Ein Brückenschlag zur Saline

Halle/MZ. - Das Hauptproblem: die Kosten angesichts der leeren Stadtkasse. Nun hilft der Zufall. Der Brückenbau wurde aufgenommen in die hallesche Projektliste zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010 in Sachsen-Anhalt. Dadurch fließen Fördermittel vom ...

Von Andreas Lohmann 23.06.2008, 18:47

Das Hauptproblem: die Kosten angesichts der leeren Stadtkasse. Nun hilft der Zufall. Der Brückenbau wurde aufgenommen in die hallesche Projektliste zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010 in Sachsen-Anhalt. Dadurch fließen Fördermittel vom Land.

Grauls Ideen werden umgesetzt - wenn auch wohl nicht alle. In den Augen der IBA-Leute ist nicht der kleine Schritt zur Saline das Bedeutsame. Sie schauen auf neue Bindungen zwischen Altstadt und Neustadt. "Die Brücke markiert beim Zusammenwachsen beider Halbstädte den Beginn einer neuen Epoche", kommt der Schweizer Architektur-Professor Jürg Sulzer fast ins Schwärmen. Der Vorsitzende des halleschen Gestaltungsbeirates begutachtete das Projekt mit seinen Kollegen, bevor es nun endgültig beschlossen werden soll.

Der Brückenschlag erfolgt an der Franz-Schubert-Straße, die in der Klausvorstadt als Sackgasse vor der Saale endet. Die Brücke wird aber nicht als gerade Verlängerung der Straße gebaut, sondern um ein paar Meter nach Norden versetzt. So bleibt der Blick zum Fluss frei. "Diese Lage ist genau richtig", lobte Sulzer. So entstehe um den Brückenaufgang ein interessanter Platz, den es zu gestalten gelte. Vorstellbar sei eine treppenartig befestigte Uferzone, die zum Verweilen einlädt. "Wir wissen aber nicht, ob dafür das Geld reicht", so Stadtplanerin Simone Trettin. 1,3 Millionen Euro sind eingeplant.

Einfach ist die Brückenkonstruktion nicht. Erstens muss sie einen deutlichen Höhenunterschied zwischen beiden Ufern überwinden. Und zweitens muss sie hoch über den Fluss gespannt werden, damit Schiffe hindurchpassen. Auf der niedrigen Seite der Franz-Schubert-Straße musste Graul die Brücke deshalb auf ein Podest legen. Dorthin kommt man über eine Treppe. Für Behinderte und Radfahrer entsteht eine Rampe, die sich um das Podest windet. Auf der anderen Seite trifft die Brücke niveaugleich auf einen bewaldeten Saline-Hügel.

An den Ufern sollen Betonfundamente gebaut werden, auf denen jeweils ein Pylon ruht. Die Stahlmasten nehmen einen Großteil der Brückenlast auf. Dadurch bleibt der Querschnitt der Brückenbahn klein. "Sie wirkt deshalb nicht so wuchtig", findet die Dresdner Professorin Angela Mensing-de Jong den Graul-Entwurf sehr erfreulich. Dass es schon der 15. ist - jedenfalls laut Stadtplaner Jochem Lunebach - hat dem Projekt nicht geschadet. "Die Brücke ist um 50 Prozent preiswerter als 1992 und dennoch filigraner", freut er sich schon auf den Tag der Fertigstellung - spätestens 2010. Noch aber fehlt ein Name. Der Arbeitstitel: Salinebrücke.