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Alexander Prinz Der Dunkle Parabelritter: Hallenser Alexander Prinz wird über Nacht zum Youtube-Star

Von Heinrich Manser 08.05.2016, 06:00
Sachsen-Anhalts erfolgreichster Youtube-Filmer bei der Arbeit. Alexander Prinz hat sein Studio in seinem Zimmer.
Sachsen-Anhalts erfolgreichster Youtube-Filmer bei der Arbeit. Alexander Prinz hat sein Studio in seinem Zimmer. Günter Bauer

Halle (Saale) - Wie überlebe ich ein Festival? Der, der es wissen muss, ist neuerdings ein Star. Alexander Prinz heißt er, ist Hallenser, ein riesen Metal-Fan und Youtuber. Und als solcher der erfolgreichste seiner Art in Sachsen-Anhalt mit rund 60.000 Abonnenten und acht Millionen Aufrufen.

Auch auf Facebook hat er circa 15.000 Fans. In seinem besten Monat verbuchte der 21-Jährige 1,3 Millionen Aufrufe und 15.000 neue Abonnenten.

Lange Haare, Bart, Ketten und meistens schwarze Kleidung sind das Markenzeichen von Alex. Mit seiner witzigen und authentischen Art begeistert er junge wie ältere Fans. Ob in seinem Zimmer, im Garten oder auf einem Festival, für ein Video bleibt immer Zeit.

Der Student ist trotz des großen Erfolges bodenständig und sympathisch und sieht sich selbst nicht als Star. In seinen Videos interviewt er Metal-Stars oder Youtube-Stars wie vor wenigen Tagen Mr. Trashpack.

Außerdem gibt er anschauliche Einblicke in die Geschichte seiner Lieblingsmusikrichtung, hält Festivaltipps bereit und nimmt seine Zuschauer visuell auf Festivals, die er gerade besucht, mit.

Humor darf nicht fehlen

Der Humor darf dabei aber stets nicht fehlen. Seit nunmehr drei Jahren lädt Alex seine wenige Minuten langen Videos hoch. „Ich versuche jeden Montag und Donnerstag ein Video hochzuladen“, so Alex.

Was nicht immer leicht ist, doch für seine Leidenschaft muss ab und zu auch die Uni zurückstehen.

Er gehört nicht wie die meisten anderen großen Youtuber zu einem Netzwerk, sondern managt alles alleine. Derzeit studiert Alex an der halleschen Universität Lehramt in den Fächern Deutsch und Geografie.

Er selbst sieht seinen Youtube-Kanal jedoch nicht als Nachteil für seinen späteren Beruf sondern eher als Vorteil: „Weil ich dadurch wortgewandter werde“, meint Alex. Weil er allein von den Youtube-Einnahmen nicht leben könnte, ist er nebenbei wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni.

Sein Youtube-Kanal heißt „Der dunkle Parabelritter“. Der Name des Kanals leitet sich aus einer eigenen Schul-Erinnerung her. Einer Geschichte, die Alex in der neunten Klasse erlebt hat. Er kämpfte seinerzeit nämlich mal gegen einen Klassenkameraden mit einem Zeigestock als Schwert und einer Parabelschablone als Schild.

Großer Metal-Fan

„Angefangen hat alles nach der Trennung von meiner Freundin“, erzählt Alex. Der große Metal-Fan suchte eine Ablenkung. Da kam es genau richtig, dass er auf einem Festival den Youtuber iBlali traf.

Weil die beiden dieselbe Lieblingsband hatten, kamen sie ins Gespräch und er merkte, dass Youtuber „auch nur ganz normale Menschen sind“, erzählt er schmunzelnd. Durch iBlali bekam Alex anschließend auch die Inspiration Youtube-Videos zu drehen und er hat mittlerweile über 330 Videos hochgeladen.

Eigentlich war Alex nicht gut auf Youtube zu sprechen. „Ich mochte die Youtube-Szene nicht und wollte sie durch meine Videos ein wenig verändern“, sagt er.

Das ist ihm sichtlich gelungen, auch wenn er am Anfang von seinen Freunden für die Idee, Youtube-Videos zu drehen, nicht ernst genommen wurde und keine Unterstützung von ihnen bekam.

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Nachdem er anfangs mit einem noch ziemlich billigen Equipment begonnen hatte, verbesserte er seine Ausrüstung nach und nach immer mehr. Seine Videos sind jedoch auch mit einem großen Aufwand verbunden. „Für einen Beitrag kann man schon mal so zehn Stunden einplanen“, erzählt Alex.

Erkannt und angesprochen

Es passiert immer öfter, dass Alex vor allem auf Festivals aber auch auf der Straße erkannt und angesprochen wird. Aktuell plant er gemeinsam mit acht Freunden ein Musikmagazin, das „Silence“ heißen und auf der Internetseite silence-magazin.de veröffentlicht werden soll.

In diesem Magazin wird über Metal und andere Musikrichtungen berichtet. Bereits in diesen Tagen soll die erste Ausgabe im Internet erscheinen.

Je nach dem wie groß dann die Zustimmung ist, sollen später viertel- oder halbjährlich erscheinende Print-Ausgaben folgen.

Und ein Thema wird da mit Sicherheit auch wieder die Frage sein, wie man denn ein Festival überlebt. Witzigster Tipp von Alex Prinz dazu: „Wer keine Lust hat, sich die Zähne zu putzen, kann ja einen Pfeffi trinken.“ (mz)