Medienprojekt Klasse 2.0

Falschgeld im Keller

Einen außergewöhnlichen Ausflug durften kürzlich die Schüler einer achten Klasse der Latina machen: Die 8/2 des Landesgymnasiums stattete der Commerzbank einen Besuch ab. Möglich wurde die nicht alltägliche Exkursion dank des Medienprojekts Klasse 2.0, das die Mitteldeutsche Zeitung gemeinsam mit dem Unternehmen Mitgas und der Commerzbank initiiert hat.

Von Katja Pausch

Halle (Saale). Bevor es für die 14-Jährigen ins Allerheiligste einer Bank - den Tresorraum - ging, stellte sich Filialleiter Mirko Potthas den Schülern vor, die die Gunst der Stunde natürlich gleich zum Fragenstellen nutzten. „Wir haben den Besuch in der Bank gut vorbereitet“, so Klassenleiterin Berenbruch. Die Schüler hätten sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und die Fragen in kleineren Gruppen selbst erarbeitet.

Bevor die Schüler zum Zuge kamen, gab Potthas zunächst einige Basis-Infos: Drei Filialen betreibe die Commerzbank in der Saalestadt, zusammen würden die Bankfilialen am Markt, an der Waisenhausmauer und in Halle-Neustadt 25 000 Kunden betreuen. Neun Mitarbeiter seien in der Stadt beschäftigt, vier in Neustadt. „Welche Aufgaben hat denn so ein Filialleiter?“, wollte dann Sophia wissen. Auf diese Frage war Potthas natürlich vorbereitet, ebenso auf die Nachfrage, warum es denn ausgerechnet die Commerzbank sein soll. „Supergute Frage“, meinte der Filialchef und nannte einige Details aus dem Angebotskatalog der Bank, die sich sowohl die persönliche als auch die digitale Beratung ihrer Kunden auf die Fahnen geschrieben hat. Auch die Frage, ob es einen bestimmten Dresscode gibt, erklärte Potthas: „Dienstag ist Krawattentag.“ Die Angestellten müssten nicht täglich in Anzug oder Kostüm erscheinen, aber eine gewisse Kleiderordnung gehöre zum Berufsbild des Bankers.

Nach Fragen zu Arbeitszeiten und dem Arbeitsalltag, nach der Belastung und auch nach dem, was das Schöne, Positive am Beruf des Bankers sei, folgte eine Frage, deren Antwort wohl alle Schüler brennend interessiert: „Wie sollen sich die Angestellten bei einem Banküberfall verhalten?“ Dafür gebe es regelmäßig Schulungen. „Für solch einen Fall gibt es ganz klare Regeln“, so Potthas. Vor allem die, sein Leben nicht zu riskieren. „Aber glücklicherweise hatten wir solch einen Vorfall noch nie.“

Lange erwartet, ging es dann für die Schüler ab in den Keller. Dort nämlich befindet sich - mehrfach gesichert - der Tresor der Bank. Klar, dass der für die Zeit der Besichtigung leer war. Spannend war der Besuch dennoch: Potthas führte mit einem Stapel 50-Euro-Scheinen vor, wie eine Geldzählmaschine Falschgeld erkennt.