Trothaer Straße

Trothaer Straße in Halle: Lkw sorgen für Gefahr auf dem Radweg

Halle (Saale) - In der Trothaer Straße weichen Lastwagen oft auf den Schutzstreifen für Radler aus. Die Stadt will dort nun eine neue Ampel installieren.

Von Oliver Müller-Lorey 09.07.2018, 10:39

Vor der Würstchenbude an der Kreuzung Trothaer Straße/ Pfarrstraße gibt es nicht nur leckere Roster, sondern auch ein spannendes Begleitprogramm.

Eines, auf das die Besucher des Imbisses und vor allem alle, die hier im Norden der Stadt vorbeikommen, gerne verzichten würden: Auf dem Radweg stadteinwärts spielen sich regelmäßig gefährliche Szenen ab, denn die Straße ist viel zu schmal. Kaum ein Auto bleibt in seiner Spur. Fährt ein Lastwagen auf dem rechten Fahrstreifen, trauen sich viele Autofahrer nicht, links an ihm vorbeizufahren.

Radfahrt-Initiative „Halle-Verkehrt“ sieht an Engstelle Lebensgefahr

Doch besonders gefährlich ist die Situation für Radfahrer, beklagt die hallesche Radfahrt-Initiative „Halle-Verkehrt“. Sie sieht an dieser Engstelle sogar Lebensgefahr. „Mehrere Radfahrer haben bereits berichtet, dass sie sich nur durch ein Abspringen nach rechts über die Bordkante vor einem Lkw retten konnten, was auch zu Stürzen geführt hat“, heißt es von Marco Gergele, einem der bekanntesten Kämpfer für die Rechte von Radfahrern in Halle.

Das Problem an dieser Stelle sei die sogenannte Schleppkurve. Das bedeutet, dass lange Fahrzeuge die S-Form, die die Straße hat, nicht einhalten können und ausschwenken müssen. Dabei müssten sich die Fahrer entscheiden, ob sie in die Überholspur oder in den Radstreifen hineinragen wollen. Vor einem Jahr habe man deshalb einen Antrag bei der Stadt gestellt, um das Problem zu beheben.

Die Verwaltung will nun reagieren und im September eine Ampel mit gesonderter Grünphase für Radfahrer und Autos installieren, heißt es in einer Antwort auf eine MZ-Anfrage. Trotzdem ist der Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Tobias Teschner, der Meinung: „Es handelt sich um einen Radfahrstreifen, dessen Breite den gesetzlichen Vorschriften entspricht.“

Gemäß Straßenverkehrsordnung und dazugehöriger Verwaltungsvorschrift müsse die Breite mindestens 1,50 Meter betragen. „An der Engstelle ist der Radfahrstreifen 1,55 bis 1,60 Meter breit“, sagt Teschner. Außerdem sei kein einziger registrierter Unfall mit Radfahrern an dieser Stelle bekannt.

Stadt setzt auf Ampel-Lösung

Doch auf Fotos von Marco Gergele, der nachgemessen hat, ist der Streifen gerade einmal 1,40 Meter breit - inklusive weißem Begrenzungsstreifen und Rinnstein. „Der Streifen ist also zu schmal“, stellt der passionierte Radfahrer fest. Die optimale Lösung für ihn wäre, die Trothaer Straße stadteinwärts bis hinter der Haltestelle Pfarrstraße einspurig verlaufen zu lassen. Schließlich sei sie ja das ganze Stück davor auch schon einspurig. „Es gibt zwar einen Haken daran: Es passen weniger Autos über die Kreuzung“, gesteht er.

Doch der normale Berufsverkehr passe nach Berechnungen der Verwaltung dennoch durch. Nur bei „Überlast“, also etwa wenn die Autobahn 14 gesperrt ist und sich mehr Verkehr durch Trotha quält als normal, könnte es zu Staus kommen. Damit dann keine Autos die Straßenbahngleise blockieren, schlägt Gergele vor, die Ampelphase an der Oppiner Straße an der Abzweigung nach Könnern beziehungsweise Köthen zu verändern. Die Ampel könnte den Zufluss von Autos drosseln und den Stau bei „Überlast“ in Richtung Norden verschieben.

Für die Stadt ist das keine Option. Eine Reduzierung auf nur eine Spur an der Engstelle würde „zu einer Verschlechterung des Verkehrsflusses und zu einer Behinderung des Nahverkehrs führen“, so Teschner. Man setze deshalb auf die Ampel-Lösung. (mz)