Neues Städtisches Gymnasium

Neues Städtisches Gymnasium: Was aus der alten Turnhalle entstehen soll

Halle (Saale) - Das Mittagessen ist Jan Riedel wichtig. Gesund und abwechslungsreich soll es sein und die dazugehörige Mittagspause nach Möglichkeit „ein Dreh- und Angelpunkt“ des Schulbetriebs am Neuen Städtischen Gymnasium (NSG). Doch das sei derzeit schwer möglich, berichtet der Schulleiter denn für die knapp 200 Schüler steht aktuell nur ein 40 Quadratmeter großer Raum zur Speisung zur ...

Von Robert Briest 29.10.2016, 08:00

Das Mittagessen ist Jan Riedel wichtig. Gesund und abwechslungsreich soll es sein und die dazugehörige Mittagspause nach Möglichkeit „ein Dreh- und Angelpunkt“ des Schulbetriebs am Neuen Städtischen Gymnasium (NSG). Doch das sei derzeit schwer möglich, berichtet der Schulleiter denn für die knapp 200 Schüler steht aktuell nur ein 40 Quadratmeter großer Raum zur Speisung zur Verfügung.

Ab kommenden Schuljahr wird sich dieses Platzproblem jedoch wohl lösen. Denn auf dem Gelände zwischen Olearius- und Dreyhauptstraße soll in der alten Turnhalle eine neue Mensa entstehen. Mit einem entsprechenden Baubeschluss befasst sich am Dienstag der Bildungsausschuss. Knapp 1,5 Millionen Euro soll der erste von insgesamt drei geplanten Bauabschnitten an dem historischen Gebäudekomplex kosten. Der Baustart ist für April 2017 geplant. Nur vier Monate später sollen die ersten Essen über die Theke gehen.

Anstehende Baumaßnahmen

Riedel zeigt sich sehr erfreut über die anstehenden Baumaßnahmen. Die neue Mensa soll das kulturelle und kulinarische Zentrum der Schule bilden. Die alte Turnhalle sei ohnehin nicht für den Sportunterricht geeignet. Denn in dem denkmalgeschützten Gebäude stehen acht Säulen mitten im Raum, die einen geordneten Spiel- und Sportbetrieb erschweren: „Sie können auch nicht entfernt werden.“ Und so soll nun in die Halle eine quaderförmige Essensausgabe gesetzt werden, in den bisherigen Umkleidekabinen sollen Küchen- und Sanitärräume für die Mitarbeiter untergebracht werden.

Saniert werden soll auch die Aula ein Stockwerk höher. „Das ist ein großer Raum mit Bühne“, erklärt Riegel. Die soll laut Baubeschluss jedoch einem zweiten Rettungsweg weichen. Dafür soll eine neue modulare Bühne entstehen.

Berufsschule muss weichen

Das NSG hatte zum vergangenen Schuljahr den Betrieb im Herzen der Stadt aufgenommen – zunächst mit einer fünften Klasse. Jährlich kommt nun ein Jahrgang mit jeweils 100 bis maximal 112 Schülern hinzu. Die Nachfrage ist groß. So groß, dass die Plätze in diesem Jahr per Losverfahren vergeben werden mussten. „Ab 2022 werden wir dann etwa 800 bis 900 Schüler haben“, blickt Riedel voraus.

Dafür reicht natürlich der Platz im bisher genutzten Trakt an Oleariusstraße nicht aus. In den kommenden Jahren sollen deshalb auch die Gebäuderiegel an der Gutjahr- und der Dreyhauptstraße saniert werden. Dies hatte im Vorfeld für viele Diskussionen gesorgt. Denn in dem um 1900 als Gewerbeschule errichteten Komplex waren zwei Berufsschulen beheimatet. Eine davon, die Gutjahrschule, ist bereits in ein neues Domizil Nahe der Schwimmhalle Neustadt gewechselt.

Umbau kostet 8,8 Millionen Euro

Damit die Sanierungspläne wie angedacht umgesetzt werden können, müsste im kommenden Jahr dann auch die unter anderem auf Medien und Gestaltung spezialisierte Dreyhaupt-Schule (BBS III) weichen. Die Suche nach einem Ausweichquartier läuft noch. Ursprünglich angedacht war ein Umzug nach Heide-Nord, doch das wollte die Schule nicht. Sie möchte lieber mit an den Bildungscampus Neustadt, wo derzeit nach geeigneten Gebäuden gesucht wird.

Sollte ein Ersatzstandort gefunden werden, soll im kommenden Jahr der Flügel an der Dreyhauptstraße saniert werden. Das NSG würde in dieser Zeit dann zunächst provisorisch in das Haus an der Gutjahrstraße ziehen, welches dann anschließend in einem dritten Bauabschnitt saniert würde. Bis 2019 soll der insgesamt 8,8 Millionen Euro teure Umbau dann vollständig abgeschlossen sein. (mz)