Der „Schatz des Waldes“

Was den Erlebnispfad an der Grundschule in Heiligenthal besonders macht

In Heiligenthal wird ein Erlebnispfad eröffnet, durch den der Wald mit Rätseln erkundet werden kann. Was Designstudentin Annalena Pfeiffer zu ihrem Projekt sagt.

Von Felix Fahnert
Schülerin Luisa von der Naturgrundschule Heiligenthal macht sich am Erlebnispfad „Der Schatz des Waldes“ Notizen zu den Stationen. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Heiligenthal

Es waren sechs lange Monate, in denen sich bei Design-Studentin Annalena Pfeiffer alles um einen Schatz gedreht hat, und zwar mitten in Heiligenthal. Denn die letzte Etappe ihres Studiums widmete die 22-Jährige voll und ganz dem „Schatz des Waldes“, einem Erlebnispfad, der in den vergangenen Monaten im Park nahe der Naturgrundschule entstanden ist. Pfeiffer hat dafür nicht nur das Konzept erarbeitet, die Rätsel und Illustrationen entwickelt und ihre Bachelorarbeit geschrieben - sie hat das Projekt auch in die Tat umgesetzt. Nach viel Arbeit ist der Erlebnispfad in Heiligenthal nun eröffnet worden. „Es fühlt sich supergut an“, sagt Pfeiffer erleichtert.

Von der Bachelor-Arbeit zum fertigen Erlebnispfad in Heiligenthal

Hauptzielgruppe sind Kinder - und die waren bei der Eröffnung gleich Feuer und Flamme. „Es ist schön, dass das Projekt so viel Anklang findet und die Kinder alles so toll fanden“, sagt Pfeiffer. An insgesamt acht Stationen können sie den Wald auf dem Lehrpfad spielerisch entdecken, Rätsel lösen und jede Menge dazu lernen. „Wer die Rätsel löst, kann am Ende einen Schatz finden“, sagt Pfeiffer - ohne freilich zu viel verraten zu wollen. Auch eine Urkunde kann man sich nach dem Absolvieren des Pfads im Internet herunterladen.

Der Weg bis zum fertigen Erlebnispfad war dabei lang. Pfeiffer hatte im Winter einen Sponsoren-Aufruf gestartet, um die insgesamt zwölf Schilder des Pfades zu finanzieren. Schnell hatte sie die nötigen Spender zusammen - Familien und lokale Unternehmen sind nun namentlich auf dem Erlebnispfad erwähnt. Zwischenzeitlich hat Pfeiffer die Dokumentation des Projekts schon als Bachelorarbeit abgegeben und erfolgreich verteidigt - wegen Corona aber leider nur als Videokonferenz über das Internet. „Ich habe mir die Schilder im Hintergrund ins Büro gestellt“, verrät Pfeiffer, die aus Wolferode kommt.

In den vergangenen Wochen ging es für die 22-Jährige dann darum, den Pfad vor Ort einzurichten. Nachdem die Schilder gedruckt waren, fertigte eine Schlosserei die Metallfassungen. Anschließend wurden alle Schilder mit Beton im Boden befestigt. Als der Pfad nun offiziell eingeweiht wurde, war die Erleichterung bei Pfeiffer groß. „Das war ein superschönes Gefühl“, sagt sie und freut sich über den Zuspruch. „Es ist schön, alles fertig im Park zu sehen.“ Der Erlebnispfad, der auch vom Heiligenthaler Heimatverein unterstützt wurde, soll nun langfristig bestehen bleiben. „Ich bin jetzt dort verewigt“, sagt Pfeiffer mit einem Augenzwinkern.

„Der Erlebnispfad ist eine Bereicherung für die Naturgrundschule“

Hilfe und Unterstützung kam auch von der Naturgrundschule in Heiligenthal. „Schülerinnen und Schüler haben mir bei der Entwicklung meines Pfades geholfen“, sagt Pfeiffer. Auch Schulleiterin Anika Rockmann unterstützte das Vorhaben der Studentin - und ist glücklich über den Pfad in unmittelbarer Nähe. „Der Erlebnispfad ist eine Bereicherung für die Naturgrundschule“, sagt die Schulleiterin. Er unterstütze das Konzept der Schule und verbinde viele Aspekte des handlungsorientierten Unterrichts miteinander, so Rockmann.

Auch Edgar Pilz, Ortsbürgermeister von Heiligenthal, freut sich über die neue Attraktion. „Der Pfad wird mit sehr positiver Resonanz von den Bürgern aufgenommen.“ Er sei eine Bereicherung für den gesamten Ort. „Der Erlebnispfad ist lehrreich - und zwar auch für Erwachsene“, sagt Pilz schmunzelnd. Wie es nach dem Bachelorstudium für Annalena Pfeifer weitergeht, steht noch nicht fest. „Ich bin dabei, mich für einen Master zu bewerben.“ Die Stadt ist noch offen, aber Pfeiffer will sich auf visuelle Kommunikation spezialisieren - dazu habe auch der entwickelte Erlebnispfad beigetragen. An welche Uni es die 22-Jährige auch verschlägt - ihr „Schatz des Waldes“ wird weiterhin in Heiligenthal verewigt sein. (mz/Felix Fahnert)