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Schulen in Halle: Weniger Losverfahren bei Bewerbungen an Gymnasien und Gesamtschulen

Halle (Saale) - In Halle kam das Losverfahren an Schulen im Jahr 2016 weniger zum Einsatz als im Vorjahr und betraf Bewerber des Giebichenstein-Gymnasiums „Thomas Münzer“, der IGS Halle und des Neuen Städtischen Gymnasiums (NSG).

Von Robert Briest 13.07.2016, 19:26

Die Stochastik hat für Halles Gymnasiasten in diesem Jahr an Bedeutung verloren. Nicht für die Abgänger, die sich in ihren Abiprüfungen nach wie vor mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung plagen müssen, wohl aber für die Anfänger der fünften Klasse. Denn von ihnen waren deutlich weniger auf Losglück angewiesen, um auf das Wunschgymnasium zu kommen, als noch im Vorjahr.

In Halle gilt die Regel: Hat eine Schule mehr Anmeldungen als Plätze wird gelost. Im vergangenen Jahr kam das Los 349 Mal zum Einsatz, 2016 hingegen lediglich 209 Mal. Betroffen waren davon laut Stadtverwaltung Schüler, die auf das Giebichenstein-Gymnasium „Thomas Münzer“, die IGS Halle und das Neue Städtische Gymnasium (NSG) wollten.

Letzteres sieht Bildungsdezernentin Katharina Brederlow als Hauptgrund für den Rückgang der Losverfahren. Mit der Eröffnung der neuen Schule in der Oleariusstraße im vergangenen Jahr habe die Stadt auf die seit Jahren gestiegene Nachfrage nach Gymnasiumsplätzen vor allem in der Innenstadt reagiert. „Die Entscheidung für das Neue Städtische Gymnasium ist als Erfolg zu werten. Es kann 2016/17 eine besonders hohe Anmeldezahl von Schülern vorweisen“, resümiert Brederlow.

Aufwärtstrend bei Schülerzahlen auch an Grundschulen

Insgesamt liegen der Stadt nach aktuellem Stand 444 Anmeldungen für die 5. Klassen der Gesamtschulen sowie 573 für die Gymnasien vor. Wie viele Schüler am Ende tatsächlich nicht an ihre Wunschschule dürfen und wohin sie stattdessen fahren müssen, dazu äußerte sich die Verwaltung auf Anfrage nicht. Brederlow erklärte lediglich: „Durch die Stadt Halle wurden Alternativen angeboten, zwischen denen die Eltern wählen konnten. Die Alternativen lagen in verschiedenen Stadtteilen, damit lange Schulwege größtenteils vermieden werden können.“

Doch nicht nur bei Gymnasien sind die Anmeldezahlen hoch. Auch bei den Grundschulen gibt es seit Jahren einen Aufwärtstrend bei den Schülerzahlen. So stieg die Zahl der Grundschüler von 5.630 2005/06 auf 7.620 2015/16. Für das neue Gymnasium liegt noch keine Gesamtzahl vor. Die bisher gut 1.940 Neuanmeldungen für die erste Klasse deuten jedoch auf ein neues Hoch hin. Die hohe Nachfrage im Kita-Bereich lässt einen anhaltenden Aufwärtstrend erwarten. (mz)