Protest auf Halles Markt

„Public Climate School“: Klimaaktivisten protestieren für ausgestorbene Tierarten

Halle (Saale) - Studentische Klimaaktivisten von „Students for Future“ haben am Montagvormittag auf dem Marktplatz in Halle die sogenannte „Public Climate School“ (öffentliche Klimaschule) eröffnet. Etwa 20 Teilnehmer hatten sich versammelt und einige Stuhlreihen vor dem Ratshof aufgestellt. An den Stühlen hingen Schilder mit den Namen von ausgestorbenen Tierarten. Zu jeder ausgestorbenen Art lasen die Aktivisten je einen kurzen Text vor, der die Tiere erklärte und warum sie heute nicht mehr da sind, nämlich meistens weil der Mensch sie ausgerottet ...

Von Jonas Nayda 25.05.2020, 10:10

Studentische Klimaaktivisten von „Students for Future“ haben am Montagvormittag auf dem Marktplatz in Halle die sogenannte „Public Climate School“ (öffentliche Klimaschule) eröffnet. Etwa 20 Teilnehmer hatten sich versammelt und einige Stuhlreihen vor dem Ratshof aufgestellt. An den Stühlen hingen Schilder mit den Namen von ausgestorbenen Tierarten. Zu jeder ausgestorbenen Art lasen die Aktivisten je einen kurzen Text vor, der die Tiere erklärte und warum sie heute nicht mehr da sind, nämlich meistens weil der Mensch sie ausgerottet hat

Klimaaktivisten machen mit Protest auf ausgestorbene Tiere aufmerksam

„Wir wollen auf den Biodiversitätsverlust aufmerksam machen“, sagt Teresa Weißert, eine Sprecherin von „Students for Future“. Die leeren Stühle sollten gewissermaßen ein Auditorium darstellen, vor dem die Aktivisten ihre Texte und auch einige Gedichte vorlasen. Es sei wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, welche Schönheit verloren gegangen sei, weil viele Tierarten für immer ausgestorben sind. 6.400 Arten seien aktuell immer noch vom Aussterben bedroht.

Mit Kreide malten einige Teilnehmer Sprüche wie „Verkehrswende statt Weltende“ oder „Mehr Platz fürs Fahrrad“ auf die Pflastersteine. Mehrere Passanten blieben stehen und beobachteten das Treiben. Die Aktion auf dem Marktplatz war von den Behörden unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen genehmigt worden. Die Aktivisten hielten den gebotenen Sicherheitsabstand ein und trugen Mundschutzmasken.
Noch bis zum kommenden Freitag findet in ganz Deutschland die „Public Climate School“ statt.

Unis sollten ihre Vorbildrolle gezielt einsetzen, um einen Wandel anzustoßen

Hauptsächlich gibt es Lesungen, Poetry-Slams und Diskussionen mit Wissenschaftlern aus verschiedenen deutschen Universitätsstädten, die meistens live ins Internet übertragen werden. Dank sozialer Medien können die Zuhörer sich aktiv daran beteiligen. Aus Halle ist Professor Josef Settele vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung mit dabei.
Die „Students for Future“ möchten Wissenschaft und Gesellschaft wieder näher zueinander bringen. Die Bildungsveranstaltungen der „Public Climate School“ richten sich deshalb an alle Menschen gleichermaßen, egal ob Student, Schüler, Arbeiter oder Rentner.

„Hochschulen müssen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimakrise für alle Menschen zugänglich machen“, sagt Weißert. Die Unis sollten ihre Vorbildrolle gezielt einsetzen, um einen Wandel anzustoßen.
„Students for Future“ ist eine Arbeitsgruppe der Klimaschutz-Aktivisten von „Fridays for Future“. Seit Sommer 2019 sind die Studenten in Halle politisch aktiv, sie stehen im Austausch mit den Hochschulleitungen in der Stadt. Die Public Climate School ist unter www.studentsforfuture.info. (mz)