dass Bethau ein Dorf ist, wie man es sich vorstellt - mit einer sich unterstützenden Gemeinschaft.

Alle für Bethau

Andreas Nowack kommt auf eine Stippvisite vorbei. Kaum hat er sich nach dem allgemeinen Wohlbefinden und den Fortschritten erkundigt, ist er mit einer Handvoll Pinsel und zwei Farbtöpfen schon wieder auf dem Sprung. Er ist stolz darauf, dass die 150 Einwohner sich so aktiv von Alt bis Jung einbringen. „Das Graffitiprojekt am Ortseingang haben unsere Kinder gemacht“, erzählt er und fügt hinzu, dass sich nicht immer alles um Arbeit drehen würde. „Wir haben ein Beachvolleyballfeld angelegt und jeden Sonntag gibt es Spiele.“

Beim Vorbeigehen am renovierten Gerätehaus der Feuerwehr nimmt er einen der Männer, die die Bänke schleifen und streichen, mit zum Pavillon. So kann sein Vater beim Apfelbaum pflanzen helfen. Der Einsatz endet erst als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist. Am Donnerstag wird es wieder laut werden. Die Rasenmäher-Inhaber haben sich verabredet, damit die Grasflächen, für die 150 Kilogramm Rasensamen ausgesät wurden, auf Schnitthöhe eines englischen Rasens kommen. (mz)

Der letzte Apfelbaum ist gepflanzt.
Der letzte Apfelbaum ist gepflanzt.
(Foto: Schmidt)
Der Pavillon am Sportplatz bekommt noch einen Anstrich.
Der Pavillon am Sportplatz bekommt noch einen Anstrich.
(Foto:A. Schmidt)
Nancy Nowack und Kathleen Pradel kratzen am Moos.
Nancy Nowack und Kathleen Pradel kratzen am Moos.
(Foto: Annette Schmidt)