„Es war ein Versehen“

Busfahrer lässt Schüler ohne FFP2-Maske an Haltestelle stehen - das sagt die OBS

Von Denny Kleindienst
Bushaltestelle
Bushaltestelle (Foto: dpa)

Halle (Saale) - Weil sein Sohn keine FFP2-Maske getragen hat, durfte der 11-Jährige zu Wochenbeginn nicht im Bus mitfahren. Wie der Vater des Jungen der MZ mitteilte, wollte sein Sohn, der die fünfte Klasse des Cantor-Gymnasiums besucht, am Dienstag gegen 7 Uhr mit einem OBS-Bus von Halle-Dölau zum Franckeplatz fahren. Insgesamt sei an diesem Morgen rund acht Kindern die Fahrt mit dem Bus verwehrt worden, so der Vater. Alle Schüler hätten deshalb mit einer späteren Linie fahren müssen und seien zu spät in die Schule gekommen. Dabei müssen Personen unter 16 Jahren laut den Bestimmungen der OBS gar keine FFP2-Maske im Bus tragen, ärgert sich der Vater.

Das bestätigt auch Roberto Krüger, Betriebsleiter der OBS, auf MZ-Nachfrage. So wurde mit der 13. Eindämmungsverordnung des Landes vom 21. Mai Kindern, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erlaubt, bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel statt einer FFP2-Maske einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Dasselbe gelte auch in den Bussen und Bahnen der Halleschen Verkehrs-AG (Havag). Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske gilt erst für Personen ab 16 Jahren.

„Der betreffende Fahrer wurde von uns auf sein Fehlverhalten hingewiesen“

„Der betreffende Fahrer wurde von uns auf sein Fehlverhalten hingewiesen“, erklärt Roberto Krüger. Er sagt auch: Bereits am 25. Mai, dem Dienstag nach Pfingsten, habe die OBS ihr Fahrpersonal darüber informiert. Der Busfahrer, der nun die Fahrt verweigerte, sei zu der Zeit krankgeschrieben gewesen und nun zurück im Dienst. Womöglich habe er einen entsprechenden Infozettel, auf dem auch über die Verkehrslage in der Stadt eingegangen wurde, nicht zu Ende gelesen, so der Betriebsleiter. „Es war ein Versehen“, sagt der Betriebsleiter. Und: „Das ist eine ärgerliche Geschichte.“

Krüger sagt auch, dass die Fahrer aktuell Fingerspitzengefühl beweisen müssten. So gebe es andere Fahrgäste, die darauf bestehen, dass alle im Bus und eben auch die Jugendlichen die Maskenpflicht einhalten. Bei Schülern dann das Alter einzuschätzen, sei mitunter heikel. (mz)