Drei Veranstaltungen

Corona-Streit auf dem Markt in Halle bleibt friedlich

Drei Kundgebungen drehen sich Montagabend um die Pandemie und ihre Folgen. Hunderte Demonstranten kommen. Das Geschehen bleibt friedlich.

Von Phillip Kampert
Auf dem Marktplatz von Halle (Saale) fanden am Montag drei Demonstrationen statt.
Auf dem Marktplatz von Halle (Saale) fanden am Montag drei Demonstrationen statt. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale) - Gleich drei Kundgebungen fanden am Montagabend zeitgleich auf dem Marktplatz statt. Vor der Marktkirche versammelten sich etwa 60 Menschen zur „Montagsbewegung“ der „Bewegung Halle“. Etwa doppelt so viele Gegendemonstrierende standen ihnen 50 Meter weiter am Roten Turm gegenüber. Aufgerufen dazu hatte das Bündnis „Halle gegen Rechts.“ Beim Händel-Denkmal hielt außerdem der vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestufte Sven Liebich eine Kundgebung ab.

Die „Montagsbewegung“ verzichtete auf Redebeiträge, vertrat ihre Position mit Schildern wie „Wissenschaft statt RKI“ oder „selbst denken statt Tagesschau.“ Was das bedeutet, erklärten zwei Pädagoginnen aus dem Umland, die für die Demo angereist sind. Sie fühlten sich weniger der „Bewegung Halle“ nahe, seien wegen des Inhalts am Marktplatz. Ihre oberste Forderung sei es, das Impfen von Kindern zu stoppen.

Die Motivation daraus bezögen sie einerseits aus Sorge um den Nachwuchs, andererseits aus wissenschaftlich nicht belegten Behauptungen, beispielsweise dass Geimpfte zur Gefahr für andere werden können. Ihre Informationen bekämen sie unter anderem vom Arzt Sucharit Bhakdi, der allerdings in der Kritik steht, weil er Fakten, Spekulation und Desinformation vermischen soll.

Die Gegen-Demo von „Halle gegen Rechts“ ein paar Dutzend Meter weiter, ziele währenddessen darauf ab, „Widerspruch laut zu machen“, wie Katharina Hindelang vom „Sprecher_innekreis“ des Bündnisses erklärte. Man dürfe Verschwörungerzählungen im öffentlichen Raum nicht unkommentiert stehenlassen.

In den Redebeiträgen der Gegen-Demo wurde der Punkt stark gemacht, dass Falschinformationen und Corona-Verharmlosung Leben bedrohten.

Wenn von Seiten der „Bewegung Halle“ zum Beispiel mit Kindeswohl argumentiert werde, ginge es ihr darum, solidarische Rhetorik zu vereinnahmen und zu hohlen, populistischen Phrasen zu machen, sagt Hindelangs Sprecher-Kollege Clemens Wagner. Er ergänzte, dass echte Solidarität und wissenschaftliche Aufklärung eine Antwort böten.

Der Abend verlief gewaltfrei, um halb neun löste sich die letzte Demo auf. (mz)