Weltcup in Tokio abgesagt

Timo Barthel muss um Olympia-Start mit seinem Idol zittern

Es hätte der erste große Auftritt an der Seite seines Idols sein sollen. In Tokio, am Ziel aller Träume. Jetzt „ist aber wieder alles durcheinander geworfen“, sagt Timo Barthel. „Eine Katastrophe“ sei das.

Von Fabian Wölfling
Wasserspringer Timo Barthel vom SV Halle, hier im Januar 2020 auf dem Weg zum Wettkampf. Foto: imago/VIADATA

Halle (Saale). Am vergangenen Donnerstag, zwei Tage vor seinem 25. Geburtstag, erreichte den Wasserspringer vom SV Halle die Schocknachricht. Der Weltcup in Tokio, angesetzt für den 18. bis 23. April, ist abgesagt. Grund: Der Schwimmweltverband Fina befand das Corona-Hygienekonzept der japanischen Veranstalter als nicht sicher genug.

Timo Barthel will mit Patrick Hausding um ein Olympia-Medaille kämpfen

In Tokio, Stadt der Spiele, wollte sich Barthel eigentlich sein Olympiaticket sichern. Für sich allein, aber auch in der Kombination mit seinem Vorbild Patrick Hausding. Mit der lebenden deutschen Synchronsprung-Legende will Barthel bei den Sommerspielen eigentlich um eine Medaille springen. „Nun muss ich weiter zittern, bangen und hoffen“, sagt der gebürtige Dresdner.

Hoffen, dass der Wettkampf nicht ersatzlos gestrichen wird, sondern nur verschoben. Denn nur über den Weltcup kann sich das neu gebildete Gespann Barthel und Hausding für die Spiele qualifizieren.

„Wenn der Weltcup ganz ausfällt, werden wohl die Ergebnisse der WM 2019 für die Tokio-Qualifikation herangezogen“, sagt Barthel. „Einen Einzelplatz hätte ich dann sicher. Aber im Synchronwettbewerb wären wir nicht dabei.“ Bei der WM 2019 verpasste Barthel damals noch mit Lou Massenberg als Zehnter vom Zehn-Meter-Turm einen Olympia-Startplatz.

Große Hoffnung auf eine Austragung des Weltcups hat Bundestrainer Lutz Buschkow aber nicht mehr: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der aktuellen Corona-Lage jemand in so kurzer Zeit so eine große Veranstaltung mit rund 500 Leuten stemmt“, sagt er.

Patrick Hausding zweifelt an Olympia in Tokio

Barthels Partner Patrick Hausding hegt nach der Absage des Weltcups sogar Zweifel an der Durchführung der Spiele in Tokio. „Wenn jetzt schon eine Veranstaltung mit 500, 600 Teilnehmern nicht organisiert werden kann, wie sollen dann Olympische Spiele mit Tausenden von Teilnehmern stattfinden?“, fragt er.

Trotz all der Ungewissheiten arbeiten Buschkow, Hausding und Barthel aber weiter, gerade im Trainingslager in Dresden. „Wir wollen bereit sein, wenn der Wettkampf noch stattfindet“, sagt der SV-Athlet. Macht auch Sinn mit Blick auf die EM, die im Mai in Budapest definitiv ausgetragen werden soll. Für Barthel wäre es der erste Wettkampf seit der Militär-WM im Oktober 2019. (mz/dpa/sid)