Nominierung für Bürgerpreis

Nominierung für Bürgerpreis : Die Gospel-Stimme Halles

Halle (Saale) - Sachsen-Anhalts Chöre leiden unter Nachwuchssorgen - doch darüber kann Thomas Piontek nun gar nicht klagen. Im Gegenteil: Wer in dem von ihm geleiteten Gospel-Chor „Joy’n’us“ mitsingen möchte, muss erst mal eine Aufnahmeprüfung machen. Gut zehn Bewerber melden sich jedes Jahr dafür an. „Wer singen kann, den nehmen wir“, sagt der 42-Jährige - eine richtig hohe Hürde soll das Vorsingen dann nun auch wieder nicht sein. Aber es muss für den Hallenser, der hauptberuflich als Kantor in der evangelischen Weißenfelser Stadtkirche arbeitet, auch musikalisch ...

Von Silvia ZÖLLER 15.01.2016, 15:35

Sachsen-Anhalts Chöre leiden unter Nachwuchssorgen - doch darüber kann Thomas Piontek nun gar nicht klagen. Im Gegenteil: Wer in dem von ihm geleiteten Gospel-Chor „Joy’n’us“ mitsingen möchte, muss erst mal eine Aufnahmeprüfung machen. Gut zehn Bewerber melden sich jedes Jahr dafür an. „Wer singen kann, den nehmen wir“, sagt der 42-Jährige - eine richtig hohe Hürde soll das Vorsingen dann nun auch wieder nicht sein. Aber es muss für den Hallenser, der hauptberuflich als Kantor in der evangelischen Weißenfelser Stadtkirche arbeitet, auch musikalisch stimmen.

Und auch bei seinen anderen ehrenamtlichen Musikprojekten gibt es einen riesigen Zulauf: Seit drei Jahren organisiert er in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung das Volkslieder-Singen auf der Würfelwiese. „Bis zu 120 Leute kommen dann“, freut er sich. Als er vor gut 15 Jahren den Schkeuditzer Chor „Molto Vocale“ übernommen hatte, kamen nur neun Sänger zu den Proben - heute sind es rund 40 Männer und Frauen. Warum auch der Gemeindechor der Weißenfelser Stadtkirche, der Weißenfelser Gospelchor und ein Kammerchor nicht über Mitgliederschwund klagen müssen, erklärt sich leicht: Thomas Piontek leitet seine Chorprojekte mit riesiger Leidenschaft und mitreißend.

Kein Wunder, denn Musik ist sein Leben. Und das schon seit früher Kindheit: „Von der achten bis zur zwölften Klasse war ich Mitglied im Stadtsingechor.“ Auf seinen eigenen Wunsch hin lernte er Flöte, Klavier und Oboe spielen. Und begann folgerichtig auch ein Musikpädagogik-Studium und wechselte dann zur Kirchenmusik.

„Kirche als Konzertraum, das ist einfach schön“, sagt er. Wenn „Joy’n’us“ in den Gotteshäusern der Region bis hin nach Dessau oder Thüringen auftreten, dann kommen 300 bis 400 Zuhörer. Mindestens doppelt so viele kamen auch zur Premiere der halleschen Gospelnacht 2012 in die Pauluskirche - auch das war eine Idee von Piontek, der dort neben weiteren Chören mit „Joy’n’us“ aufgetreten ist. Nachdem die Gospelnacht im vergangenen Jahr ausgefallen ist, gibt es für 2016 aber einen Termin: Am 24. September ist es so weit.

Dass es sich bei Gospel um geistliche Lieder handelt, stellt Piontek bei den Konzerten dennoch eher zurückhaltend dar. „Für mich sind das eher allgemeingültige Botschaften - zum Beispiel die, dass man die Fesseln lösen kann, die uns binden.“ Und dafür ist die Musik, die „Joy’n’us“ mit Bandbegleitung herüberbringt, für den Musiker einfach wunderbar geeignet. Nicht nur für die Sänger und die Band, sondern auch für die Zuhörer. „Viele Leute können mit Gospel einfach was anfangen, es gibt ihnen ein gutes Gefühl“, sagt er. (mz)