Klasse 2.0

„Zeitung lesen ist schon cool“

Deutschstunde in der Klasse 8 R 4 in der Kooperativen Gesamtschule „Wilhelm von Humboldt“ in Halle-Neustadt: An diesem Dienstagmorgen steht mal nicht Deutschlehrerin Bettina Wiegand vor ihren Schülern, sondern eine MZ-Redakteurin - das Medienprojekt „Klasse 2.0“ der Mitteldeutschen Zeitung macht es möglich. Das von Commerzbank und Mitgas unterstützte Projekt, an dem Bettina Wiegand seit Jahren jeweils mit einer achten Klasse teilnimmt, ermöglicht den Schülern tiefere Einblicke in die komplexe Welt der Medien, aber auch interessante Begegnungen zu aktuellen Themen.

Von Katja Pausch

Halle (Saale). So besuchten die Humboldt-Schüler zum Beispiel den Wasserskiclub am Hufeisensee, durften gar eine Runde über den See drehen. Und auch das Erdgasauto, organisiert vom Unternehmen Mitgas, machte auf dem Neustädter Schulhof Station. Zugleich erhalten die Schüler Tipps zum Schreiben eigener Texte, die sie entweder in der MZ oder auf dem „Klasse 2.0“-Blog veröffentlichen werden.

Seit einigen Wochen ist daher für die Achtklässler das Lesen der MZ fester Bestandteil des Deutschunterrichts. „Da die Schüler in dieser Klassenstufe laut Lehrplan die wichtigsten journalistischen Darstellungsformen kennenlernen, passt das Medienprojekt super in den Unterrichtsablauf“, freut sich Bettina Wiegand, die sich in dieser Dienstags-Deutschstunde eher im Hintergrund hält.

Währenddessen erfahren ihre Schützlinge, wie der Arbeitstag eines Lokaljournalisten aussieht: Zum Beispiel, dass die Vor-Ort-Recherche durch nichts zu ersetzen ist, eine Gegenrecherche zwingend dazu gehört und die Mittagskonferenz ein fester Termin für alle Redakteure darstellt. Großes Staunen ruft die Aussage hervor, dass die Zeitung bis maximal 23.30 Uhr aktualisiert werden kann - „ganz schön spät“, so die einhellige Meinung. Was bei Pressefotos

zu beachten ist, erklärt dann MZ-Fotograf Silvio Kison anhand der aktuellen Ausgabe, die jeder vor sich hat. Beim Blättern stellen die Schüler fest: „Zeitung lesen ist schon cool.“ Und natürlich nutzen die 13- und 14-Jährigen die Chance, um ihre Fragen loszuwerden. „Ist der Job anstrengend?“, will Sharon wissen, während sich Philipp für die Foto-Ausrüstung interessiert.

Klar, dass da 90 Minuten Unterricht wie im Fluge vergehen. Dennoch bleibt Zeit, den Schülern ein paar Tipps zum Schreiben eines eigenen Artikels zu geben. Den werden Sharon und Lukas, Anne, Philipp, Sebastian und ihre Mitschüler in der nächsten Deutschstunde schreiben.