„Es hat sich ergeben“

Junge Buchhändlerin aus Halle eröffnet bereits ihr Geschäft Nummer drei

Die Buchhändlerin Theresa Donner hat einen weiteren Laden in Halle eröffnet. Dort gibt es vor allem eines: Kalender in allen Formaten.

Von Denny Kleindienst
Das ?heiter bis wolkig? gibt es nun auch  in der Gütchenstraße. Theresa Donner verkauft dort aber vorerst keine Bücher.
Das ?heiter bis wolkig? gibt es nun auch in der Gütchenstraße. Theresa Donner verkauft dort aber vorerst keine Bücher. Foto: Silvio Kison

Halle (Saale)/MZ - Es ist das dritte Geschäft in Halle innerhalb von vier Jahren, das die Buchhändlerin Theresa Donner an in der Ludwig-Wucherer-Straße Ecke Gütchenstraße eröffnet. Und noch bevor sie die ersten Kunden dort begrüßt hat, sagt sie: „Ich merke jetzt schon, ich bin gerne hier.“

Weniger als 300 Meter entfernt hat sie in einem Eckhaus an der Lu-Wu 2017 den Buchladen „heiter bis wolkig“ eröffnet. Damals war sie Ende zwanzig und neu in der Stadt. Es war eine Bauchentscheidung. Im vergangenen Jahr folgte die Eröffnung ihrer zweiten Buchhandlung in der Richard-Wagner-Straße. Die ist ihr so ein bisschen dazwischen gerutscht. Oder wie Theresa Donner sagt: „Es hat sich ergeben.“ Eigentlich wollte sie einen größeren Laden beziehen, fand in der Richard-Wagner-Straße dann aber einen genau so großen. So fiel die Entscheidung: „Wir machen zwei.“

„Ich habe eher ein neues Publikum erschlossen.“

Da waren aber auch die Zweifel: Ob die nahe beieinander gelegenen Geschäfte sich womöglich „selbst kannibalisieren“. Das haben sie nicht. Im Gegenteil. „Ich habe eher ein neues Publikum erschlossen.“ Laut der Buchhändlerin würden die Giebichensteiner von der Richard-Wagner-Straße aus eher Richtung Innenstadt abbiegen, während die Lu-Wu das Publikum aus dem Paulusviertel anzieht.

Den Beleg, vieles richtig zu machen, gab es in diesem Jahr dann in Form des Deutschen Buchhandelspreises. Das „heiter bis wolkig“ erhielt ihn in der Kategorie „besonders herausragende Buchhandlungen“. Es sei motivierend, wenn man für das, was man gern macht, ausgezeichnet wird, sagt Theresa Donner. Für die 7.000 Euro Preisgeld wurde ein Lastenfahrrad gekauft, das für Großbestellungen oder Büchertische eingesetzt wird. Oder für die Lieferungen von Geschäft zu Geschäft.

„So eine Ampel ist super“

Das mit dem dritten Laden hat sich dann ebenfalls ergeben. Er ist tatsächlich doppelt so groß. Im Februar sollen aus drei wieder zwei Läden werden. So bleibt genug Zeit zum Umräumen. Auf der Lu-Wu wird es dann nur noch den neuen Laden geben. Theresa Donner ist es wichtig, auf der Hauptachse zu bleiben. Ihr gefällt, nun sagen zu können, „wir sind oben auf dem Berg“, wenn wieder die Frage kommt, wo genau auf der Lu-Wu der Laden liegt. Das Gute sei zudem die Tramstation vor der Tür - und die Kreuzung. „So eine Ampel ist super“, sagt die Buchhändlerin. Als sie kürzlich selbst bei Rot warten musste, schaute sie direkt auf ihre Schaufenster. „Viel präsenter“ findet sie das neue Geschäft.

Drinnen gibt es bis Februar allerdings „nichts, was mit Büchern zu tun hat“. Geschäft Nummer drei ist nämlich vorerst ein Kalender-Pop-up-Store. Sprich: Es gibt Kalender in allen Formaten, Kalender zum Aufhängen wie auch Taschenkalender. Die Hauptverkaufszeit dafür sei zwar der November. Theresa Donner betont aber: „Kalender werden nie nachgedruckt.“ Wem also ein bestimmtes Exemplar gefällt, der sollte besser früher zugreifen als zu spät. Schon am Freitag, 10. September, wird in dem Laden eine erste Lesung stattfinden. Weitere folgen. Und nächstes Jahr dann auch die Bücher. Hat man als Buchhändlerin eigentlich immer zu wenig Platz? „Klar“, sagt Theresa Donner.