Rückraumspielerin der Wildcats

Rückraumspielerin der Wildcats: Wie Lea Gruber ihre Zeit in Halle angeht

Halle (Saale) - Die Sonnenblumen auf dem Küchentisch haben ihre strahlenden Tage schon hinter sich. Doch Lea Gruber fällt es offensichtlich schwer, sich von ihnen zu trennen. Nicht nur, weil es ihre Lieblingsblumen sind. „Mein Freund hat sie mir geschenkt“, sagt die 22-Jährige und lächelt verlegen. Der ist zu Hause geblieben, in der Nähe von ...

Von Petra Szag 25.07.2019, 07:13

Die Sonnenblumen auf dem Küchentisch haben ihre strahlenden Tage schon hinter sich. Doch Lea Gruber fällt es offensichtlich schwer, sich von ihnen zu trennen. Nicht nur, weil es ihre Lieblingsblumen sind. „Mein Freund hat sie mir geschenkt“, sagt die 22-Jährige und lächelt verlegen. Der ist zu Hause geblieben, in der Nähe von Stuttgart.

Für Lea Gruber hingegen ist es gerade an der Zeit für etwas Neues. Am vorletzten Samstag noch hat sie ihr Bachelorstudium für Grafikdesign an der heimischen Hochschule beendet, mit einer sehr emotionalen Party Abschied genommen von der Familie und ihren Freunden - auch denen vom Handballzweitligisten Waiblingen - und am Sonntag ging es auch schon aus dem beschaulichen Schwaikheim nach Halle, wo sie ihre sportliche Leidenschaft mindestens in den nächsten zwei Jahren ausleben will.

Lea Gruber: Von Waiblingen nach Halle

Lea Gruber ist eine von den fünf Neuen, mit denen die Wildcats ab September in der zweiten Bundesliga angreifen werden. Und auch wenn die 1,74 Meter große Rückraumspielerin zugibt, dass sie sich nur allzu gern im Oberhaus hätte beweisen wollen und den Abstieg ihres neuen Vereins in der Ferne bedauert hatte, so versichert sie doch auch: „Ich freue mich riesig auf diese Herausforderung.“

Schon vor einem Jahr hatte Unions Trainerin Tanja Logvin das Gespräch mit der Spielerin gesucht, die als torgefährlich gilt, spielintelligent und körperlich stark. „Sie kann eine ganz Große werden und mit der Mannschaft wachsen“, sagt Halles Trainerin und schätzt nicht nur ihre Fertigkeiten mit dem Ball. „Lea hat auch Persönlichkeit und Humor“.

Nach Abschluss ihres Studiums nun will die so Hochgelobte den nächsten Schritt wagen. Sie hat sich von zu Hause abgenabelt und ihre erste eigene Wohnung im Blumenviertel von Halle-Neustadt bezogen. Außerdem überlegt sie, mit einem Halbtags-Job in einer Agentur erste berufliche Erfahrungen zu sammeln oder für zwei weitere Jahre ein Studium an der Kunsthochschule Burg dranzuhängen. Die Entscheidung steht noch aus.

Lea Gruber denkt über Studium an der Kunsthochschule Burg nach

Obwohl Halle vergangene Saison noch erste Liga gespielt hatte und Waiblingen zweite, trafen Lea Gruber und Union schon einmal aufeinander: im Pokal-Achtelfinale. An diesem 3. November in der Erdgas-Arena tat sich der Favorit schwer, gewann nur mit 30:29. Gruber warf damals zehn Tore. „Den Kontakt zu Trainerin Tanja Logvin gab es aber vorher schon“, erklärt Halles Neue.

Vor allem aber will Lea Gruber als Handballerin vorankommen. Bei Union unter Tanja Logvin sieht sie dafür die Voraussetzungen, denn ihre neue Trainerin fordert Kreativität ein - und davon hat Lea Gruber eine Menge aufzuweisen. Nicht nur auf dem Parkett.

Ihre noch nackten Wände in der möblierten Dreizimmerwohnung, die sie von der nach Mainz gewechselten Nina Reißberg übernommen hat, will Lea Gruber mit vielen selbst geschossenen Fotos verschönern sowie mit selbst gemalten Bildern. Dazu braucht sie Vaters Hilfe, der sich schon mit der Bohrmaschine angekündigt hat.

Lea Gruber mit Fernbeziehung: Freund Lukas spielt auch Handball

Überhaupt helfen viele aus ihrem alten Umfeld beim Start in das neue Leben. Oma beispielsweise hat die Kaffeemaschine spendiert. Und Freund Lukas, der natürlich auch Handball spielt und dazu noch Lehramt studiert, will so oft es geht kommen. „Es gibt ja Flüge von Stuttgart nach Leipzig und mit dem Auto sind es auch nur vier Stunden“, sagt Lea Gruber, die sich in einer gefestigten, bereits sechs Jahre andauernden Beziehung sieht.

Auch wenn sie ihre alten Freundschaften weiter pflegen will, so hofft Lea Gruber doch, neue Freunde dazuzugewinnen. Mit Julia Reeder, die gerade vom THC aus Thüringen nach Halle gewechselt ist, war sie Sonnenbaden am Heidesee. Halles Altstadt haben sie schon erkundet.

Ach ja, und über die Gutscheine für Theater und Oper von der Stadt für Neuankömmlinge hat sich die Wahlhallenserin sehr gefreut. Die wird sie natürlich in Anspruch nehmen. Angst, sich einsam zu fühlen, hat Lea Gruber nicht, auch wenn sie nun eine Fernbeziehung führt. Ihr Lukas wird schon dafür sorgen, dass sie bald wieder frische Sonnenblumen auf dem Tisch zum Strahlen bringen werden. (mz)