Studentenaktion am Otto-Brosowski-Schacht bei Gerbstedt

Studentenaktion am Otto-Brosowski-Schacht bei Gerbstedt : Vulkanausbruch auf der Halde

Gerbstedt/Mansfeld - Eine Halde wird zum Vulkan - wenn auch nur für fünf Minuten. Am ehemaligen Otto-Brosowski-Schacht bei Gerbstedt haben Schweizer Architekturstudenten gemeinsam mit zwei Berliner Künstlern einen Vulkanausbruch zelebriert. Ein Pyrotechniker zündete am Dienstagabend ein kleines Feuerwerk auf der rund 100 Meter hohen Halde. Hintergrund der Kunst-Aktion: Die Studenten der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich sind mit ihren Professoren Philip Ursprung und Alex Lehnerer derzeit im Rahmen einer Seminarwoche im Mansfelder Land und im Harz unterwegs. Die Exkursion ist Bestandteil eines zweijährigen Forschungsprojekts zur Landschaft und Kulturgeschichte der indonesischen Insel ...

Von Jörg Müller 17.03.2016, 09:43

Eine Halde wird zum Vulkan - wenn auch nur für fünf Minuten. Am ehemaligen Otto-Brosowski-Schacht bei Gerbstedt haben Schweizer Architekturstudenten gemeinsam mit zwei Berliner Künstlern einen Vulkanausbruch zelebriert. Ein Pyrotechniker zündete am Dienstagabend ein kleines Feuerwerk auf der rund 100 Meter hohen Halde. Hintergrund der Kunst-Aktion: Die Studenten der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich sind mit ihren Professoren Philip Ursprung und Alex Lehnerer derzeit im Rahmen einer Seminarwoche im Mansfelder Land und im Harz unterwegs. Die Exkursion ist Bestandteil eines zweijährigen Forschungsprojekts zur Landschaft und Kulturgeschichte der indonesischen Insel Java.

Der aus Mansfeld stammende Naturforscher und Arzt Franz Wilhelm Junghuhn (1809-1864) hat sich mit der ersten umfassenden geografischen, geologischen und botanischen Erforschung der indonesischen Insel Java bleibende wissenschaftliche Verdienste erworben. An den „Humboldt von Java“ erinnern in Mansfeld eine Gedenktafel und ein Gedenkstein.

„Dabei sind wir natürlich auch auf Franz Wilhelm Junghuhn gestoßen“, sagt der Architektur-Professor Lehnerer im Gespräch mit der MZ. Der Mansfelder Junghuhn, der bis heute als „Humboldt von Java“ bekannt ist, hat die Insel als Erster umfassend erforscht. Unter anderem bestieg er zahlreiche Vulkane, die er wissenschaftlich untersuchte und dokumentierte. Was fasziniert den Schweizer Architekten an Junghuhn? „Seine Reisen in andere Kulturen und dass er in so vielen Disziplinen erfolgreich tätig war“, so Lehnerer. „Wir können von ihm lernen, auch was den geschichtlichen Zugang zu Indonesien betrifft.“

Im vergangenen Jahr haben die beiden Professoren mit interessierten Studenten bereits Exkursionen nach Java unternommen und dort auch einen Vulkan erklommen. „Nun folgen wir Junghuhns Spuren in seiner Heimat“, sagt Lehnerer. So haben die 40 Studenten, die auf Schloss Mansfeld untergebracht sind, Junghuhns Geburtsstadt kennengelernt und im Rektorat die Ausstellung des Heimatvereins über den Naturforscher besucht. „In Mansfeld steht Junghuhn ja etwas im Schatten von Luther“, so Lehnerer. Außerdem war die Gruppe im Röhrigschacht sowie in Halberstadt. Morgen ist dann noch ein Aufstieg auf den Brocken geplant.

„Wir arbeiten in dem Projekt auch immer mit verschiedenen Künstlern zusammen“, sagt der Professor. So ist es zu der Kunst-Aktion bei Gerbstedt gekommen. Mit den Berliner Aktionskünstlern Wermke/Leinkauf wurde die Idee entwickelt, zu Ehren des Vulkan-Forschers Junghuhn auf einer Abraumhalde einen Vulkan ausbrechen zu lassen. „Wir haben das mit dem Schützenverein abgesprochen, auf deren Privatgelände die Halde des Otto-Brosowski-Schachts steht“, so Lehnerer. Die ganze Aktion sei natürlich fotografisch und filmisch festgehalten worden, mit Einsatz einer Drohne. Am Vortag hatte es bereits eine weitere Kunst-Aktion an der Halde gegeben. „Wir haben mit bengalischen Feuern eine circa drei Kilometer lange Linie in Richtung Java gezogen.“ (mz)