Dank Initiative aus Halle

Dank Initiative aus Halle: Mehr Rente für in der DDR geschiedene Frauen?

Halle (Saale) - Frauen, die in der DDR geschieden wurden, könnten mehr Rente als bislang bekommen.

05.02.2018, 13:38

Sie kämpfen seit Jahren für ihr Recht - und immer wieder vergeblich. Nun sieht es so aus, dass mit den Koalitionsverhandlungen Benachteiligungen bei der Rentenberechnung aufgehoben werden könnten für Frauen, die in der DDR geschieden wurden. „Eine Initiativgruppe aus Halle hat sich wegen dieses Themas an mich gewandt“, so der hallesche CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Bernstiel. „Keiner hatte das Thema auf dem Schirm bei den Koalitionsverhandlungen.“

In der DDR geschieden: Fallen Rentennachteile für Frauen endlich weg?

Bernstiel jedoch nahm Kontakt zu allen CDU-Abgeordneten aus Ostdeutschland auf und fragte sie, ob sie das Thema mit vorantreiben wollen. Das haben sie getan und ihren Wunsch in die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales eingebracht. „Am Freitag habe ich eine Rückmeldung erhalten, dass es im Koalitionsvertrag enthalten sein wird.“ Ob es dabei bleibt - vor allem auch wegen der Finanzierung - ist noch offen.

Danach sei geplant, einen Härtefonds einzurichten, mit dem schrittweise Leistungen an Betroffene gezahlt werden, die eigentlich höhere Ansprüche aus dem DDR-Rentensystem hätten. Neben den Frauen, die in der DDR geschieden wurden, haben unter anderem laut Bernstiel auch Eisenbahner Nachteile in der Rentenberechnung.

Nachteil bei der Rente: Rund 800.000 ostdeutsche Frauen betroffen

In der DDR gab es für Frauen besonderes Vorteile im Rentensystem. Unter anderem gab es Extra-Anrechnungszeiten für Kinder, Teilzeitjahre wurden voll angerechnet. Jedoch gab es nach einer Scheidung keinen Versorgungsausgleich, wie er bereits früher schon in der Bundesrepublik und auch heute üblich ist.

Nach einem Rentenüberleitungsgesetz wurde so Frauen teilweise ein Ausgleich bezahlt, seit 1997 nicht mehr, so der Verein der in der DDR geschiedenen Frauen. Die Zahl der Geschiedenen, auf die das zutrifft, wird auf 800.000 geschätzt. (mz/szö)