Fußball-Landesklasse

Torjäger für Super-Sturm in Gräfenhainichen

Der VfB Gräfenhainichen verpflichtet mit Marvin Römling einen oberligaerfahrenen Angreifer. Was der Verein in der neuen Saison vorhat.

Von Michael Hübner
Sportdirektor Steve Schaller (li.) und Neuzugang Marvin Römling präsentieren das neue Gräfenhainichener VfB-Trikot für die Landesklasse.
Sportdirektor Steve Schaller (li.) und Neuzugang Marvin Römling präsentieren das neue Gräfenhainichener VfB-Trikot für die Landesklasse. (Foto: Martin Otto)

Gräfenhainichen - Martin Otto hat unmittelbar vor dem Pfingstfest zwei wichtige Aufgabe zu erfüllen. Der Vizepräsident vom VfB Gräfenhainichen soll das neue Trikot des Aufsteigers in die Fußball-Landesklasse und den ersten Neuzugang in den sozialen Medien würdig vorstellen. Für diese Mission kann er auch den Sportlichen Leiter Steve Schaller, der hinter den Kulissen engagiert die Fäden zieht, gewinnen. Und so wird das neue Jersey, das erstmal zum Auftakt in der Landesklasse von den Kickern getragen wird, für den Fotografen von einem Duo präsentiert werden. Dabei ist zu sehen, dass der Haupt- auch zugleich der Trikotsponsor ist.

„Die Gräfenhainichener Wohnungsgesellschaft“, betont Otto ganz PR-Profi sofort. Zum Gesprächs- und Fototermin geht es ziemlich locker zu. Offensichtlich gefällt auch Marvin Römling das modische Outfit. „Ich freue mich einfach, hier bald Fußball zu spielen“, sagt der Kicker. Und Otto stellt den jungen Mann, der der erste VfB-Neuzugang für die neue Saison ist, in den sozialen Medien vor. Und das gelingt offensichtlich sehr gut. Die Fans sprechen von einem Transfercoup. Der Angreifer verstärkt den Super-Sturm in der Heide. Immerhin hat der VfB in den sechs Partien der vergangenen Saison in der Kreisoberliga 35 Treffer erzielt - das sind praktisch fast sechs Tore pro Partie.

Der bisherige Torjäger vom Dienst heißt David Hartling (215 Spiele/124 Tore). Aber auch Felix Mazanec (14/11) und der Ex-Zschornewitzer Philipp Werner (10/9) stellten die Abwehrreihen vor große Herausforderungen. Nun wird die Abteilung Attacke für attraktiven Angriffsfußball weiter verstärkt.

Karrierestart in Thalheim

Römling wechselt dabei vom Verbandsligisten Thalheim in die Heide. „Er kommt mit der Empfehlung von über 100 Spielen auf Landesebene, wovon er den Großteil in der Ober- und der Verbandsliga absolviert hat, nach Gräfenhainichen“, so Otto. Nach seinen Angaben startete der Neue seine Karriere in Thalheim. Sein Talent blieb aber nicht unbemerkt, so dass der inzwischen 25-Jährige über die Umwege Sachsen Leipzig und Grün-Weiß Wolfen ab der C-Jugend für den Nachwuchs des HFC auflief.

Dort absolvierte Römling auch seine ersten Schritte im Männerbereich bei der Reserve, spielte danach zwei Jahre in der Oberliga in Sandersdorf und wechselte von dort wieder nach Thalheim zurück. Hier absolvierte er 52 Spiele und erzielte dabei fünf Treffer und gab vier Torvorlagen.

Römling spricht beim Fototermin auch über seine Wechselgründe. „Natürlich zählt der Aufstieg vom VfB in die Landesklasse dazu, aber auch die Hartnäckigkeit der Verantwortlichen, mich hierher zu holen. Es ist zu spüren, das man hier was vor hat und ich davon ein Teil sein soll. Es ist auch einfach die Transparenz und Authentizität, mit der man mir hier von Anfang an begegnete. Das alles hat mich überzeugt, diesen Schritt zu gehen“, so der Stürmer auf der Vereinshomepage.

Auch Schaller freut sich über die Verpflichtung und erklärt, „das ist ein tolles Signal für unseren Verein und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Verein weiter nach vorn zu bringen“. Dabei will der Experte mit seinem Club „Stück für Stück“ wachsen. Das erklärt er im Gespräch mit der MZ. Nach seinen Angaben gibt es keine konkrete Saisonvorgabe. Die könne es zumindest noch nicht geben.

„Wir wissen ja nicht, wie die Landesklasse künftig aussehen wird“, sagt Schaller. Aktuell im Gespräch ist das Aufstocken von bisher sieben auf neun Staffeln. Das allerdings stößt in Gräfenhainichen nicht unbedingt auf Wohlwollen. „Wir hoffen, dass alles so bleibt wie es ist“, betont Schaller, für den kleinere Staffeln zu wenige Spiele bedeuten.

Weitere Verstärkung geplant

Abgesehen von dieser Unbekannten bastelt Schaller weiter an Verstärkungen. Zwei bis drei Kicker seien noch im Gespräch. Aber Römling sei schon der Königstransfer. Solche Hochkaräter seien nicht nur für den sportlichen Erfolg wichtig. Schaller erklärt: „Wir brauchen für den Nachwuchs auch Vorbilder im eigenen Verein.“

Und Römling selbst will erstmal verletzungsfrei bleiben, denn „nur so kann man sein Potenzial abrufen“. „Ich möchte mich hier voll einbringen und so dazu beitragen, dass wir eine gute Saison spielen können“, betont er.

Auch Coach Rene Mikolaizek freut sich über die „super Neuverpflichtung“ und konstatiert, „dass er trotz des noch jungen Alters schon viel Erfahrung mitbringt und die Mannschaft sofort verstärkt“. Der Super-Sturm wird in der Landesklasse noch gefährlicher. (mz)