„ZeroWasteArt“

Der „Kabeldämon“ und andere Kunst aus Müll im Hauptbahnhof Halle

Mit der Installation „Kabeldämon“ beteiligt sich der Metallbildhauer Hermann Beneke an der Ausstellung „ZeroWasteArt“ im Hauptbahnhof.

Von Katja Pausch
?Kabeldämon? hat Künstler  Hermann Beneke seine Installation betitelt - zu sehen  in einer Ausstellung im Hauptbahnhof.
?Kabeldämon? hat Künstler Hermann Beneke seine Installation betitelt - zu sehen in einer Ausstellung im Hauptbahnhof. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale)/MZ - Wie Muskelfasern und Adern durchziehen farbige gewundene Stränge die Installation, die der Künstler Hermann Beneke „Kabeldämon“ betitelt und aus elektrotechnischem Müll geschaffen hat. Mit der eindringlich wirkenden Figur des „Dämons“, der quasi aus dem Abfall der „zivilisierten“ Welt emporsteigt, beteiligt sich der im Saalekreis lebende Künstler an der Ausstellung „ZeroWasteArt“, die derzeit im halleschen Hauptbahnhof Station macht.

Kunst aus Müll - diesem Thema ist die Ausstellung, die an 15 Bahnhöfen in ganz Deutschland gezeigt und in Halle von der DB Station & Service AG unter Beteiligung von Mietern und Läden im Bahnhofsgebäude veranstaltet wird, gewidmet. Hintergrund, so Bahnhofsmanager Karsten Kammler, sei die Tatsache, dass niemand mehr vor den verheerenden Folgen der Umweltverschmutzung durch Müll die Augen verschließen könne. Ozeane zum Beispiel, heißt es im Ausstellungstext, stellen für Meerestiere und Seevögel aufgrund der Müllmassen inzwischen große Gefahrenquellen dar. „Höchste Zeit also, so viele Menschen wie möglich wachzurütteln und für diese Problematik zu sensibilisieren“, meint auch Natalie Luschka, Mieter- und Objektmanagerin im halleschen Hauptbahnhof, der sich als einer von bundesweit 16 Zukunftsbahnhöfen selbst dem Thema Nachhaltigkeit widmet, unter anderem mit Solarbänken, LED-Beleuchtung im Bahnhofsgebäude oder dem Verzicht auf Plastikverpackungen in den Geschäften im Bahnhof.

„Wir alle produzieren viel zu viel Müll“

Mit der Ausstellung „ZeroWasteArt“ nun sind Reisende, aber auch Hallenser eingeladen, sich den Kunstobjekten von sechs festen und jeweils einem lokalen Künstler zu nähern. So wie dem „Kabeldämon“ von Beneke, der seine Kunstwerke teilweise mit Recyclingmaterial und Teilen vom Schrottplatz gestaltet und sich vom Konzept der Ausstellung ebenso wie überhaupt von der Thematik angesprochen fühlt. „Wir alle produzieren viel zu viel Müll“, so Beneke, der hofft, mit seinem Kunstwerk dabei zu helfen, den Blick auf die Problematik zu schärfen.

Die Ausstellung im Hauptbahnhof zeigt noch bis zum 13. September auf großformatigen LED-Stelen beeindruckende, aus Müll geschaffene Kunstwerke, die auf kreative Art und Weise die aktuelle Müllproblematik veranschaulichen. Auf Bildschirmen und per QR-Code können Betrachter nicht nur Näheres zu den Kunstwerken erfahren, sondern in kurzen Videos auch den Schaffensprozess der jeweiligen Künstler verfolgen, bevor die Schau nach Berlin weiterzieht.